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UPD 152/10 - 09.07.2010

Professor Erich Krautz-Preis 2009 für Dr. Stefan Paetel

Die mit rund 15.000 Euro Auszeichnung für die beste Augsburger Physik-Doktorarbeit des vergangenen Jahres wird am 15. Juli 2010 verliehen. / Mit einem Festvortrag des bekannten TV-Wissenschaftlers Prof. Dr. Harald Lesch im Rahmen eines umfangreichen Physik-Programms zum Tag der offenen Universität


Augsburg/JM/KPP - Für seine am Augsburger Lehrstuhl für Experimentalphysik VI (Prof. Dr. Jochen Mannhart) angefertigte Dissertation "Study of Interface Properties in LaAlO3/SrTiO3 Heterostructures" erhält der Physiker Dr. Stefan Paetel (geb. Thiel) den Professor Erich Krautz-Preis 2009. Diese mit 15.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung, die an der Universität Augsburg vergeben wird, würdigt jährlich die beste Dissertation, die im jeweils zurückliegenden Akademischen Jahr am Institut für Physik eingereicht wurde. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, dem 15. Juli 2010, zwischen 14.00 und 15.00 Uhr im Rahmen des Vortrags "Es geht in der Welt mit rechten Dingen zu" statt, den der bekannte TV-Wissenschaftlers Prof. Dr. Harald Lesch als Gast zum Physik-Programm des Tags der Offenen Universität beisteuert (mehr zu diesem Programm im Anhang dieser Pressemitteilung).

Neuartige zweidimensionale Elektronensysteme

Die Augsburger Universitätsstiftung und das Institut für Physik würdigen mit dieser Auszeichnung Paetels "Aufsehen erregende Leistungen zur Erforschung zweidimensionaler Elektronensysteme in oxidischen Heterostrukturen". Konkret ist es Paetel in seiner summa cum laude-Dissertation gelungen, mit atomarer Präzision Schichten aus Isolatoren so zu stapeln, dass an der Grenzfläche leitfähige, zweidimensionale Elektronensysteme mit neuen elektronischen Eigenschaften entstehen. Er konnte diese Systeme strukturieren, ihre Eigenschaften messen und damit entscheidende Fortschritte beim Verständnis der Funktion der neuen Elektronensysteme erzielen.

Paetels Forschungsarbeiten finden auf internationaler Ebene große Beachtung und haben unter anderem zu mehreren Publikationen in den höchst renommierten Journalen "Science", "Nature" und "Nature Materials" geführt (siehe z. B. http://idw-online.de/pages/de/news323717, http://idw-online.de/pages/de/news301763, http://idw-online.de/pages/de/news292489, http://idw-online.de/pages/de/ news227452, http://idw-online.de/pages/de/news173391).

Der Preisträger Dr. Stefan Paetel

Dr. Stefan Paetel (geb. Thiel), Jahrgang 1979, hat von 1999 bis 2004 an der Universität Augsburg Physik studiert. Das Thema seiner am Lehrstuhl für Experimentalphysik VI geschriebenen Diplomarbeit waren "Transport Measurements on Oxide Heterostructures". Während seiner anschließenden Tätigkeit als Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Experimentalphysik VI entstand zwischen 2005 und 2008 seine Doktorarbeit mit dem Titel "Study of Interface Properties in LaAlO3/SrTiO3 Heterostructures". 2007 erhielt Paetel den THIOX Award der European Science Foundation für ausgezeichnete Forschung im Bereich der Elektronengase in oxidischen Heterostrukturen.?Seit Oktober 2009 arbeitet er am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Stuttgart, wo er Möglichkeiten der Optimierung von Solarzellen erforscht.

Der Professor Erich Krautz-Preis

Mit einer in die Stiftung der Universität eingegangenen Zuwendung, deren jährliche Erträge sich derzeit auf rund 15.000 Euro belaufen, hat der mittlerweile verstorbene Physiker Prof. Dr. Erich Krautz in seinem Testament die Grundlage für einen nach ihm benannten Preis geschaffen. Mit diesem derzeit höchstdotierten Preis, der an der Universität Augsburg vergeben wird, wird dem Stifterwillen entsprechend jährlich die beste Dissertation auszeichnet, die im jeweils zurückliegenden Akademischen Jahr am Institut für Physik eingereicht wurde. Von den 15.000 Euro gehen 2.500 an den Preisträger persönlich, der Restbetrag ist für Forschungsarbeiten im Themengebiet der preisgekrönten Dissertation vorgesehen.
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Fotos zu dieser Pressemitteilung:

http://idw-online.de/pages/de/news378765
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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jochen Mannhart
T 0821/598-3650

jochen.mannhart@physik.uni-augsburg.de

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ANHANG: Physik und Materialwissenschaften am Tag der offenen Universität

Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Veranstaltung mit dem bekannten TV-Wissenschaftler Prof. Dr. Harald Lesch (Universitätssternwarte der LMU München) statt. Als Gast steuert Lesch einen Vortrag mit dem Titel "Es geht in der Welt mit rechten Dingen zu" zu dem umfangreichen Programm bei, mit dem sich das Institut für Physik am Tag der offenen Universität beteiligt, zu dem die Universität Augsburg anlässlich ihres 40-jährigen Gründungsjubiläums unter dem Motto "Schatzinsel des Wissens - entdecken, staunen, lernen" am 15. Juli 2010 auf ihren Campus einlädt.

Vorträge zum Magnetismus, zur Nanotechnologie, zum Elektrosmog und zur Quantenphysik

Neben dem Vortrag Leschs (14.00 - 15.00 Uhr) umfasst das Physik-Programm vier weitere Vorträge, die sich ausdrücklich an ein interessiertes Laienpublikum und insbesondere auch an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wenden:

  •  11.00 - 12.00: Magnetismus von der Antike in das moderne Augsburg (Prof. Dr. Dieter Vollhardt): Die anziehenden und abstoßenden Kräfte des Magnetismus sind der Menschheit schon seit Tausenden von Jahren bekannt. Der Ursprung des Magnetismus war allerdings lange völlig rätselhaft. In einem allgemeinverständlichen Vortrag erläutert Prof. Dr. Dieter Vollhardt - Preisträger der Max-Planck-Medaille 2010 - wichtige Etappen in der Geschichte des Magnetismus und seiner Erforschung.
  • 12.30 - 13.10: Makro-Mikro-Nano: There's plenty of room at the bottom (Prof. Dr. Achim Wixforth): "Nanotechnologie" ist heutzutage in aller Munde: Vom Science-Fiction-Film über die Tagespresse bis hinein in die Chefetagen großer Geldinstitute wird über sie diskutiert und spekuliert. Sie wird zuweilen auch als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Was steckt eigentlich dahinter? Prof. Dr. Achim Wixforth wird heute bereits Mögliches anhand verschiedenster Beispiele vorstellen, aber auch auf die Visionen eingehen, deren praktische Realisierung noch aussteht.
  • 13.30-14.15: Elektrosmog und Mobilfunk (Dr. Norbert Büttgen und Dipl.-Phys. Rudolf Gulich): Ausgehend von einem Überblick elektromagnetischer Felder im Alltag befasst sich der Vortrag mit den Funktionsweisen und gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks. Der Aufbau eines Mobilfunknetzes, die Eigenschaften von kommerziellen Sende-/Empfangsanlagen und deren biologische Wirkung sind Themen, zu denen Experimente durchgeführt und eigene Forschungsresultate vorgestellt werden.
  • 15.30 - 16.30: Die Quantenphysik und Ihr Außenknöchel (Prof. Dr. Jochen Mannhart): In ihren geisterhaften Erscheinungen scheint die Quantenwelt bizarr und fern unserer täglichen Routine zu sein. Dennoch werden die Phänomene der Quantenphysik für unseren Alltag immer wichtiger. Schon heute werden sie mit großem Erfolg zum Energiesparen und in der Medizintechnik genutzt, wie der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Jochen Mannhart in diesem Vortrag zeigen wird.

Präsentationen, Laborführungen, Experimente

Zudem stehen mehrere Präsentationen, Vorführungen, Experimente und Mitmach-Aktionen zur Nanotechnologie, zum Kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK) und zur Faserverbundtechnik sowie zu Funktionalen Dünnschichten auf dem "Schatzinsel des Wissens"-Programm der Physik und der Materialwissenschaften:

