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UPD 231/11 - 24.11.2011

Die Studentinnen und Studenten der Universität Augsburg bauen sich ihr eigenes Haus

Auf der Basis einer von der Studierendenvertretung erarbeiteten Projektskizze "Prisma - Kultur. Begegnung. Vielfalt" wird schon bald ein aus Studienbeitragseinnahmen finanziertes Studierendenhaus die Qualität des studentischenLebens auf dem Augsburger Campus signifikant und nachhaltig befördern.


Augsburg/KPP - Der Titel "Prisma - Kultur. Begegnung. Vielfalt" steht für ein Projekt der Studierendenschaft der Universität Augsburg, dessen Realisierung in Form eines Studierendenhauses auf dem Augsburger Universitätscampus jetzt in greifbare Nähe gerückt ist: Im Einvernehmen mit der Universitätsleitung will die Studierendenvertretung rund 4 Mio. Euro aus Studienbeitragseinnahmen in einen Neubau mit rund 800 Quadratmetern Nutzfläche investieren, dessen Kern ein Studierendencafé als zentraler Ort für kulturelle, gesellschaftliche und politische Veranstaltungen sein soll. Daneben soll das Haus, das zwischen dem Physik-Hörsaalzentrum und der Kindertagesstätte - und damit im Herzen des Campus und seiner Erweiterungsflächen - errichtet werden soll, Büro- und Besprechungsräume für die Studierendenvertretung und die Fachschaften sowie flexible Lern- und Studierräume für alle Studierenden der Universität beherbergen.

"Wir sind uns alle einig, dass die Realisierung dieses ehrgeizigen Projekts die Studienbedingungen unter vielfältigen Aspekten elementar und nachhaltig verbessern wird", so Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Kevin Ansorg, AStA-Vorsitzender und Mitglied des Sprecherrats, ergänzt: "Der Wunsch, ein 'Studentencafé' auf dem Campus zu haben, ist unter den Augsburger Studentinnen und Studenten weit verbreitet und nicht neu. Wir haben bereits vor zwei Jahren die Rücklage von 150.000 Euro aus Studienbeitragseinnahmen beschlossen, um eventuell wenigstens eine kleine und provisorische Umsetzung dieser Idee in Angriff nehmen zu können. Die in den letzten Jahren aufgelaufenen Liquiditätsreserven aus Studienbeitragen und die Notwendigkeit diese Reserven nun rasch, aber gleichwohl sinnvoll und zweckentsprechend abzubauen, eröffnen jetzt die einmalige Chance, in Sachen Studierendenhaus Nägel mit Köpfen zu machen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass die Universitätsleitung das umfassende Konzept, das wir unter dem Titel 'Prisma' vorgelegt haben und dem das Studierendenhaus im wahrsten Sinne Raum und Gestalt geben soll, nicht nur konstruktiv aufgegriffen hat, sondern bereit ist, dieses Projekt engagiert mit zu tragen."

Ideeller und realer Raum für freien Diskurs

Der Leitgedanke, an dem "Prisma" ausgerichtet ist, wurzelt in einem umfassenden humanistischen Bildungsideal, dem eine Universität dann gerecht wird, wenn sie ideellen wie realen Raum bietet für konstruktiven Austausch und freien Diskurs. "Prisma" beruft sich dabei speziell auch auf das Motto der Universität Augsburg: "Scientia et conscientia" besage nicht zuletzt, dass die Studierenden sich eben nicht nur Wissen aneignen sollen, sondern dass sie aufgerufen sind, sich selbstständig und eigenverantwortlich mit kulturellen, gesellschaftlichen und ethischen Fragen und Problemen zu befassen, die über den Horizont des eigene Fachstudiums hinausweisen.

Ich und meine Universität

"Mit 'Bologna'", meint Felix Senner, der Mitglied des Sprecherrats ist und die Idee eines aus Studienbeitragseinnahmen finanzierten "Studentencafés" bereits als Vorgänger Ansorgs im AStA-Vorsitz hochgehalten hat, "besteht die Gefahr, dass zum einen das Studium für viele Studierende mehr und mehr zum Durchlauferhitzer auf dem Weg in den Beruf degeneriert, dass eine etwas tiefer gehende und nachhaltige Auseinandersetzung mit Problemen immer weniger stattfindet und dass das Interesse an wichtigen Themen, mit denen sich keine Leistungspunkte einfahren lassen, verkümmert. Zum anderen", so Senner weiter, "gräbt all dies aber auch dem das Wasser ab, was man gemeinhin unter 'studentischem Leben' versteht. Gerade eine Universität wie die unsere, die 'draußen vor der Stadt' liegt, muss dieses studentische Leben auf dem Campus kultivieren, wenn sie Wert darauf legt, dass ihre Studentinnen und Studenten sich mit ihr identifizieren können und dass ihr dementsprechend ihre Absolventinnen und Absolventen auch nach dem Studium verbunden bleiben."

