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UPD 50/14 - 25.04.2014                                 Meldung als pdf

Colloquium Augustanum im Sommersemester 2014:

Süddeutsche Autoren im Zeichen des Ersten Weltkriegs

Zum Auftakt der fünfteiligen Vortragsreihe beleuchtet der Augsburger Historiker Günther Kronenbitter am 28. April zentrale Aspekte der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg.


Augsburg/MSt/KPP - Hundert Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs widmet das Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg sein Colloquium Augustanum im Sommersemester 2014 vier "Süddeutschen Autoren im Zeichen des Ersten Weltkriegs": Annette Kolb, Richard Euringer, Ernst Troeltsch und Bertolt Brecht. Zum Auftakt dieser Reihe gibt der Historiker Prof. Dr. Günther Kronenbitter am 28. April unter dem auch für die ganze Reihe stehenden Titel "Kriegsgeschichten" eine "Kurze Einführung in einen langen Krieg". Beginn ist um 18.15 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg). Der Eintritt ist frei. 

Intellektuelle und Literaten gelten als besonders sensibel für problematische politisch-kulturelle Veränderungen. Ihre Warnungen oder gar Anklagen führen regelmäßig zu Repressionen seitens der Regierenden. Nachdem der Erste Weltkrieg die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" war, stellt sich die Frage nach der Rolle dieser Personengruppe besonders nachdrücklich. Die Gastvortragsreihe des Augsburger Instituts für Europäische Kulturgeschichte versucht im Gedenkjahr des Kriegsausbruchs, einige Antworten darauf zu geben, wobei die süddeutsche Perspektive in den Vordergrund gerückt ist.

Zentrale Aspekte der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg

In seinem einleitenden Vortrag gibt der Augsburger Neuhistoriker Prof. Dr. Günther Kronenbitter eine "Kurze Einführung in einen langen Krieg". Dieser lange Erste Weltkrieg wird in Frankreich und Großbritannien bis heute der "Große Krieg" genannt. Er hat Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur Europas, aber auch anderer Teile der Welt nachhaltig geprägt. Die Fülle der Neuerscheinungen zum Gedenken an den Ausbruch des Krieges vor 100 Jahren lässt ahnen, wie intensiv sich Wissenschaft und Öffentlichkeit mit dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt haben. Kronenbitters Vortrag wird zentrale Aspekte der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg schlaglichtartig beleuchten.

Zum Referenten:

KronenbitterProf. Dr. Günther Kronenbitter vertritt aktuell den Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg. Nach der Promotion 1992 mit einer Arbeit zur Politischen Ideengeschichte um 1800 wandte er sich der Geschichte der Habsburgermonarchie im frühen 20. Jahrhundert zu und habilitierte sich 2001 im Fach Neuere und Neueste Geschichte. Neben seiner Tätigkeit als Mitarbeiter und Dozent an der Universität Augsburg lehrte und forschte er an der University of British Columbia, an den Universitäten Salzburg, Wien und Bern sowie an der Diplomatischen Akademie in Wien. Von 2006 bis 2009 war er DAAD Professor of History an der Emory University in Atlanta/Georgia.

Foto: Prof. Dr. Günther Kronenbitter. Foto: privat

Forschungsschwerpunkte bilden die politische Kultur und Intellektualgeschichte des 19. Jahrhunderts, die Habsburgermonarchie seit dem späten 18. Jahrhundert, die internationale Geschichte seit der Französischen Revolution und die historische Anthropologie politischen Handelns im 19. und 20. Jahrhundert.

Zu den vielbeachteten Publikationen von Günther Kronenbitter gehören unter anderem: Wort und Macht. Friedrich Gentz als politischer Schriftsteller, Berlin 1994; „Krieg im Frieden“. Die Führung der k.u.k. Armee und die Großmachtpolitik Österreich-Ungarns 1906–1914, München 2003; (gemeinsam mit Stig Förster und Christian Jansen) Hg., Rückkehr der Condottieri? Krieg und Militär zwischen staatlichem Monopol und Privatisierung. Von der Antike bis zur Gegenwart, Paderborn 2010; Wilhelm von Humboldt. Bildungsmacht im Kulturstaat Preußen, in: Bernd Heidenreich / Frank-Lothar Kroll (Hg.), Macht- oder Kulturstaat? Preußen ohne Legende, Berlin 2002, S. 137–145; Wiener Seitenblicke. Das Deutsche Reich aus der Perspektive der Habsburgermonarchie, in: Bernd Heidenreich / Sönke Neitzel (Hg.), Das Kaiserreich 1890–1914, Paderborn 2011, S. 255–270; Realismus und Vertrauen – Anmerkungen zum Krisenmanagement der USA 1962, in: Jan Grasnick / Katja Walter (Hg.), Politik in Nordamerika und Europa. Analysen, Theorien und literarische Rezeption, Wiesbaden 2012, S. 78–90.

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Kriegsgeschichten - Süddeutsche Autoren im Zeichen des Ersten Weiltkriegs:

Das Gesamtprogramm des Colloquium Augustanum im Sommersemester 2014:

 

Montag, 28. April 2014
Kriegsgeschichten – Kurze Einführung in einen langen Krieg
Prof. Dr. Günther Kronenbitter (Augsburg) 

Montag, 12. Mai 2014
"Der Militarismus ist die Schule der Feigheit!“ - Annette Kolb im Ersten Weltkrieg: Die geheimdienstliche Verfolgung einer europäischen Pazifistin
Dr. Armin Strohmeyr (Berlin) 

Montag, 19. Mai 2014
Im Schatten der Geschichte. Richard Euringer und die deutsche Passion
Prof. Dr. Ralf Schnell (Siegen) 

Montag, 26. Mai 2014
Von Heidelberg nach Berlin. Ernst Troeltsch im Ersten Weltkrieg
Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf (München) 

Montag, 2. Juni 2014
"Blecke die Zähne und denke an die schöne Welt!" - Bertolt Brecht und der Erste Weltkrieg
Prof. Dr. Hans-Harald Müller (Hamburg) 

Die Vorträge beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Hörsaal III des Großen Hörsaalzentrums der Universität Augsburg (Gebäude C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).

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Ansprechpartner:

Markus Stadtrecher
Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg
Telefon 0821/598-5851

markus.stadtrecher@iek.uni-augsburg.de
http://www.uni-augsburg.de/institute/iek/