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UPD 81/14 - 28.05.2014                                 Meldung als pdf

Wie und unter welchen Bedingungen kommen wissenschaftliche Nachwuchskarrieren zustande?

Im interdisziplinären BMBF-Verbundprojekt "Trajektorien im akademischen Feld“ untersuchen Augsburger und Marburger SoziologInnen und ErziehungswissenschaftlerInnen die Bedeutung von grundlegenden Haltungen und institutionellen Strukturen für die Werdegänge junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.


Foto Forschungsprojekt BrakeAugsburg/JE/KPP - Mit 730.000 Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das auf drei Jahre angelegte interdisziplinäre Verbundprojekt „Trajektorien im akademischen Feld“. Bearbeitet wird dieses Projekt von einem Team an der Augsburger Professur für Soziologie und empirische Sozialforschung (Prof. Dr. Jens Luedtke) in Kooperation mit Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an der Universität Marburg. Im Augsburger Teilprojekt wird unter der Leitung von Dr. Anna Brake der „Habitus als Ermöglichungsstruktur wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren“ unter die Lupe genommen.

Das BMBF-Projektteam "Trajektorien im akademischen Feld“ aus Augsburg und Marburg hinten v. l.: Anna van der Meer ( Marburg), Ferdinand Backöfer (Marburg) Dr. Anna Brake (Projektleitung Augsburg), Julia Elven (Augsburg); vorne v. l.: Anne-Sophie Waider (Marburg); Franziska Teichmann (Marburg), Prof. Dr. Susanne Maria Weber (Projektleitung Marburg), Jörg Schwarz (Marburg) und Hannah Burger (Augsburg). Foto: privat

Hinter dem Projekttitel "Trajektorien im akademischen Feld“ verbirgt sich die Frage: Wie und unter welchen Bedingungen kommen wissenschaftliche Nachwuchskarrieren zustande? "Diese Frage nehmen wir als Ausgangspunkt für eine multimethodische empirische Analyse wissenschaftlicher Laufbahnen. Unsere Untersuchung konzentriert sich dabei auf Nachwuchskarrieren in zwei ausgewählten Forschungsfeldern: der empirischen Bildungsforschung und der kognitiven Neurowissenschaft", erläutert Anna Brake.

Langfristige, soziobiographische Verläufe

Für die Erforschung der Karriereverläufe in diesen beiden Forschungsfeldern machen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die analytische Perspektive des französischen Soziologen Pierre Bourdieu zunutze. Aus dieser Perspektive sind Nachwuchskarrieren als langfristige, soziobiographische Verläufe (Trajektorien) zu verstehen, die in der wissenschaftlichen Alltagspraxis tagtäglich hergestellt werden.

Untersucht werden diese Entstehungs- und Verlaufsprozesse im Augsburger Teilprojekt ausgehend von den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern selbst. "Konkret", so Brake, "führen die beiden Projektmitarbeiterinnen Julia Elven und Hannah Burger Interviews mit Post-Docs, deren Promotion erst wenige Monate zurückliegt – denn der Übergang von der Promotions- in die Post-Doc-Phase stellt häufig eine kritische Schwelle in wissenschaftlichen Nachwuchskarrieren dar."

Wissenschaftsbezogene Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster

Die Analyse der Interviews zielt auf die Rekonstruktion wissenschaftsbezogener Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster, welche die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in ihrer bisherigen Laufbahn ausgebildet haben. Zentral ist dabei die Frage, welche Bedeutung diese grundlegenden Haltungen für den weiteren Karriereverlauf erhalten. Dieser Verlauf wird über eine telefonische Nachbefragung ca. ein Jahr nach dem ersten Erhebungszeitpunkt eingeholt.

Zusammenspiel habitueller und institutioneller Strukturen

Der Blick auf die grundlegenden Haltungen des Nachwuchses allein reicht jedoch nicht aus, um das Zustandekommen von Karriereverläufen im akademischen Feld zu erklären. Denn diese Trajektorien entstehen im Zusammenspiel habitueller und institutioneller Strukturen. Von ebenso großer Bedeutung ist deshalb die Analyse der Lern-, Arbeits- und Förderstrukturen, in denen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sich bewegen und wissenschaftsbezogene Grundhaltungen ausbilden.

Hier setzt das Marburger Partnerprojekt an. Unter dem Titel "Institutionelle Ermöglichungskontexte wissenschaftlicher Nachwuchskarrieren" untersuchen Prof. Susanne Weber (Leitung), Jörg Schwarz und Franziska Teichmann die Arbeits- und Promotionskontexte der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Verschränkung der beiden Teilprojekte erfolgt unter anderem über die gemeinsame Auswertung ausgewählter Kernfälle. Erst so wird es möglich, das Zusammenspiel institutioneller und habitueller Strukturen besonders deutlich herauszuarbeiten.

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Projekthomepage: http://www.trajektorien.de

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Projektteam und Kontakt:

Projektleitung:

Dr. Anna Brake, Telefon: 0821/598-4077, anna.brake@phil.uni-augsburg.de

Stellvertretende Projektleitung:

Dipl.-Soz. Julia Elven, Telefon: 0821/598-4113, julia.elven@phil.uni-augsburg.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Hannah Burger, M.A., Telefon: 0821/598-4113, hannah.burger@phil.uni-augsburg.de

 

Professur für Soziologie und empirische Sozialforschung

Universität Augsburg

86135 Augsburg

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Pressebild zum Download:

Foto Forschungsprojekt BrakeDas BMBF-Projektteam "Trajektorien im akademischen Feld“ aus Augsburg und Marburg hinten v. l.: Anna van der Meer ( Marburg), Ferdinand Backöfer (Marburg) Dr. Anna Brake (Projektleitung Augsburg), Julia Elven (Augsburg); vorne v. l.: Anne-Sophie Waider (Marburg); Franziska Teichmann (Marburg), Prof. Dr. Susanne Maria Weber (Projektleitung Marburg), Jörg Schwarz (Marburg) und Hannah Burger (Augsburg). Foto: privat