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UPD 222/13 - 14.12.2013                                 Meldung als pdf

Am 16. Dezember um 18.00 Uhr:

Vom homo academicus zum homo oeconomicus?

Der Bamberger Soziologe Prof. Dr. Richard Münch in der Reihe "Sozialwissenschaftliche Gastvorträge" über "Die Universität im Wettbewerb um Exzellenz".


Muench_updAugsburg/RK/KPP - Prof. Dr. Richard Münch, Inhaber des Lehrstuhls Soziologie II an der Universität Bamberg, gilt als einer der renommiertesten Kritiker der mit der "Bologna-Reform" verbundenen Fehlentwicklungen. Unter dem Titel "Akademischer Kapitalismus" legt er in seinem 2011 in der edition suhrkamp erschienen Band "Über die politische Ökonomie der Hochschulreform" dar, wie sich die Hochschulen in Unternehmen verwandeln und wie kurzfristige Nutzenerwartungen das Innovationspotential der Forschung untergraben. Am kommenden Montag, dem 16. Dezember, greift Münch Aspekte dieses komplexen Themas als Gastreferent in der Reihe "Sozialwissenschaftliche Gastvorträge" auf. Sein Vortrag beginnt um 18.00 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums der Universität Augsburg (Gebäude C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).

Im Kontext der OECD- und EU-Agenden die auf den Ausbau der sogenannten wissensbasierten Ökonomie und darüber hinaus der Wissensgesellschaft zielen, ist die Wissenschaft zur entscheidenden Quelle für Innovationen und wirtschaftliches Wachstum geworden. An die Stelle der Trennung von Grundlagenforschung in der Wissenschaft und angewandter Forschung in der Industrie nach dem sogenannten mode 1 der Forschung ist die enge Kopplung eines größeren Teils der wissenschaftlichen Wahrheitssuche an die wirtschaftliche Profitmaximierung nach mode 2 getreten.

Damit einhergegangen ist auch eine Überlagerung der wissenschaftlichen Praxis durch die Gesetze des wirtschaftlichen Wettbewerbs. Das gilt insbesondere auch für die Suche nach Exzellenz in der Wissenschaft. Sie folgt weitgehend den Vorgaben der schon in den 1980er Jahren von Peters und Waterman ausgerufenen Suche nach Exzellenz als erfolgversprechende Wettbewerbsstrategie für Wirtschaftsunternehmen, mit der damals der inzwischen wieder vergessenen japanischen Herausforderung begegnet werden sollte.

In seinem Augsburger Vortrag wird Richard Münch den Blick auf die Veränderungen der wissenschaftlichen Wahrheitssuche durch die Übertragung des Exzellenzwettbewerbs zwischen Wirtschaftsunternehmen auf die Wissenschaft richten und auf die entscheidende Bedeutung, die bei dieser Übertragung dem Umbau der Universitäten zu strategisch operierenden Unternehmen, ihrem externen Streben nach Wettbewerbsvorteilen und ihrem inneren Streben nach totalem Qualitätsmanagement zukommt.

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Termin:

Der Vortrag beginnt am Montag, dem 16. Dezember 2013, um 18.00 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums (Geb. C), Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg. Der Eintritt ist frei.

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Mehr zum Referenten:

http://www.uni-bamberg.de/?id=1058 

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Veranstalter und Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reiner Keller, Telefon 0821/598‐4074,
reiner.keller@phil.uni‐augsburg.de