Suche

UPD 226a/09 - 05.12.2009

Colloquium Augustanum

Unternehmen Enzyklopädie - Universales Wissen auf "nationalen" Buchmärkten im 18. Jahrhundert


Am Montag, dem 7. Dezember 2009 referiert im Colloquium Augustanum die Berliner Historikerin PD. Dr. Ina Ulrike Paul über Art und Weise des Handels enzyklopädischer Universallexika im 18. Jahrhundert. Wie gestaltete sich das Verhältnis von Händlern, Verlegern und Leserschaft? Welche Kriterien bestimmen Gestaltung und Inhalt derartiger Lexika? Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr im Hörsaal III des Großen Hörsaalzentrums, Universitätsstraße 10.

Vom Handel mit Büchern

Zu allen Zeiten ging es bei Büchern nicht allein um deren Inhalte, sondern auch um das Geschäft mit ihnen. Der Tausch von oder der Handel mit gedruckten Manuskripten war die eigentliche Voraussetzung dafür, sich mit deren Inhalten auseinandersetzen zu können. Im 18. Jahrhundert waren auf diesem Buchmarkt die häufig in Personalunion agierenden Verleger und Buchhändler daher sowohl Anbieter als auch Händler. Die späteren Leserinnen und Leser fungierten vor ihrer Lektüre zuerst einmal als Zielgruppe und Kaufinteressierte. Speziell mit den damals modernsten Wissensmedien, den in der Herstellung aufwändigen, teuren und repräsentativen enzyklopädischen Universallexika, ließen sich in ganz Europa "glänzende Geschäfte" (Robert Darnton) machen. In ganz Europa? Eine der interessanten Voraussetzungen und zugleich auch Folgen dieser erhofftermaßen lukrativen Transaktionen auf den boomenden europäischen Buchmärkten des 18. Jahrhunderts war die Art und Weise, in der die "marktanalytische" Geschäftspolitik von Verleger-Drucker-Buchhändlern und Autoren die Darbietung des enzyklopädischen Wissens an die jeweiligen nationalen' Konsumentenkreise anpasste und selbst dessen Inhalte prägte.

Zur Person

Dr. Ina Ulrike Paul ist Privatdozentin für Neuere deutsche und europäische Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin und seit 2009 Geschäftsführerin des Zentralinstituts studium plus der Universität der Bundeswehr in München. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen u.a. Aufstieg ins Großbürgertum: Lebensweg und Lebenserinnerungen des Geheimen Regierungsrates Heinrich Ferdinand Philipp von Sybel (1781 - 1870). Ein Beitrag zur Geschichte des rheinischen Bildungs- und Wirtschaftsbürgertums, München 1990; mit Hagen Schulze (Hg.): Europäische Geschichte. Quellen und Materialien, München 1994; Württemberg 1797 - 1816/19. Quellen und Studien zur Entstehung des modernen württembergischen Staates, 2 Bände, München 2005.
______________________

Zeit und Ort:

Montag, 7.12. 2009
18.00 Uhr
Universität Augsburg
Hörsaal III (Gebäude C)

Kontakt:

Stefan Paulus
Universität Augsburg
Institut für Europäische Kulturgeschichte
Tel.: +49 (0)821/598 - 5843,
stefan.paulus@iek.uni-augsburg.de
______________________

Weitere Vorträge im Colloquium Augustanum:

25. Januar 2010
"... mit singen, lesen und beten fleißig geübet." Lied, Gesangbuch und evangelische Frömmigkeit in der Frühen Neuzeit | Prof. Dr. Patrice Veit, Paris/Göttingen

1. Februar 2010
Muslime und Provençalen in Apulien (Capitanata) zur Zeit der Staufer und Anjou | Prof. Dr. Michael Matheus, Rom
______________________

Alle Vortragsreihen und Ringvorlesungen des Wintersemesters 2009/10 im Überblick:

http://www.uni-augsburg.de/upd/2009/2009_192/