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UPD 240/11 - 09.12.2011

Am 12. Dezember um 18.15 Uhr:

Die Erfindung des neuzeitlichen Naturrechts

Vortrag von Prof. Dr. Merio Scattola im Colloquium Augustanum des Instituts für Europäische Kulturgeschichte


Augsburg/ChF/KPP - In der ersten von insgesamt fünf Veranstaltung des Colloquium Augustanum in diesem Wintersemester referiert am kommenden Montag, dem 12. Dezember 2011, Prof. Dr. Merio Scattola von der Universität Padua über "Die Erfindung des neuzeitlichen Naturrechts". Der Vortrag beginnt um 18.15 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).

Bereits die alten Griechen sprachen von "Naturrecht" bzw. "Naturgesetz", und seit der Spätantike ist das Naturrecht fester Bestandteil der juristischen, theologischen und moralphilosophischen Argumentation. Die Lehre vom Naturrecht erfuhr seither ein nahezu ununterbrochenes Interesse, das erst im Laufe des 19. Jahrhunderts an Intensität verlor, um schließlich im 20. Jahrhundert von unterschiedlichen Seiten wiederbelebt zu werden. In dieser durch erstaunliche Dauerhaftigkeit geprägten Geschichte des Naturrechts lassen sich verschiedene Epochen erkennen, die sich weniger durch ihre Inhalte, als vielmehr durch die Form der jeweiligen wissenschaftlichen Argumentation voneinander unterscheiden. Verfolgt man die Geschichte des Naturrechts entlang grundsätzlicher epistemischer Kategorien wie beispielsweise "Prinzip", "System" und "Methode", dann eröffnet sich eine erstaunliche Perspektive, in der nicht nur das Schicksal dieser Disziplin, sondern auch tiefe und bedeutende Umbrüche und Wechsel in der Erfahrung menschlichen Wissens sichtbar werden.

Zum Referenten:

Merio Scattola, Jahrgang 1962, ist Professor für Politische Ideengeschichte an der Universität Padua. 2010 war er als Mercator-Professor Gast am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität. Seine Forschungsinteressen gelten der Wissenschaftsgeschichte der praktischen Philosophie, der politischen Theologie und den Wechselbeziehungen zwischen Literatur und politischem Denken. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: La nascita delle scienze dello stato, Mailand 1994; Das Naturrecht vor dem Naturrecht, Tübingen 1999; L'utopia delle passioni, Padua 2002; Dalla virtù alla scienza. La fondazione e la trasformazione della disciplina politica nell'età moderna, Mailand 2003; Krieg des Wissens - Wissen des Krieges, Padua 2005; Teologia politica, Bologna 2007.
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Weitere Vorträge im Colloquium Augustanum:

19. Dezember 2011:
Prof. Dr. Marc C. Schurr (Grenoble): Kopie, Zitat, Mode - zur Rezeption der französischen Gotik in Deutschland

16. Januar 2012:
Prof. Dr. Peter Hersche (Bern): Barock als Gegenkultur??Eine Spurensicherung im 20. Jahrhundert

23. Januar 2012
Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke (Berlin): Alexander der Große zwischen Ost und West

30. Januar 2012
Prof. Dr. Andreas Speer (Köln): "... und lernete leben". Meister Eckhart - ein 'mittelalterlicher' Denker für unsere Zeit?

Alle Vorträge beginnen jeweils um 18.15 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums.
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Ansprechpartner:

Dr. Stefan Paulus
Institut für Europäische Kulturgeschichte
Telefon 0821/598-5843
stefan.paulus@iek.uni-augsburg.de