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UPD 227/11 - 20.11.2011

Am 28. November 2011 im Physikalischen Kolloquium:

Über Redlichkeit in der Wissenschaft

Der Heidelberger Physiker Prof. Dr. Siegfried Hunklinger spricht als ehemaliger "Ombudsman für die Wissenschaft" über die verschiedenen Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens und die Bedeutung der Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis.


Augsburg/KPP - Plagiataffären, in die Personen des öffentlichen Lebens verstrickt waren und sind, werden derzeit als spektakuläre Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens heftig diskutiert. Als Gast im Physikalischen Kolloquium der Universität Augsburg wird am 28. November 2011 Prof. Dr. Siegfried Hunklinger vom Kirchhoff-Institut für Physik der Universität Heidelberg diese Diskussion mit einem Vortrag über "Redlichkeit in der Wissenschaft" aufgreifen. Der Heidelberger Physiker gehörte bis Mai 2011 sechs Jahre lang dem von der DFG 1999 in Reaktion auf Datenfälschungen eingerichteten "Ombudsman für die Wissenschaft" (OdW) an.

In den 1990er Jahren wurde ein spektakulärer Fall von Fälschung wissenschaftlicher Daten aufgedeckt, der die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DGF) veranlasste, eine internationale Kommission ins Leben zu rufen mit dem Auftrag, Empfehlungen zur "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" zu formulieren. Diese Empfehlungen wurden 1998 dann in einer gleichnamigen Denkschrift veröffentlicht, um Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen als Grundlage für entsprechende lokale Bestimmungen zu dienen.

"Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis"

U. a. empfahl die Denkschrift zur "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" der DFG die Einrichtung einer unabhängigen Instanz, die - mit den nötigen Arbeitsmitteln ausgestattet - "allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Beratung und Unterstützung in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis und ihrer Verletzung durch wissenschaftliche Unredlichkeit zur Verfügung steht und jährlich darüber öffentlich berichtet." Die DFG folgte dieser Empfehlung 1999 mit der Einrichtung des "Ombudsman für die Wissenschaft", eines dreiköpfigen Gremiums von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einschlägiger DFG-Erfahrung aus den Bereichen Biowissenschaften, Geisteswissenschaften und Natur- bzw. Ingenieurswissenschaften.

Von der Datenfälschung bis zum Mobbing

Der Heidelberger Physiker Prof. Dr. Siegfried Hunklinger gehörte diesem Ombudsgremium zwei Amtszeiten lang von 2005 bis Mai 2011 an. Aufgrund seiner aus dieser Tätigkeit resultierenden Erfahrungen wird er in seinem Augsburger Vortrag am 28. November Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, wie sie im Forschungsalltag von der Datenfälschung über die Verweigerung der Ko-Autorschaft bis hin zum Mobbing durchaus anzutreffen sind, thematisieren, um anhand entsprechender Vorfälle die Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis zu erläutern und um deren Bedeutung zu diskutieren. Er wird dabei auch Einblicke in die Arbeitsweise des "Ombudsman für die Wissenschaft" geben.

Am 28. November um 17.15 Uhr im Physik-Hörsaalzentrum

Der Vortrag Hunklingers beginnt am Montag, dem 28. November 2011, um 17.15 Uhr im Hörsaal 1004 des Physik-Hörsaalzentrums (Gebäude T, Universitätsstraße 1, 86159 Augsburg). Alle Interessierten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
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Zum "Ombudsman für die Wissenschaft":

http://www.ombudsman-fuer-die-wissenschaft.de/

Die Denkschrift "Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis":

http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_0198.pdf

Gesamtprogramm des Physikalischen Kolloquiums im WS 2011/12:

http://www.physik.uni-augsburg.de/events/pk/