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UPD 122/11 - 22.06.2011

Ernst Mach-Medaille für Prof. Dr. Dieter Vollhardt

Die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik ehrt den Augsburger Physiker mit ihrer höchsten Auszeichnung für Verdienste um die Physik


Augsburg/KPP - "For Merit in the Physical Sciences" zeichnet die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik seit 1996 international herausragende Vertreter des Fachs mit der Ernst Mach Honorary Medal aus. Diesjähriger Träger dieser Auszeichnung ist Prof. Dr. Dieter Vollhardt, Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Physik III/Elektronische Korrelationen und Magnetismus am Institut für Physik der Universität Augsburg und Träger der Max-Planck-Medaille 2010.

"Von der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik in die Reihe der Ernst-Mach-Medaillienträger aufgenommen zu werden", so Vollhardt, "empfinde ich als große Ehre und zugleich als Zeichen der Anerkennung meiner über zwanzig Jahre zurückreichenden Verbundenheit und fruchtbaren Zusammenarbeit mit theoretischen Physikern der Akademie." Von 1990 bis 1994 war Dr. Vaclav Janis, der jetzt Professor an der Karls-Universität in Prag und stellvertretender Direktor des Instituts für Physik der Akademie der Wissenschaften ist, als Alexander von Humboldt-Fellow an Vollhardts damaligem Lehrstuhl an der RWTH Aachen. Und von 2006 bis 2009 forschte Dr. Jan Kunes - inzwischen ebenfalls leitender Wissenschaftler an der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik - als Alexander von Humboldt-Fellow an Vollhardts Augsburger Lehrstuhl.

Ernst Mach - einer der bedeutendsten Wissenschaftler des späten 19. Jahrhunderts

Die Ernst Mach-Ehrenmedaille für Verdienste in der Physik wurde am 12. Dezember 1995 durch die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik inauguriert, um herausragende wissenschaftliche Ergebnisse auf dem Gebiet der Physik zu würdigen. Sie ist benannt nach einem der bedeutendsten Wissenschaftler des späten 19. Jahrhunderts. Die Forschungsinteressen Ernst Machs (1838-1916) lagen insbesondere auf dem Gebiet der experimentellen Physik - der Optik, der Mechanik und der Wellendynamik. Von Mach stammen darüber hinaus auch wichtige Beiträge zur Physiologie der Sinneswahrnehmung und zur Wissenschaftsphilosophie.

Mach-Zahl und Machscher Kegel

Im Jahr 1867 wurde Ernst Mach als Professor an die Karls-Universität in Prag berufen, wo er 28 Jahre lang den Lehrstuhl für Experimentalphysik innehatte. Er entwickelte optische und photographische Techniken zur Messung von Schallwellen und der Wellenausbreitung. Weiterhin erarbeitete er die Grundlagen der Physik des Überschalls. Nach ihm benannt ist die "Mach-Zahl", die das Verhältnis der Geschwindigkeit eines Körpers zur Schallgeschwindigkeit des umgebenden Systems angibt, ebenso der "Machsche Kegel" von Schockwellen. Mit seiner Kritik der Newtonschen Mechanik war Mach ein Wegbereiter für Einsteins Relativitätstheorie.

Zur Person: Prof. Dr. Dieter Vollhardt

Prof. Dr. Dieter Vollhardt ist seit 1996 Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Physik III im damals am Institut für Physik der Universität Augsburg errichteten Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus (EKM). Seine Forschungsgebiete sind die Theorie elektronischer Korrelationen und des Magnetismus, insbesondere die realistische Modellierung elektronisch korrelierter Materialien, ungeordnete Systeme sowie normal- und supraflüssiges Helium3. Er ist Autor (mit P. Wölfle, Karlsruhe) des Buches "The Superfluid Phases of Helium3" (Taylor & Francis, 1990). 1999 bis 2005 war er deutscher Vertreter in der Kommission C5 (Tiefe Temperaturen) der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP). Hier hat er an dem 2004 erschienen Buch "Physics Now" der IUPAP mitgearbeitet, das einen Überblick über den aktuellen Stand der Physik gibt.

Nachdem er bereits von 2000 bis 2009 Sprecher des sehr erfolgreichen Augsburger DFG-Sonderforschungsbereichs 484 "Kooperative Phänomene im Festkörper: Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgraden" war, leitet Vollhardt mittlerweile die DFG-Forschergruppe FOR1346 "Dynamical Mean-Field Approach with Predictive Power for Strongly Correlated Materials". In der Nachfolge seines EKM-Kollegen Prof. Dr. Mannhart, der an das Stuttgarter MPI für Festkörperforschung wechselte, fungiert er zusätzlich als Interims-Sprecher des DFG-Transregio TTR 80 "From Electronic Correlations to Functionality" (Augsburg, München, Stuttgart).

Vollhardts wegweisende Forschungsergebnisse wurden 2006 bereits mit dem Europhysics Prize der European Physical Society und 2010 mit der Max-Planck-Medaille - der höchsten Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) für Theoretische Physiker - gewürdigt. Ebenfalls 2010 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
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Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news429525
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Kontakt:

Prof. Dr. Dieter Vollhardt
Lehrstuhl für Theoretische Physik III
Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus
Institut für Physik
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49(0)821-598-3700
dieter.vollhardt@physik.uni-augsburg.de
http://www.physik.uni-augsburg.de/theo3/index.vollha.shtml