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UPD 216/12 - 13.12.2012                                 Meldung als pdf

Aktuelles Forschungsrating des Wissenschaftsrats bestätigt:

Anglistisch‐amerikanistische Spitzenforschung an der Universität Augsburg

Neu entwickeltes Bewertungsverfahren bestätigt das bislang stets hervorragende Abschneiden der Augsburger Anglistik und Amerikanistik in gängigen Rankings, zeigt zugleich aber auch, wie und wo man genau hinschauen muss, wenn man Forschungsleistung in den Geisteswissenschaften aussagekräftig messen will.


zapf_middeke_updAugsburg/KPP Fünfmal "herausragend/sehr gut", sechsmal "sehr gut" und viermal "sehr gut/gut": Mit dieser Bewertungsbilanz für die nach jeweils vier Kriterien beurteilten vier Teilbereiche "Englische Sprachwissenschaft", "Anglistik: Literatur und Kulturwissenschaft", "Amerikastudien" und "Fachdidaktik Englisch" findet sich die Universität Augsburg in der absoluten Spitzengruppe der 54 deutschen Universitäten und sechs Pädagogischen Hochschulen, die der Wissenschaftsrat mit seinem ersten "Forschungsrating Anglistik/Amerikanistik" unter die Lupe genommen hat.

"Wenngleich wir von unseren Anglisten und Amerikanisten in den vergangenen Jahren an ihr stets hervorragendes Abschneiden bei den gängigen Rankings gewissermaßen 'gewöhnt' worden sind, besteht hier, wie ich meine, besonderer Anlass zur Gratulation", kommentiert Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel das hervorragende Augsburger Ergebnis. "Denn mit seinem erstmals auf eine geisteswissenschaftliche Disziplin angewandten Rating-Verfahren legt der Wissenschaftsrat ausgefeilte und den Spezifika der jeweiligen Disziplin gerecht werdende Maßstäbe an, die zu ungleich aussagekräftigeren und belastbareren Untersuchungsergebnissen führen, als wir sie bislang kennen."

Auch die Augsburger Anglisten und Amerikanisten selbst zeigen sich "höchst zufrieden, dass das Forschungsrating des Wissenschaftsrats die hervorragenden Ergebnisse der letzten CHE Rankings für unser Fach nicht nur bestätigt, sondern in quantitativer und speziell auch qualitativer Hinsicht sogar noch übertrifft", betont Fachsprecher Prof. Dr. Martin Middeke, Inhaber des Lehrstuhls für Englische Literaturwissenschaft.

 

Deutschlandweit unter den Top 5

In der Summe der Ergebnisse in den in einem unabhängigen peer‐review Verfahren untersuchten zentralen Kriterien "Forschungsqualität", "Reputation", "Forschungsermöglichung" und "Transfer an außeruniversitäre Adressaten" bescheinigt das Rating des Wissenschaftsrats der Augsburger Anglistik/Amerikanistik in der Tat die Zugehörigkeit zu den Top 5 Departments in Deutschland, und dies gilt in der gesamten Breite des Faches von Sprachwissenschaft über die englische und amerikanische Literatur‐ und Kulturwissenschaft bis hin zur Fachdidaktik.

 

Innovativ, originell, theoretisch‐methodisch stringent und mit internationaler Ausstrahlung

In den zentralen Parametern "Forschungsqualität", "Reputation" und "Forschungsermöglichung" erreicht die Augsburger Anglistik und Amerikanistik in der Summe einen Faktor von 4,1, was einem Rating zwischen "sehr gut" und "herausragend" entspricht. "Damit", so Middeke, "ist nicht nur dokumentiert, dass wir im Bewertungszeitraum zwischen 2004 und 2010 innovative und originelle Forschung vorgelegt haben, sondern dass sich unsere Forschungsarbeiten auch durch theoretisch-methodologische Stringenz auszeichnen, dass sie über große internationale Ausstrahlung verfügen und dass sie Forschungsdiskussionen international angestoßen haben."

Ausgezeichnete Reputation und exzellente Nachwuchsarbeit

Mit dieser internationalen Sichtbarkeit korrelieren auch die ausgezeichneten Reputationswerte, die sich u. a. in zahlreichen Preisen, Stipendien, Gastprofessuren, Herausgeberschaften, Gutachtertätigkeiten sowie Mitgliedschaften in internationalen Advisory‐ und Editorial Boards manifestieren. "Mit Nachdruck zeigt dieses Rating auch, dass wir besonders stolz auf einen hervorragenden akademischen Mittelbau und damit auf exzellente Nachwuchsarbeit und Forschungsermöglichung sein können", betont Middeke. Dies dokumentiere sich nicht nur in der Zahl der erfolgreichen Promovendinnen und Promovenden sowie Habilitandinnen und Habilitanden und in deren exzellenten internationalen Stipendien und Fellowships (u. a. in London, Berkeley und Harvard), sondern auch in mannigfaltigen internationalen Tagungen, Workshops und Netzwerken und in der Einwerbung von Drittmitteln. Abgerundet wird der hervorragende Gesamteindruck von einem überzeugenden Transfer von Forschungsleistungen an außeruniversitäre Adressaten in weitreichenden Weiterbildungsangeboten, Kooperationen sowie in der Herstellung von Lehrmaterialien.

