Suche

UPD 167C/08 - 29.11.2008

Noch bis zum 10. Januar 2009 in der Zentralbibliothek:

Der Löwenhirsch im Garten der Begegnung

Am 2. und 3. Dezember führt Zaven Peter Hanbeck jeweils um 11.00 und um 19.00 Uhr durch seine eigene Ausstellung


Augsburg/CW - Mit der fest installierten wandfüllenden Wortmetamorphose" ist der in Augsburg lebende Künstler Zaven Peter Hanbeck seit Jahren in der Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek Augsburg präsent. Unter dem Titel Der Löwenhirsch im Garten der Begegnung" präsentiert der deutsch-iranische Künstler dort derzeit nun auch Öl- und Acrylbilder, Mischtechniken und Aquarelle, insgesamt 37 Arbeiten in unterschiedlichen Formaten und Darstellungsformen, die allesamt der aktuellen Schaffensperiode entstammen. Im Zentrum der gewählten Motive stehen Tiere, die sowohl in realistischer Abbildung wie auch in abstrahierter Form künstlerisch umgesetzt sind. Am 2. und 3. Dezember führt der Künstler selbst jeweils um 11.00 und um 19.00 Uhr durch die Ausstellung, die noch bis zum 10. Januar 2009 läuft und montags bis freitags von 8.30 bis 24.00 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 24.00 Uhr bei freiem Eintritt zugänglich ist.

Metamorphosen in Öl und als Aquarell

Mit einer Gruppe seiner hier gezeigten Arbeiten zitiert Hanbeck Potskarte und Briefmarke in einem, indem er bunte Aquarelle im Postkartenformat mit den gezackten Umrandungen von Briefmarkenbögen rahmt. Hanbeck vertraut hier wie auch in großformatigen Bildern auf die Strahlkraft der Farben. Um die gesamte Farbenpalette einsetzen zu können und wirken zu lassen, hat er sich in einer Reihe von Arbeiten auf das Motiv des buntschillernden Hahns konzentriert. Einige ebenso bunte Insekten scheinen aus einer Vielzahl von Einzelteilen zusammengefügt und gleichen einem Bausatz oder einer Bastelanleitung. Die Titel der Arbeiten dienen als Interpretationshilfe oder Diskussionsgrundlage.

Neben diesen Arbeiten aus dem Bereich der Fauna arbeitet Hanbeck auch symbolistisch. Dabei verknüpft er den Realismus der Abbildung mit der Symbolkraft der Komposition. So finden sich Bildkompositionen mit technischen Elementen, die den Eindruck vermitteln, als seien sie in stoffliche Texturen eingewoben. Ein dritte Gruppe bildet die der Metamorphose". Diese Verwandlung lässt sich an einigen Bildern verfolgen, auf denen Tiere sich nach und nach in abstrakte Zeichen verwandeln, die schließlich Buchstaben oder fantasievollen Schriftzeichen ähneln. Oder verwandeln sich hier doch Buchstaben und Zeichen nach und nach in Tiere? Dies ist eine Frage der Perspektive und Lesart.

Der chinesische Künstler Nguyen Ngoc Lien kommentiert die Wirkung von Hanbecks Bildern folgendermaßen: In Wahrheit ist es das Bild, das uns betrachtet, wenn wir es betrachten. Ich schloss für einen Augenblick meine Augen und dachte über den Satz nach: Welche Augen haben mich angesehen, als ich in Hanbecks Bilder sah? ... Und so fliegen die Striche über das Blatt Papier, über die Leinwand und die Linien und die Leiterbahnen, alles, was sie berühren wird zur Begegnung."

Zum Künstler: Zaven Peter Hanbeck

Geboren am 11. Mai 1938 in Teheran / 1960 - 1963 Studium an der Fakultät der Schönen Künste der Universität Teheran / 1963 - 1969 Sprachstudium am Institut für Übersetzen und Dolmetschen der Universität des Saarlandes / seit 1970 in Augsburg ansässig / seit 1975 mehrfache Teilnahme an der Großen Schwäbischen Kunstausstellung / zahlreiche weitere Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland / Werke in öffentlichem Besitz und in privaten Sammlungen.
_______________________

Weitere Informationen:

http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/de/ausstellungen/archiv_2008/hanbeck.html