Im Zentrum: (mehr als) ein "Café"

Die Hauptrolle bei der Realisierung dessen, was Senner hier mit "studentischem Leben auf dem Campus" oder mit "studieren und leben auf dem Campus" umschreibt, kommt im "Prisma"-Konzept dem "Café" zu, das eben nicht nur räumlich, sondern auch thematisch das Herzstück des Studierendenhauses sein soll. Hinter "Café" verbirgt sich dabei weit mehr, als der Name zunächst suggeriert: "Was wir im Auge haben, ist weder eine weitere, vielleicht etwas 'gemütlichere' Cafeteria noch eine herkömmliche 'Studentenkneipe'. Unsere Pläne gehen in Richtung eines flexiblen Raumkonzepts, das dieses 'Café' als Ort für Begegnung und Diskussion ebenso nutzbar macht wie als 'Bühne' für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Themen- oder Jobmessen, Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte, politische oder kulturelle Veranstaltungen jeglicher Art sollen fester Bestandteil des alltäglichen Betriebs im Café werden", erläutert AStA-Vorstandsmitglied und Sprecherrätin Corinne Ivanova..

Raum jenseits "Bolognas" und für die Vertretung studentischer Interessen

Auch die im "Prisma"-Konzept vorgesehenen Lern- und Studierbereiche folgen der Leitperspektive, den Studierenden auf dem Campus ein flexibles Angebot produktivitäts- und kreativitätsfördernder (Frei-)Räume zu schaffen - sei es für Gruppenarbeit, sei es für zurückgezogenes und konzentriertes individuelles Lernen. Und dass auch die Studierendenvertretung mit ihren Büros im neuen Studierendenhaus angesiedelt werden soll, liegt auf der Hand, zumal die derzeitigen beengten Platzverhältnisse, die noch dieselben sind wie in der Mitte der 1980er Jahre, und das Fehlen eines eigenen Sitzungsraums für die studentischen Gremien den nicht zuletzt parallel zu den Studierendenzahlen gewachsenen Ansprüchen an die Studierendenvertreterinnen und -vertreter und ihre Arbeit kaum noch gerecht werden können.

In studentischer Hand

Dem "Geist" des Projekts "Prisma - Kultur. Begegnung. Vielfalt." entspricht es, dass zwischen der Studierendenvertretung und der Universitätsleitung ein Konsens besteht, demzufolge das Studierendenhaus von der Studierendenschaft gemäß den rechtlichen Rahmenbedingungen geleitet und selbst verwaltet werden wird. Eine bereits formulierte Rahmenvereinbarung besagt, dass zu diesem Zweck eine Projektleitung und eine Geschäftsführung installiert werden sollen, wobei bei der Ausschreibung und Besetzung der jeweils befristet zu besetzenden Positionen in der Projektleitung und Geschäftsführung der studentische Sprecherrat ein Mitbestimmungsrecht ausüben wird.

Dank auch ans Ministerium

Die Rahmenvereinbarung besagt darüber hinaus, dass das Studierendenhaus als eine sog. "Große Baumaßnahme" realisiert und aus Studienbeitragseinnahmen finanziert werden soll. "Wir sind sehr froh darüber, dass uns das Wissenschaftsministerium hierfür sein Einverständnis signalisiert und nicht darauf bestanden hat, dass Studienbeiträge nur in 'Kleine Baumaßnahmen' mit einem Volumen bis zu einer Million Euro investiert werden dürfen, wie wir sie jetzt zugleich für Erweiterungsbauten unserer Juristischen und unsere Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Angriff nehmen werden", so Präsidentin Doering-Manteuffel. Sie führe dieses Entgegenkommen des Ministeriums nicht zuletzt auf die Schlüssigkeit und Überzeugungskraft der von der Studierendenvertretung in kürzester Zeit erarbeiteten "Prisma"-Projektskizze zurück.

Die Präsidentin gibt ihr Wort

"Ich selbst", so Doering-Manteuffel, "bin mir mit meinen Kollegen im Leitungsgremium und mit den Dekanen unserer sieben Fakultäten einig in der Überzeugung, dass wir die strukturell bedingte Problematik noch nicht verausgabter Studienbeitragseinnahmen durch die zügige Umsetzung des von unserer Studierendenvertretung unterbreiteten "Prisma"-Projekts so lösen können, dass diese Studienbeitragseinnahmen in geradezu vorbildlich nachhaltiger Weise unseren Studentinnen und Studenten zugute kommen werden. Und ich stehe dafür, dass die zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bis ins Letzte klärbaren Details dann, wenn sie spruchreif sind, zwischen Universitätsleitung und Studierendenschaft so geregelt werden, dass das geplante Studierendenhaus auf unserem Campus so wird und dauerhaft bleibt, wie es die Projektskizze 'Prisma' intendiert."
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Ansprechpartner:

Projektgruppe "Prisma"
c/o Studentischer Sprecherrat
Telefon 0821/598-5168
prisma@asta.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem
Sprecher der Universitätsleitung
Telefon 0821/598-2096
klaus.prem@presse.uni-augsburg.de