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UPD 38/08 - 19.03.2008

Personalia und Kurznachrichten

Ein Jahr Freiheit von der Lehre für die Forschung von der DFG


Um ihm die intensive Auseinandersetzung mit dem von ihm eingereichten Projekt "Der Erste Weltkrieg und die literarische Ethik. Systematische und historische Aspekte" zu ermöglichen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Prof. Dr. Mathias Mayer (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft) ein Forschungsjahr bewilligt. Konkret heißt dies, dass die DFG vom 1. April 2008 bis zum 31. März 2009 in vollem Umfang eine Lehrstuhlvertretung finanziert, die von Frau Prof. Dr. Sandra Schwarz wahrgenommen werden wird. Über sein Forschungsvorhaben schreibt Mayer, der zugleich auch Sprecher des Augsburger ENB-Masterstudiengangs "Ethik der Textkulturen" ist: "Wie kaum ein anderes historisches Ereignis hat der Erste Weltkrieg als Erfahrung des Wert-Vakuums die Frage nach der Legitimation des Handelns aufgeworfen. Als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, als Manifestation einer Sinnkrise hat er in allen Bereichen zu Irritation und Verstörung geführt. Nicht die unmittelbare Spiegelung der Vorgänge, die eigentliche 'Kriegsliteratur', steht im Mittelpunkt des Projektes, sondern die Aufarbeitung der Wertproblematik: Ethik wird dabei als Reflexion von Moral, als Frage nach den Spielregeln von Werten verstanden, und gerade nicht als Fixierung von Normen. Indem (etwa bei Wittgenstein) Ethik als Teil der Philosophie an Boden verliert, wird sie im Zusammenhang mit dem Weltkrieg in einer philosophisch und theologisch geschulten Literatur um so ernster genommen. In den Formen von Roman, Essay und Aphorismus entwerfen Autoren wie Robert Musil, Thomas Mann oder Hermann Broch, aber auch Karl Kraus und Franz Kafka Beiträge zur geistigen Bewältigung der Gegenwart. Aus ihren Anstößen rekrutiert sich eine literarische Ethik, die bis in die Gegenwart hinein ihre eigene Stimme behält, - gerade wo es darum geht, dass auch Literatur ein Orientierungswissen umfasst."
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Honorarprofessor an der European Business School

Prof. Dr. Dres. h. c. Adolf G. Coenenberg, emeritierter Augsburger Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre/Wirtschaftsprüfung und Controlling, wurde am 6. März 2008 vom Wissenschaftsminister des Landes Hessen zum Honorarprofessor an der European Business School, Schloss Reichartshausen Oestrich-Winkel (http://www.ebs.edu), ernannt. Gleichzeitig wird er als "Academic Consultant" am Ausbau des Bereichs Rechnungslegung und Controlling im Rahmen des Department "Finance, Accounting, Real Estate (FARE)"der EBS federführend mitwirken. Die European Business School ist eine staatlich anerkannte private wissenschaftliche Hochschule, die zu den führenden internationalen Business Schools in Europa zählt.
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Referent beim wichtigsten Kongress der kanandischen Politikwissenschaft

Das Institut für Kanada-Studien der Universität Augsburg wird in diesem Jahr erneut auf dem Jahreskongress der kanadischen Politikwissenschaftler vertreten sein, der im Juni an der University of British Columbia in Vancouver abgehalten wird. Jörg Broschek, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, erhielt wie bereits im Jahr zuvor eine Einladung, im Rahmen eines hochkarätig besetzten Panels innerhalb der Sektion "Canadian Politics" der Canadian Political Science Association (CPSA) Ergebnisse seiner Forschung zu den Wechselwirkungen von Föderalismus und Sozialpolitik zu präsentieren. Mit Keith Banting (Queen's University) und John Myles (University of Toronto) wird das Panel von zwei kanadischen Politikwissenschaftlern organisiert, die auch über den kanadischen Kontext hinaus international höchste Reputation genießen. Der Jahreskongress der CPSA ist die wichtigste landesweit organisierte Veranstaltung der kanadischen Politikwissenschaft. Sie findet im Rahmen des Congress of the Humanities and Social Sciences statt, der größten jährlichen akademischen Veranstaltung in Kanada. Die Kongresssreise wird von der DFG durch einen Reisekostenzuschuss gefördert.
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Zwei ehrenvolle Berufungen

Prof. Dr. Andreas Wirsching, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, ist in das Herausgebergremium der "Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte" und zum ordentlichen Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften berufen worden.
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Unter den internationalen Physik-Highlights 2007

