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UPD 25/08 - 23.02.2008

Mitarbeiter der Universität Augsburg schenkt Chance auf neues Leben

Klaus Wiedenmann spendet Stammzellen für Leukämie-Patienten


Tübingen/Ausgburg/SE - Alles begann mit einer Blutentnahme im Herbst 2006: Klaus Wiedenmann, Ingenieur am Institut für Physik der Universität Augsburg, ließ sich über das Briefspenderprogramm als potenzieller Stammzellspender in die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH aufnehmen. Überraschend bekam der 37-Jährige dann bereits im April 2007 die Nachricht, dass er als passender Spender für einen an Leukämie erkrankten Patienten infrage kommt. Am 25. September 2007 war es schließlich soweit: Klaus Wiedenmann wurden in Nürnberg die lebensrettenden Stammzellen entnommen.

"Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass die DKMS sich jemals bei mir meldet. Umso mehr habe ich mich gefreut, als es hieß, ich sei der passende Spender. Das ist schließlich der Grund, weswegen ich mich habe aufnehmen lassen: Ich wollte einem Menschen helfen", erinnert sich Klaus Wiedenmann. Nach ausführlicher Beratung durch die DKMS und gründlichen Voruntersuchungen hat er sich auf die Entnahme in Nürnberg vorbereiten müssen. Fünf Tage lang spritzte er sich ein Medikament, das die Produktion der Stammzellen im Körper anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Während der Entnahme werden die Zellen aus dem Blut gesammelt. Das Blut fließt dabei von einem Arm aus durch einen sogenannten Zellseparator und über einen zweiten Zugang in den Körper zurück. Im Zellseparator werden die Stammzellen vom restlichen Blut getrennt und für die Transplantation gesammelt.

"Die Spritzen habe ich mir selbst gegeben, das hat auch gut geklappt. Ein wenig schlapp habe ich mich schon gefühlt, aber ich konnte weiter Sport machen. Ich fand es spannend zu spüren, dass mein Körper funktioniert und vermehrt Stammzellen produziert. Die Entnahme selbst verlief eigentlich gut, sie hat nur etwas länger als die üblichen vier Stunden gedauert. Aber das Wissen, dass ich mit meinen Stammzellen vielleicht einem Menschen das Leben retten kann, hat mich motiviert", berichtet Klaus Wiedenmann von seinen Erfahrungen. Sein gesamtes Umfeld hat seinen Weg zur Spende interessiert begleitet: "Von Freunden und Familie kamen nur positive Reaktionen. Alle waren immer gespannt auf neue Informationen. Und meine Freundin ist Medizinstudentin, sie hat alle Schritte bis zur Spende sehr interessiert verfolgt und mich auch nach Nürnberg begleitet." Nun warten alle gespannt auf Nachricht von Klaus Wiedenmanns Patienten, von dem er bisher nur weiß, dass es sich um einen 30-jährigen Mann aus Deutschland handelt. "Ich hoffe sehr, dass meine Stammzellen bei ihm ihre Arbeit aufgenommen haben. Er ist ja noch jung und hat sein Leben noch vor sich", so Wiedenmann.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie. Oft kann das Leben der betroffenen Patienten nur durch eine Stammzelltransplantation gerettet werden. Mit über 1,6 Millionen registrierten potenziellen Stammzellspendern ist die DKMS die weltweit größte Einzeldatei - doch obwohl die DKMS mindestens sechs Stammzellspenden pro Tag vermittelt, kann für jeden fünften Patienten kein passender genetischer Zwilling gefunden werden. Die DKMS arbeitet deshalb tatkräftig am Ausbau der Datei und freut sich über das Engagement ihrer zahlreichen Spender.
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Als Anerkennung für seinen Einsatz wurde Klaus Wiedenmann vom Kanzler der Universität Augsburg, Alois Zimmermann, eine Urkunde der DKMS übergeben. (Foto von der Unkundenübergabe in der idw-Ausgabe dieser Presseitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news248289)
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Ansprechpartner bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH: Svenja Ebbing, Telefon 0221-940 582 30, Telefax 0221-940 582 22, ebbing@dkms.de, http://www.dkms.de

Kontakt zu Klaus Wiedenmann über die Pressestelle der Universität Augsburg (Telefon 0821/598-2096, klaus.prem@presse.uni-augsburg.de)