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UPD 46a/13 - 01.04.2013                                 Meldung als pdf

Heute exklusiv bei augsburg.tv:

Materialwissenschaftler machen Augsburgs Kaisermeile zum weißen Pflaster

Neuartige Beschichtungsmethode macht endlich Schluss mit bürgerlicher Erregung über fleckige Bürgersteige / OB Gribl betrachtet das an der Universität Augsburg entwickelte Verfahren als wegweisend auch für andere Städte, die keine Probleme haben, und kündigt Patentanmeldung an.


Augsburg/KPP - In einem 3-minütigen Beitrag berichtet augsburg.tv heute exklusiv und ausführlich über ein völlig neues, in den Labors der Materialwissenschaften der Universität Augsburg entwickeltes Beschichtungsverfahren, mit dem sich jetzt ein ebenso baldiges wie glückliches Ende der seit Monaten anhaltenden und die Berichterstattung der lokalen Medien dominierenden Diskussion über die zum Schmuddeln neigende Neubepflasterung der Augsburger Maximilianstraße abzeichnet.

War es eigentlich immer schon das grobe Kopfsteinpflaster des Rathausplatzes und der Fußgängerzone, das die High Heels-Fraktion der Augsburger Bürgerschaft bisweilen ins Wanken und andauernd zum Meckern brachte, so ist es jetzt die neue Bepflasterung der Augsburger "Kaisermeile" - bürgerlich: Maximilianstraße -, die endlos Stoff für Leserbriefe bietet: Sie, diese neue Bepflasterung, ist zwar völlig plan, und wer auch hier planlos - zu hoher Absatz kommt vor dem Fall! - über sein ungeeignetes Schuhwerk stolpert, ist definitiv selber schuld, aber: Die nagelneuen Natursteinplatten der eigens verbreiterten Gehwege entlang der Fuggerhäuser und Clubs sind leider freundlich hell und werden schmutzig, wenn man in hochhackigen oder auch flachen Straßenschuhen auf ihnen flaniert.

Anwendungspotential weit über Augsburg hinaus

Getreu dem Augsburger Universitätsmotto "Scientia et conscientia", das man mit "Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung" übersetzen kann, hat eine Arbeitsgruppe der bekanntermaßen dezidiert anwendungsorientierten Materialwissenschaften am Institut für Physik der Universität Augsburg sich dieses Problems engagiert angenommen und es in Rekordzeit gelöst.

Die Forscher um den renommierten Beschichtungsexperten und langjährigen ehemaligen Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Experimentalphysik IV, Prof. Dr. Bernd Stritzker, haben eine spezielle, schmutz- und flüssigkeitsabweisende Gehsteigpflasterbeschichtung entwickelt, deren Anwendungspotential weit nicht nur über die Maximilianstraße, sondern über ganz Augsburg hinausweist und das auch für andere Städte, die mit Flecken auf Bürgersteigen zu kämpfen haben, modellhaft und richtungweisend sein könnte.

Kein Schmutz kann kleben bleiben

In dem augsburg.tv-Beitrag, der heute erstmals exklusiv über die Neuentwicklung berichtet wird, erläutert Stritzker, dass es sich um ein Plasmaverfahren handle, bei dem ein spezielles Gas, über das er zum gegenwärtigen Zeitpunkt verständlicherweise noch keine nähere Auskunft geben wolle, durch eine Mikrowelle "zersetzt" werde, um sich dann auf dem Pflaster abzuscheiden. Die vor Ort in den Augsburger Physik-Labors gedrehten a.tv-Aufnahmen dokumentieren anschaulich und eindrucksvoll den sensationellen sogenannten "Lotus-Effekt" dieses Verfahrens: "Kein Schmutz kann kleben bleiben, Flüssigkeiten perlen einfach ab!"

Fortschritt Transparenz

Besonders hervorzuheben ist, dass die Beschichtung praktisch unsichtbar ist. Durch einen Trick bei der Zusammensetzung des verwendeten Gases, so Stritzker, sei es gelungen, Transparenz sicherzustellen, während bisherige Bemühungen um Pflastersteinbeschichtungen immer zu grauen Ergebnissen geführt hätten. Und grau werden die Pflastersteine ja von selber.

Beschichtung in situ

Auch dafür, dass die Pflastersteine zur Beschichtung nicht aufwändig von der Maxstraße in die Physik-Labors auf dem Augsburger Campus gebracht werden müssen, haben die Materialwissenschaftler bereits gesorgt. Parallel zur Ausklüngelung des ersten transparenten Gehwegpflasterbeschichtungsverfahren selbst haben sie auch bereits eine mobile Anlage konstruiert, mit der das Pflaster in situ absolut flüssigkeits- und v. a. schmutzabweisend beschichtet werden kann.

"Wir sind momentan dabei, ein Patent anzumelden."

Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl äußert sich rundum zufrieden über die Ergebnisse, die dieses ehrgeizige Wissenschaft-Praxis-Gemeinschaftsprojekt der Augsburger Materialwissenschaften und der Stadt Augsburg binnen kürzester Zeit hervorgebracht hat. Die neue Pflasterbeschichtungsmethode sei schließlich nicht nur auf den Brennpunkt Maxstraße anwendbar, sondern überall, wo es um homogene Platzgestaltung gehe - und das nicht nur in Augsburg, sondern auch in anderen Städten. Nur konsequent vor diesem Hintergrund scheint Gribls Ankündigung: "Wir sind momentan auch schon dabei, ein Patent anzumelden - zusammen mit der Universität Augsburg." Die Entwicklungskosten, die im Zusammenhang mit dem Projekt entstanden sind, glaubt die Stadt nach Auskunft Gribls in Kürze dadurch wettmachen zu können, dass die teuren Staßenreinigungsarbeiten auf der Kaisermeile v. a. nach Partynächten jetzt dann ja der Vergangenheit angehören werden, da - wie gesagt - kein Schmutz kleben bleiben kann und Flüssigkeiten einfach abperlen werden.

Pflasterbeschichtung

 

 

Schmuddeliges Gehsteigpflaster in Augsburgs "guter Stube" (oben) wird dank des "Lotus-Effekts" (unten) der von Augsburger Materialwissenschaftlern entwickelten völlig transparenten Pflasterbeschichtung bald der Vergangenheit angehören.

 

 

 

 

 

Stritzker-K__rner

Chef-Beschichter Stritzker und sein Kollege Dr. Timo Körner vom Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg sind zuversichtlich, dass sich das von ihnen entwickelte Verfahren sogar auf runde Pflastersteine wird anwenden lassen. Schreenshots: augsburg.tv

 

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Der a.tv-Beitrag über die an der Universität Augsburg entwickelte schmutzabweisende Maximilianstraßenpflasterbeschichtung in voller Länge unter:

http://www.augsburg.tv/aktuell/teflon-pflaster-fuer-die-maxstrasse-01_04_2013.html