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UPD 205/12 - 03.12.2012                                 Meldung als pdf

Responding to Complex Diversity in Europe and Canada

Prof. Dr. Peter A. Kraus, neuer Professor für vergleichende Politikwissenschaft, bringt die Federführung beim ESF-Forschungsnetzwerk RECODE von Helsinki mit nach Augsburg.


Peter_A__Kraus_upd Augsburg/KPP - Mit knapp 400.000 Euro fördert die European Science Foundation (ESF) das internationale und interdisziplinär vergleichende Forschungsnetzwerk "Responding to Complex Diversity in Europe an Canada" (RECODE). Die Federführung liegt seit dem Start des Verbundprojektes im Jahr 2010 bei Prof. Dr. Peter A. Kraus, der - bislang Professor am Centre for Research on Ethnic Relations and Nationalism (CEREN) der University of Helsinki - jüngst einem Ruf an die Universität Augsburg gefolgt ist. Als Inhaber des neuen Lehrstuhls für Politikwissenschaft (mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika)hat Kraus von seinem in Ruhestand gegangenen Vorgänger Prof. Dr. Rainer-Olaf Schultze zugleich die Leitung des Instituts für Kanada-Studien übernommen. Dazu passend bringt er die Federführung eines groß angelegten ESF-Projekts mit nach Augsburg, das die Entwicklung postindustrieller Gesellschaften in Richtung "komplexer Vielfalt" in vergleichender europäisch-kanadischer Perspektive untersucht.

Anspruch und Ziel des interdisziplinär vergleichenden Forschungsprogramm ist es herauszuarbeiten, in welchem Ausmaß Prozesse der Transnationalisierung und der Migration, der religiösen Mobilisierung und der kulturellen Ausdifferenzierung in postindustriellen Gesellschaften neue soziale Konfliktkonstellation hervorbringen, die sich begrifflich als "komplexe Diversität" fassen lassen.
 
Die RECODE-Leitidee ist, dass die Entwicklung hin zu solch einer "komplexen Vielfalt" sich zwar weltweit vollzieht, in besonderem Ausmaß aber in europäisch geprägten Gesellschaften, in denen soziale Ansprüche und Rechte, Supranationalität und kulturelle Ausdifferenzierung einen besonders hohen Grad an Legitimität genießen, die jedoch keineswegs immer widerspruchsfrei ist. Vor diesem Hintergrund betrachtet, zeigt Kanada im Vergleich mit Europa eine Reihe interessanter Ähnlichkeiten, aber auch zahlreiche Unterschiede. Das Forschungsnetzwerk RECODE versucht deshalb, die Verwerfungen und die normativen Fragen zu identifizieren, die durch die Entwicklung hin zu einer "complex diversity" diesseits und jenseits des Atlantiks auszumachen sind. Zugleich soll die Expertise entwickelt werden, über die Akteure in Institutionen der Gesellschaft, der Politik und der Kultur verfügen müssen, um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein.
 
Die Bereiche, die von vier RECODE-Sektionen im beschriebenen Zusammenhang konkret untersucht und verglichen werden, sind Sprachenvielfalt und politische Kommunikation, religiöser Pluralismus, Transnationalismus sowie Multikulturalität und Sozialpolitik.
 
Die Zusammensetzung des von Kraus geleiteten RECODE-Steuerungskomitees spiegelt die Internationalität des ESF-Forschungsnetzwerks: Seine 13 europäischen Mitglieder kommen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, der Schweiz und Spanien. Als kanadischer Experte wirkt Prof. Dr. Keith G. Banting von der Queen's University, Kingston, Ontario mit. Unterstützt wird die Arbeit des Komitees vom Programmkoordinator Ivan Greguric M.A., der zugleich als Mitarbeiter im Bereich vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Augsburg tätig ist.
 
Das Forschungsnetzwerk RECODE - von der European Science Foundation (ESF), einer Dachorganisation nationaler europäischer Forschungsförderungseinrichtungen, für den Zeitraum Juni 2010 bis Juni 2014 mit knapp 400.000 Euro gefördert - konkretisiert sich in Form einer Reihe gemeinsamer von Workshops, von denen bislang vier - in Helsinki, Neuchatel, Oslo und Aalborg - stattgefunden haben. Vier weitere solcher Workshops sowie eine Summer School für Postgraduierte stehen für die beiden kommenden Jahre noch auf der Agenda, wobei der Abschlussworkshop im Herbst 2014 voraussichtlich in Augsburg stattfinden wird. Die vier RECODE-Themensektionen präsentieren ihre Forschungsergebnisse fortlaufend als Arbeitspapiere auf der Verbund-Homepage. Auf dieser Grundlage wird zum Projektende eine Reihe von Buchpublikationen erscheinen.
 
„Es fügt sich, wie ich meine, ausgezeichnet", so Kraus, „dass ich mit RECODE im Gepäck gerade zu einem Zeitpunkt hierher zurückkehre, an dem die Universität Augsburg sich entschlossen zeigt, besonderes Gewicht auf die internationale Vernetzung und die Förderung internationaler Forschungskooperationen auch im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zu legen."
 
Zur Person: Prof. Dr. Peter A. Kraus

Peter A. Kraus, 1960 in Barcelona geboren, kehrt insofern nach Augsburg zurück, als er hier am Peutinger-Gymnasium sein Abitur gemacht und an der Universität Augsburg dann die ersten beiden Jahre seines Studiums in Soziologie, Politikwissenschaft und Romanistik absolviert hat, bevor er an die Universität Bielefeld wechselte, an der er 1988 den Diplomabschluss in Soziologie machte. 1994 promovierte er an der Goethe-Universität Frankfurt bei den Professoren Hans-Jürgen Puhle und Claus Offe in Politikwissenschaft mit einer Dissertation über das Modell der Autonomen Gemeinschaften in Spanien. Die Habilitation in Politikwissenschaft erfolgte 2003 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer "Union der Vielfalt?" betitelten Studie über Verfassung, kulturelle Identität und Sprachenfrage in Europa.
 
Bis zu seinem Wechsel an die Universität Augsburg war Kraus seit 2006 Professor am Centre for Research on Ethnic Relations and Nationalism (CEREN) der University of Helsinki. Abstecher auf dem Weg dorthin führten ihn u. a. an die Universität Mannheim, an die New School for Social Research, New York, ans Center for European Studies der Harvard University und ans Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Die Liste seiner Veröffentlichungen zählt fünf Monographien - zwei weitere sind derzeit in Vorbereitung - sowie über hundert weitere Publikationen zu seinen Forschungsschwerpunkten. Zu diesen zählen ethnische Beziehungen, Nationalität und Immigration, vergleichende politische Soziologie und Kulturanalyse, moderne Demokratien und Theorie der Demokratie sowie Europapolitik und die europäische Integration.
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RECODE-Hompage:
http://www.recode.fi
http://www.philso.uni-augsburg.de/recode
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Kontakt:
Prof. Dr. Peter A. Kraus
Vergleichende Politikwissenschaft/Institut für Kanada-Studien
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49(0)821-598-5263
peter.kraus@phil.uni-augsburg.de
 
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Pressebild zum Download: Prof. Dr. Peter A. Kraus