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UPD 86/14 - 06.06.2014                                 Meldung als pdf

Am 15. Juni im Rokokosaal der Regierung von Schwaben:

Kammermusik vom Feinsten

Ein Abend mit Meisterwerken der Quartettliteratur: Musikerinnen und Musiker des Leopold-Mozart-Zentrums mit Christoph Henschel als Primarius geben W. A. Mozarts Quartett A-Dur KV 464 und F. Mendelssohn-Bartholdys Quartett e-moll op. 44/2


Augsburg/KF/KPP - Mit zwei bekannten Streichquartetten wartet ein besonderer Abend des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg am Sonntag, dem 15. Juni 2014, um 19.30 Uhr im Rokokosaal der Regierung von Schwaben (Fronhof 10, 86152 Augsburg) auf: Prof. Christoph Henschel (Violine) und Stephanie Rott (Violine/Klasse Prof. Petru Munteanu), Go Eun Kil (Viola/Klasse Ludwig Schmalhofer) sowie Yi-Hsun Chiu (Violoncello/Klasse Prof. Julius Berger) spielen Mozarts A-Dur Quartett KV 464 und Mendelssohns e-moll Quartett. 

Henschel ChristophUnter allen Streichquartetten Mozarts hat das A-Dur-Quartett kompositorisch wohl den höchsten Rang. Beethoven scheint es besonders bewundert zu haben, worauf eine Abschrift des Finales von seiner Hand hindeutet, und auch andere Kenner sahen in ihm den Gipfel von Mozarts Quartettkunst.

Foto: Christoph Henschel (Violine) gibt zusammen mit den LMZ-Studierenden Stephanie Rott (Violine), Go Eun Kil (Viola) und Yi-Hsun Chiu am 15. Juni 2014 im Rokokosaal der Regierung von Schwaben W. A. Mozarts A-Dur- und F. Mendelssohn-Bartholdys e-moll-Quartett. Foto: www.henschel-quartett.de

Haydn war zufrieden

Mit dem A-Dur-Quartett schrieb Mozart nach zehn Jahren Pause wieder ein Streichquartett und widmete es “al mio caro amico Haydn”. Es war kein Zufall, dass er seinem “lieben Freund” Joseph Haydn ausgerechnet Streichquartette widmete, war dieser der unangefochtene Meister jenes Genres. In der Widmungsvorrede nannte Mozart die Quartette seine Kinder, die er unter dem Schutz des großen Mannes Haydn in die Welt entlasse. Der ältere Freund hatte das Stück an einem Abend in Wien im Hause Mozart bereits gehört und seine Zufriedenheit ausgedrückt.

Mozart hatte Haydn am 15. Januar und am 12. Februar 1785 zu sich eingeladen, um ihm zuerst die früheren drei Quartette, dann die erst jüngst komponierten vorzuführen. Mozart selbst war ein leidenschaftlicher Quartettspieler, an jenen Abenden spielte sein Vater Leopold die erste, Wolfgang Amadeus selbst die zweite Geige, die Partien von Viola und Cello übernahmen die Freiherren Anton und Bartholomäus Tinti. Das A-Dur-Quartett und seine beiden Schwesterwerke beeindruckten Haydn am zweiten Abend so sehr, dass er Mozart sein berühmtes Lob aussprach, er sei “der größte Componist, den ich von Person und dem Namen nach kenne; er hat Geschmack, und überdieß die größte Compositionswissenschaft.”

Zwischen den beiden Kammermusikstücken, die am 15. Juni 2014 im Rokokosaal zur Aufführung kommen werden, gibt es eine kompositorische Verbindung: Im e-moll Quartett zitiert Felix Mendelssohn Bartholdy im 1. Thema wörtlich das Finale von Mozarts g-moll-Sinfonie KV 550.

Höhepunkt in Mendelssohns Quartettschaffen

Das Stück - eines von drei Quartetten, die als Opus 44 geführt werden - gilt als ein Höhepunkt in Mendelssohns Quartettschaffen. Mendelssohn hat es während seiner Hochzeitsreise skizziert und später überarbeitet. Vom Publikum wurde es sehr positiv aufgenommen, was den Komponisten zur Weiterarbeit ermunterte: “Gestern Abend wurde mein EMoll Quartett von David öffentlich gespielt, und machte großes Glück. Das Scherzo mußten sie da capo spielen, und das Adagio gefiel den Leuten am besten. Dies setzte mich in langes Erstaunen. In den nächsten Tagen will ich ein neues Quartett anfangen, das mir besser gefällt.” Im folgenden Jahr schreibt Mendelssohn dann an seinem berühmten Violinkonzert, dessen Anfang als Weiterentwicklung des Themas aus dem ersten Quartettsatz gesehen wird.

Die Interpreten des Abends

Christoph Henschel ist seit 2012 Honorarprofessor für Kammermusik am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg und Primarius des international renommierten Henschel-Quartetts. Das Ensemble wurde durch zahlreiche internationale Wettbewerbs- und Schallplattenpreise ausgezeichnet. Regelmäßig treten die Musiker bei bedeutenden Festivals und Konzerten im In- und Ausland auf. Die Spielzeit 2012/13 führte das Quartett u.a. nach Deutschland, Dänemark, Großbritannien, in die Niederlande und in die New Yorker Carnegie Hall. 2001 gründete sich um das Henschel Quartett der gemeinnützige Verein "Freunde des Henschel Quartetts e. V.“, der wegweisende Projekte zur Nachwuchsförderung und im Bereich der Kammermusik initiiert, z. B. Kulturpatenschaften für Kinder. 2006 wurden die Mitglieder des Quartetts als erste Klassik-Künstler zu SOS-Kinderdorf e. V. Botschaftern ernannt.

Die Lehrtätigkeit mit regelmäßigen Meisterkursen führt Christoph Henschel an international führende Universitäten und Musikhochschulen, u. a. in den USA an das MIT in Boston, an das Boston New England Conservatory, an die University of California oder an die University at Buffalo; darüber hinaus in Australien z. B. an die University of Melbourne oder in Schottland an die Royal Scottish Academy of Music and Drama.

Christoph Henschel musiziert an diesem Abend mit drei Studierenden bzw. Absolventen unterschiedlicher Instrumentalklassen des Augsburger LMZ. Alle Musikerinnen und Musiker sind bereits Preisträgerinnen bzw. Preisträger in ihrem Fach und z. T. Stipendiaten der Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now.

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Ansprechpartnerin: 

Konstanze Frölich
Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg
Telefon: 0821/450416-36
konstanze.froelich@phil.uni-augsburg.de

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Pressebild zum Download:

Henschel ChristophChristoph Henschel (Violine) gibt zusammen mit den LMZ-Studierenden Stephanie Rott (Violine), Go Eun Kil (Viola) und Yi-Hsun Chiu am 15. Juni 2014 im Rokokosaal der Regierung von Schwaben W. A. Mozarts A-Dur- und F. Mendelssohn-Bartholdys e-moll-Quartett. Foto: www.henschel-quartett.de