  • 11.00 - 17.00: Faszination Nanotechnologie: Als Gast auf dem Campus präsentiert die Nanoinitiative Bayern "kleinste Welten". Die Besucher können mit Mikroskopen Nanoteilchen sehen, bei Experimenten mitmachen und in einem Nano-Kino eine Reise durch die Nanotechnologie unternehmen.
  • 11.00 - 17.00: Dem CFK auf der Spur: Am Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung werden anhand von Bauteilen aus leichtem, aber sehr stabilem kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) der Aufbau dieses Materials und verschiedene Einsatzmöglichkeiten erläutert. Am Rasterelektronenmikroskop kann der mikrostrukturelle Aufbau dieses zukunftsträchtigen Werkstoffs in 10.000-facher Vergrößerung gesehen werden.
  • 11.00 - 17.00: CFK - Werkstoff der Zukunft: Die Anwendung kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe und Keramiken stellt eine Schlüsseltechnologie für ressourcenschonende aber gleichzeitig hochleistungsfähige Produkte in vielen Bereichen dar. Anhand von Präsentationen und Exponaten - u. a. ein Audi R8 und ein Roadster der Firma roding - werden in dieser Gemeinschaftsveranstaltung des AMU, des Lehrstuhls für Experimentalphysik II (Prof. Dr. Siegfried Horn) und der Firma SGL Carbon GmbH, Meitingen, die Produktion und verschiedene Anwendungen dieser Werkstoffklasse erklärt. Vorträge dazu finden um 11.00 und um 15.00 Uhr statt.
  • 11.00 - 17.00: Automatisierung in der Faserverbundtechnik: In einem Info-Pavillon stellt sich daas Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie (ZLP) der Deutschen Luft- und Raumfahrt (DLR) vor und spannt den Bogen vom Werkstoff Faserverbundkunststoff bis hin zur Automatisierung in der Fertigung von Faserverbundstrukturen. Die Besucher erhalten einen Einblick in die Faserverbundwelt und können die Vorteile des Werkstoffs selbst erleben.
  • 13.00, 14.00 und 15.00: Funktionale Dünnschichten: In einer dreimal angebotenen 45-minütigen Führung durch seine Labors präsentiert der Lehrstuhl für Experimentalphysik IV (Prof. Dr. Bernd Stritzker) seine aktuellen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet funktionaler Dünnschichten. Dazu gehören Diamantschichten für die Neutronenstreuung und diamantartiger Kohlenstoff für medizinische Anwendungen, oxidische Schichten für sensorische Anwendungen sowie anorganische und organische Halbleiterschichtsysteme für die Optoelektronik und die Energietechnik.

Wohlstandmüll als Problem und Ressource der Zukunft

  • 13.15 - 14.45: "Geographie des Abfalls - 'Endprodukte' unserer Wohlstandsgesellschaft" ist der Titel eines offenen Seminars des neu am Institut für Physik angesiedelten Lehrstuhls für Ressourcenstrategien: Das heutige Müllaufkommen und die Vielfalt der im Müll enthaltenen Stoffe repräsentieren in vielfacher Hinsicht unsere heutige Gesellschaft und unseren modernen Lebensstil. Prof. Dr. Armin Reller behandelt in diesem Seminar die verschiedenen, insbesondere gesundheitlichen und ökologischen Probleme, aber auch neue Chancen im Umgang mit Müll als einer wertvollen Ressource der Zukunft.

Mausefallenantrieb und Magnetschwebebahn "Lummerland"

Zwischen 11.00 und 12.00 haben die Besucher der "Schatzinsel des Wissens" die Möglichkeit, live beim Finale des "Physik Contest 2010" dabei zu sein. Physik-Studentinnen und Studenten waren beim diesjährigen Wettbewerb aufgerufen, ein Gerät zu konstruieren, das aus einer Mausefalle einen mechanischen Antrieb für ein Fahrzeug kreiert.

Und für alle, die sie noch nicht kennen: Um 11.30 und um 13.30 zeigt die Magnetschwebebahn "Lummerland" des Physik-Instituts wieder einmal, wie es möglich ist, sich reibungsfrei und energiesparend fortzubewegen. Anders als herkömmliche Magnetschwebebahnen benutzt das Modell "Lummerland" supraleitende Magnete, die zwar eine sehr tiefe Temperatur von -196° C brauchen, aber dafür Strom überflüssig machen.

Physik und Materialwissenschaften an der Universität Augsburg studieren

Fortgeschrittene Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die am 15. Juli 2010 nicht nur für einen Tag "Physik satt" erleben wollen, sondern in einem Physik-Studium eventuell ihre Zukunft sehen, sind eingeladen, sich von 14.15 bis 15.00 Uhr die Augsburger Physik-Studiengänge ausführlich vorstellen zu lassen.
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Das Physik-Programm am Tag der offenen Universität:

http://www.uni-augsburg.de/projekte/schatzinsel/MNF_Physik

Das Gesamtprogramm des Tags der offenen Universität zum Download:

http://www.uni-augsburg.de/projekte/schatzinsel/materialien/Programm_Schatzinsel.pdf