Als einziges universitäres Forscherteam aus Deutschland haben es die Augsburger Physiker Jörn Dunkel, Prof. Dr. Peter Talkner und Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Hänggi (Lehrstuhl für Theoretische Physik I) in die "Physics News in 2007" geschafft (Siehe http://www.aps.org/publications/apsnews/physicsnews/upload/Physics_News_in_2007.pdf). Ihr im Oktober 2007 in den "Physical Review Letters" erschienener Beitrag "Thermal Equilibrium and Statistical Thermometers in Special Relativity" (siehe http://www.physik.uni-augsburg.de/theo1/hanggi/article.html) zählt zu den 36 Artikeln, die von der American Physical Society (APS) in das diesjährige Supplement der APS News aufgenommen wurden, das jeweils die internationalen Physik-Highlights des zurückliegenden Jahres zusammenfasst. Mittels molekular-dynamischer Simulationen konnten Dunkel und seine Augsburger Kollegen zusammen mit Physikern der Universität Sevilla zeigen, dass bei Wahl eines geeigneten Thermometers die Temperatur eines Körpers nicht von dessen Bewegungszustand abhängt. Mehr unter http://idw-online.de/pages/de/news234028.
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Als Sachverständiger beim BVG

Der Mathematiker Prof. Dr. Friedrich Pukelsheim, Lehrstuhl für Stochastik und ihre Anwendungen, ist vom Bundesvefassungsgericht als Sachverständiger für den 16. April 2008 zu einer mündlichen Verhandlung des Zweiten Senats geladen. Gegenstand dieser Verhandlung sind zwei Beschwerden gegen die Bundestagswahl vom 18. September 2005. Die Beschwerdeführer wenden sich gegen die Verfassungsmäßigkeit des Effekts des negativen Stimmgewichts, wie er sich aus dem Bundeswahlgesetz ergeben kann. Dabei sind auch die wahlmathematischen Grundlagen dieses Effekts und die Gesetzesänderungen vom Januar 2008 von Interesse. Der Senat bittet Pukelsheim, als sachverständige Auskunftsperson zu diesen Fragen Stellung zu nehmen.
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Doppelter Pukelsheim erobert die Schweiz

Am 24. Februar 2008 haben sowohl der Kanton Schaffhausen als auch der Kanton Aargau in Volksabstimmungen mit zwei Drittel Mehrheit für eine Änderung ihrer Kantonsverfassungen und Wahlgesetze gestimmt, um das auf den Augsburger Mathematiker Prof. Dr. Friedrich Pukelsheim (Lehrstuhl für Stochstik und ihre Anwendungen) zurückgehende "Doppeltproportionale Divisorverfahren mit Standardrundung" ins Wahlsystem zu übernehmen. Das Verfahren stellt einen gleichen Erfolgswert für die Stimmen aller Wählerinnen und Wählern sicher, auch wenn das Wahlgebiet in mehrere Wahlkreise unterteilt wird, wie das in den schweizerischen Kantonen traditionell der Fall ist. Das neue System wurde erstmals im Kanton Zürich verwirklicht und fand bei den dortigen Stadtratswahlen im Jahr 2006 und den Kantonsratswahlen in 2007 uneingeschränkte Akzeptanz. Pukelsheim hatte den Kanton Zürich beraten und die Bezeichnung "Neues Zürcher Zuteilungsverfahren" vorgeschlagen. Statt dessen firmiert das System in der Schweiz jetzt weitestgehend unter dem Namen "Doppelter Pukelsheim". Der Thurgau ist derzeit der vierte Kanton, in dem politische Kräfte auf die Einführung dieses "Doppelten Pukelsheims" hinwirken.
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Zwei Augsburger im 10. Jahrgang der Elite-Akademie Bayern

Maren Bochinger aus dem Diplom-Studiengang Informationsorientierte BWL und Florian Probst aus dem ENB-Master-Studiengang Finance and Information Management vertreten die Universität Augsburg im 36-köpfigen 10. Jahrgang der Elite-Akademie Bayern. Diese von der bayerischen Wirtschaft finanzierte Einrichtung will über drei Semester hinweg Studentinnen und Studenten, die bereit sind, insbesondere in der Wirtschaft Verantwortung zu übernehmen, entsprechende Werte und Führungsfähigkeiten vermitteln. Die rund dreißig Jurorinnen und Juroren, die die Kandidaten - diesmal waren es über 240 - auswählen, kommen zum überwiegenden Teil aus den Förderfirmen der Elite-Akademie. Die Kosten der Ausbildung belaufen sich pro Teilnehmer auf über 20.000 Euro, an denen sich die Studierenden mit 650 Euro pro Semester beteiligen. Mehr unter http://www.eliteakademie.de.