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UPD 199/13 - 05.11.2013                                 Meldung als pdf

Gemeinsame Pressemitteilung der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen und der Universität Augsburg:

Der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" geht in diesem Jahr an den Physiker und Materialwissenschaftler Dr. Stephan Krohns

Preisverleihung mit Festvortrag von Prof. Manfred Hirt am 4. Dezember 2013 um 18.30 Uhr in der Leonhardskapelle der Fuggerei zu Augsburg. Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.


Krohns_3-Satzinger_Nov13Augsburg/ALM/KPP - Seine Promotion "Grenzflächenpolarisationen in Übergangsmetalloxiden: Von der Grundlagenforschung zur Anwendung", mit der er im Februar 2010 am Lehrstuhl für Experimentalphysik V der Universität Augsburg promoviert hat, sowie seine weiteren Publikationen in herausragenden Zeitschriften wie Nature Materials, bringen dem Materialwissenschaftler Dr. Stephan Krohns den mit 10.000 Euro dotierten "Fuggerpreis für die Wissenschaft", der in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben wird. Zur Preisverleihung laden das Fürstlich und Gräflich Fuggersche Familienseniorat und die Universität Augsburg die Vertreterinnen und Vertreter der Medien für den 4. Dezember 2013 in die Leonhardskapelle der Fuggerei zu Augsburg ein.

Dr. Stephan Krohns, Mitarbeiter am Augsburger Lehrstuhl für Experimentalphysik V/EKM, ist Träger des diesjährigen "Fuggerpreises für die Wissenschaft". Foto: Klaus Satzinger-Viel

 

Nach Auffassung der fünfköpfigen Jury entsprechen die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen von Krohns sowohl hinsichtlich ihres Erkenntnisinteresses als auch unter dem Gesichtspunkt ihrer Qualität hervorragend den Zielsetzungen und Ansprüchen des "Fuggerpreises für die Wissenschaft", der 2009 errichtet und 2010 erstmals verliehen wurde (siehe http://idw-online.de/pages/de/news355646).

 

Fuggerpreis in Fuggertradition

Der Preis soll alle zwei Jahre an eine Nachwuchswissenschaftlerin bzw. an einen Nachwuchswissenschaftler der Universität Augsburg gehen, die oder der sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzt. Sein so ausgerichtetes wissenschaftsförderndes Engagement sieht das Haus Fugger in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In dieser Traditionslinie gesehen werden kann auch jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg, zu der Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött im Frühjahr 1966 in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud, in der wie im November 2010 bei der erstmaligen Verleihung des neuen "Fuggerpreises für die Wissenschaft" auch dieses Jahr gefeiert wird.

Wissenschaftliche Konsequenzen aus historischer und aktueller Krisenerfahrung

Seine fachliche Ausrichtung stellt dieser Wissenschaftspreis über die eingeforderte Komponente gesellschaftlicher Verantwortung hinaus in einen ganz konkreten, seit der jüngsten Finanzkrise gewissermaßen tagesaktuellen Zusammenhang mit der Fugger-Geschichte: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es im Gründungspapier des Preises, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

Verantwortungsbewusste Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und Risikoabwägung

Soweit die Wissenschaft gefordert ist, verlangt die aktuelle globale Finanzkrise zuallererst nach der Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden, die Unternehmen zu einer verantwortungsbewussten Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und realistischer Risikokalkulation befähigen. In der vernetzten Gegenwart und einer noch vernetzteren Zukunft reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, um überzeugende Konzepte und Lösungen zu generieren: Gefordert ist vielmehr interdisziplinäres Wissen - vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements und der Wirtschaftsinformatik. Denn die Komplexität der Wertschöpfungsnetzwerke und die aus dieser Komplexität resultierenden Herausforderungen können - unternehmensintern wie unternehmensübergreifend - nur mehr durch entsprechend komplexe neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements beherrscht werden. Nur wenn die Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst sind bzw. werden, kann ein der aktuellen Finanzkrise vergleichbarer Einbruch in Zukunft vielleicht vermieden oder in seinen Ausmaßen zumindest kalkulierbar gemacht werden. Das Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement, das gemeinsam mit den Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen den "Fuggerpreis für die Wissenschaft" verleiht, beschäftigt sich sowohl in der Lehre als auch in Forschungs- und Praxisprojekten mit den interdisziplinären Herausforderungen der Wirtschaftsinformatik, insbesondere in den Bereichen Finanz- und Informationsmanagement.

Zum Preisträger

Dr. Stephan Krohns (Jahrgang 1980) studierte von 2001 bis 2006 Materialwissenschaften an der Universität Augsburg. Von 2006 bis 2010 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Experimentalphysik V der Universität Augsburg verantwortlich für ein Teilprojekt in einem europäischen Verbundprojekt. Die Promotion "Grenzflächenpolarisationen in Übergangsmetalloxiden: Von der Grundlagenforschung zur Anwendung" schloss er im Februar 2010 mit Auszeichnung ab. Seit 2010 arbeitet er an der Universität Augsburg am Institut für Materials Resource Management mit am Aufbau des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen, strebt die Habilitation im Bereich Experimentalphysik an und leitet seit August 2012 eine BMBF geförderte Nachwuchsgruppe mit dem interdisziplinären Thema "Entwicklung ressourcen-effizienter Kondensatoren zur Energiekurzzeitspeicherung". Mit dieser interdisziplinären Arbeitsweise und Zusammenarbeit am Institut für Materials Resource Management erfüllt Krohns nach Auffassung der Jury die Kriterien des Preises in herausragender Art und Weise.

 

Das denkbar breite Spektrum von Fragestellungen aus den Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsingenieurwesen und der Wirtschaftsgeschichte, das sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg bietet, die mit außergewöhnlichen Forschungsleistungen in den Wettbewerb um den Fuggerpreis eintreten, zeigt sich in der Breite der Qualifikationen der Preisträger der vergangenen Jahre: In der kumulative Doktorarbeit und seinen darüber hinausgehenden wissenschaftlichen Arbeiten , für die er 2010 als erster mit dem "Fuggerpreis für die Wissenschaft" ausgezeichnet wurde, lieferte der Wirtschaftsinformatiker Dr. Maximilian Röglinger "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik". Mit dem zweiten Preis wurde Dr. Maximilian Kalus für seine Studie "Pfeffer – Kupfer – Nachrichten. Kaufmannsnetzwerke und Handelsstrukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts" ausgezeichnet.

Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen

Zur feierlichen Verleihung des "Fuggerpreises für die Wissenschaft" am 4. Dezember 2013 um 18.30 Uhr in der Leonhardskapelle der Fuggerei zu Augsburg sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

An die Begrüßung durch S. D. Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen und Vizepräsident Prof. Dr. Henning Rosenau sowie an ein Statement über den Forschungsrahmen von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl schließt sich der Festvortrag von Prof. Dr. Manfred Hirt an. Nach der Laudatio durch Prof. Dr. Alois Loidl, einem Referat des Preisträgers Dr. Stephan Krohns und der Übergabe des Preises durch S. D. Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen klingt die Veranstaltung bei einem Sektempfang aus.

Wegen der begrenzten Platzkapazität der Leonhardskapelle werden an der Teilnahme interessierte Medienvertreterinnen und -vertreter um baldmöglichste Anmeldung bei den Fuggerschen Stiftungen gebeten - telefonisch unter 0821/31988111 oder per Email an info@fugger.de

 

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