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UPD 130/09 - 07.07.2009

Am 9. Juli 2009 im S-Planetarium Augsburg:

Makro - Mikro - Nano: Technologie der Zukunft oder hype?

Der Physiker und Nanowissenschaftler Achim Wixforth eröffnet die Reihe "University Talks Future" zum Augsburger "Jahr der Wissenschaft 2009"


Augsburg/KPP - Die Nanotechnologie als eine - oder die? - Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts ist Thema des Auftakts zu der Reihe "University Talks Future", mit der die Universität Augsburg bis in den Dezember 2009 hinein an sieben Abenden zur "Forschungsexpedition Deutschland" ins S-Planetarium Augsburg einlädt. "Wir freuen uns sehr, dass uns die Stadtsparkasse Augsburg ihr Planetarium zur Verfügung stellt und damit dieser Vortragsreihe, die dem Motto des aktuellen Wissenschaftsjahrs entsprechend zum Weiterdenken einlädt, das passende Ambiente verschafft", so Konstanze Fröhlich, die für die Beiträge der Universität Augsburg zum "Jahr der Wissenschaft 2009" konzeptionell und organisatorisch verantwortlich zeichnet.

"Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen werden Aspekte aus ihrem jeweiligen Forschungsgebiet darstellen und über Perspektiven und Zukünfte sprechen, die sich in diesem fachlichen Kontext abzeichnen", erläutert Frölich die Idee der Vortragsreihe. "Dazu gehört auch, dass die zwei Referentinnen und fünf Referenten im Anschluss an der Vortrag mit dem Publikum weiterdenken und darüber diskutieren werden, wie sich Wissen und Gesellschaft in Zukunft entwickeln könnten."

Los geht es am kommenden Donnerstag, dem 9. Juli, mit Prof. Dr. Achim Wixforth, der an der Universität Augsburg den Lehrstuhl für Experimentalphysik I innehat und mit seiner Arbeitsgruppe maßgeblich am Exzellenz-Cluster "Nanosystems Initiave Munich" (NIM) beteiligt ist.

Der Vortrag: Nano - Technologie der Zukunft oder hype?

Nanotechnologie ist heute in aller Munde: Vom Science Fiction-Film über die Tagespresse bis hinein in die Chefetagen großer Geldinstitute - überall ist sie präsent, überall wird über sie spekuliert, bisweilen wird sie als die "Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts" gehandelt.

Was steckt hinter diesen Spekulationen und Erwartungen? Wie er in seinem Vortrag am 9. Juli diese Frage angehen wird, umreißt Wixforth folgendermaßen: "Mit der Entdeckung der Zugriffsmöglichkeiten auf die einzelnen Bausteine der Materie sowie mit dem damit zunehmenden Verständnis der Selbstorganisation dieser Bausteine hat weltweit die industrielle Eroberung nanoskaliger Dimensionen begonnen. Die Vorsilbe "Nano" - die im Altgriechischen 'Zwerg' bedeutet - bezeichnet einen Größenbereich, der einhundertfach kleiner als derjenige derzeitiger Bauelemente ist. Sowohl durch Einsatz neuer physikalischer Instrumente und Verfahren, als auch durch die Nutzung von Bauplänen der belebten und unbelebten Natur zum selbstorganisierenden Aufbau von Materie können heute künstliche Systeme hergestellt werden, die deutlich kleiner als lebende Zellen sind. In meinem Vortrag will ich anhand unterschiedlichster Beispiele vermitteln, was mit solchen Systemen heute bereits möglich ist, ich will aber auch über Visionen sprechen und diskutieren, die wir zwar heute schon haben, deren praktische Realisierung aber noch aussteht."