 

Messung von Forschungsleistung in den Geisteswissenschaften

Über die Freude am hervorragenden Augsburger Abschneiden hinaus sind für Middekes Kollegen Prof. Dr. Hubert Zapf, Inhaber des Lehrstuhls für Amerikanistik, die Ergebnisse dieses Pilot-Forschungsratings für die Geisteswissenschaften unter diversen Gesichtspunkten allgemein höchst aufschlussreich. Zapf zählte zu der auf Vorschlag der entsprechenden Fachverbände, der DFG und des Wissenschaftsrats zusammengesetzten 20‐köpfigen Gutachtergruppe, die seit dem Frühjahr 2011 den Auftrag hatte, exemplarisch am Fach Anglistik/Amerikanistik tragfähige Kriterien für ein aussagekräftiges Forschungsrating in geisteswissenschaftlichen Disziplinen zu erarbeiten und ein peer-review-Verfahren zu entwickeln, das die Stärken und Schwächen in der Forschungsleistung in einer der jeweiligen Wissenskultur angemessenen Weise ermittelt (siehe http://idw-online.de/de/news417495).

 

Drittmittel sind nicht alles und fein kann auch klein sein

"Wenn man, wie jetzt bei diesem Anglistik/Amerikanistik‐Rating erstmals geschehen, nicht mit den Pauschalkriterien kommerzieller Rankings, sondern mit solch einem spezifische Wissenskulturen berücksichtigenden Verfahren an die Forschungsleistungsmessung herangeht, dann ergeben sich m. E. drei zentrale Einsichten:

1. Die Forschungsqualität in geisteswissenschaftlichen Fächern hängt nicht signifikant mit der Höhe eingeworbener Drittmittel zusammen. Drittmitteleinwerbung stellt somit kein hinreichendes oder zentrales Kriterium für die Bewertung der Forschungsleistung geisteswissenschaftlicher Fächer dar.

2. Sehr gute bis herausragende Forschungsbewertungen wurden nicht nur an große, breit aufgestellte Institute, sondern auch an mittlere und kleinere Universitätsinstitute vergeben. Sehr gute Forschungsleistungen in geisteswissenschaftlichen Fächern sind also in Deutschland über die ganze Universitätslandschaft verteilt und keineswegs auf wenige forschungsstarke Universitäten beschränkt.

3. Bewertet wurden zwar prinzipiell die Einrichtungen als ganze, doch wurde gleichzeitig deutlich, dass die Forschungsleistung in geisteswissenschaftlichen Fächern wesentlich an die Kreativität einzelner Forscherpersönlichkeiten gebunden ist."

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Mehr zum WR‐Forschungsrating Anglistik/Amerikanistik:

http://www.wissenschaftsrat.de/arbeitsbereiche‐arbeitsprogramm/forschungsrating/anglistikamerikanistik.html

Anglistik/Amerikanistik an der Universität Augsburg:

http://www.philhist.uni‐augsburg.de/de/lehrstuehle/anglistik

Ansprechpartner

zum Augsburger Abschneiden beim WR‐Anglistik/Amerikanistik‐Rating:
Prof. Dr. Martin Middeke
Telefon 0821/598-2746
martin.middeke@phil.uni‐augsburg.de

... zur Methodik des Ratings: Prof. Dr. Hubert Zapf, Telefon 0821/598-2480, hubert.zapf@phil.uni‐augsburg.de

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Pressebilder:

Zapf___Holscher_prDer Augsburger Amerikanist Prof. Dr. Hubert Zapf
Zapf zählte zum 20-köpfigen Gutachtergremium, das das Rating-Verfahren zur Messung der Forschungsleistung geisteswissenschaftlicher Fächer entwickelt und am Beispiel der Anglistik/Amerikanistik erstmals umgesetzt hat.
Foto: Christa Holscher

Middeke_prProf. Dr. Martin Middeke
Der Sprecher der Augsburger Anglisten und Amerikanisten, sieht das gewohnt gute Abschneiden seines Fachbreichs bei üblichen Rankings durch das WR-Forschungsratin eindrucksvoll bestätigt und untermauert.
Foto: privat