Der Referent: Prof. Dr. Achim Wixforth

Achim Wixforth hat in Hamburg Physik studiert und im Jahre 1987 über Halbleitermikrostrukturen bei tiefen Temperaturen und in hohen Magnetfeldern promoviert. Danach ging er als postdoc an die Universiity of California in Santa Barbara, wo er sich mit dem Wachstum von Halbleiterschichtstrukturen beschäftigte. Hier arbeitete er mit dem Pionier der Halbleiterelektronik und späteren Nobelpreisträger Herbert Krömer zusammen. Nach Deutschland zurückgekehrt, folgte er einem Angebot der LMU München, an der er sich im Jahre 1994 mit einer Arbeit über kollektive Anregungen in hoch beweglichen Elektronengasen habilitierte. 1998 wurde Wixforth mit dem renommierten Walter-Schottky-Preis für Festkörperforschung ausgezeichnet.

Zwei Jahre später gründete er zusammen mit ehemaligen Doktoranden eine Firma an der Nahtstelle zwischen Nanotechnologie, Biologie, Biophysik und Medizin. Mit einer Größe von rund 40 Mitarbeitern wurde dieser "Bayerische Mittelstandsbetrieb des Jahres 2002" nach nur fünf Jahren zu 100 Prozent von dem japanischen Olympus-Konzern übernommen - als Keimzelle eines von Olympus 2007 in München-Großhadern dann errichteten, 350 Mitarbeiter zählenden Forschungsinstituts.

Seit 2002 ist Wixforth Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik I an der Universität Augsburg. Seine mehr als 50 Mitglieder zählende Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit hoch aktueller und interdisziplinärer Forschung im Bereich der Nanowissenschaften zwischen Festkörper-Quantensystemen und dem Studium biologischer Vorgänge auf der Nanoskala.

Wixforth ist Inhaber von über 40 Patenten und Autor bzw. Koautor von über 180 wissenschaftlichen Publikationen. Seine Arbeitsgruppe ist prominentes Mitglied der "Nanosystems Initiave Munich" (NIM), einem der ausgezeichneten Cluster in der Exzellenzinitiative des Bundes.

University Talks Future: die Reihe

Nach dem nanotechnologischen Auftakt am 9. Juli wird es am 22. Juli mit "University Talks Future" und einem ganz anderen Thema bereits weitergehen: "Zukunft der Ökumene - Ökumene der Zukunft" lautet der Titel, mit dem Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Lehrstuhl für Evangelische Theologie/Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen) seinen Beitrag überschrieben hat.

Nach der Sommerpause folgen dann

  • am 28.September Prof. Dr. Dr. Werner Wiater (Pädagogik) mit "Erziehung in Zeiten der Globalisierung. Zwischen Weltoffenheit und dem Bedürfnis nach Beheimatung"
  • am 20. Oktober Prof. Dr. Armin Reller (Festkörperchemie/Ressourcenstrategie) mit "Droge Konsum - Rache Ruin? - Ressourcenkreisläufe der Zukunft"
  • am 11. November Prof. Dr. Christian Schröer (Philosophie) mit "Verantwortung für eine veränderte Welt"
  • am 24 November Prof. Dr. Beate Gsell (Rechtwissenschaft) "Aktuelle Entwicklungen im Europäischen Verbraucherrecht" und
  • am 7. Dezember schließlich Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel (Europäische Ethnologie) mit "Von Nachtwandlern und Mondsüchtigen. Online-Enzyklopädien und der Mythos vom Fortschritt des Wissens".
Erst das All, dann der Vortrag

Die Veranstaltungen der Reihe "University Talks Future" beginnen jeweils um 19.00 Uhr im Sparkassen-Planetarium Augsburg (Augusta-Arkaden, Ludwigsstraße 2, 86150 Augsburg). Dem Vortrag geht zur Einstimmung stets eine rund 30-minütige Show des Planetariums voraus.

Anmeldung erforderlich

Da im S-Planetarium Augsburg nur 70 Plätze zur Verfügung stehen, ist Anmeldung zwingend erforderlich. Interessentinnen und Interessenten werden gebeten, sich per Email an konstanze.froelich@praesidium.uni-augsburg.de zu wenden. Soweit noch Plätze verfügbar sind, erfolgt eine verbindliche Reservierungsbestätigung.

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Ansprechpartnerin:

Konstanze Frölich
Telefon 0821/598-4117
konstanze.froelich@praesidium.uni-augsburg.de