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UPD 22/14 - 18.02.2014                                 Meldung als pdf

Der schöne Schein

Call for Papers für eine interdisziplinäre Konferenz über "Symbolik und Ästhetik von Banknoten" am 17. und 18. Oktober 2014 an der Universität Augsburg endet am 30. April 2014


Augsburg/StH/KPP - Banknoten zählen zu den verbreitetsten visuellen Produkten der Moderne. Als solche sind sie Gegenstand einer Tagung, die die Augsburger Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften (GGS) in Zusammenarbeit mit der Politischen Soziologie der Universität der Bundeswehr München am 17. und 18. Oktober 2014 an der Universität Augsburg veranstaltet. Der Call for Papers für diese Tagung endet am 30. April 2014.

Aus mehreren Gründen zeigen sich Banknoten als ein hochinteressanter Untersuchungsgegenstand: Sie existieren überall auf der Welt in einer recht einheitlichen Form und sind gleichzeitig äußerst vielfältig gestaltet. Ihr wechselndes Design ist einerseits dem Wandel ästhetischer Standards und individueller gestalterischer Entscheidungen geschuldet, andererseits soll es Wertbeständigkeit, Kontinuität, Kaufkraft symbolisieren. Und als eine Vergegenständlichung des zentralen Mediums der Moderne, des Geldes, sind Banknoten zutiefst verwoben in das alltägliche Leben. 

Diese Vielschichtigkeit und Komplexität des Papiergeldes will die am 17. und 18. Oktober 2014 an der Universität Augsburg stattfindende Tagung "Der schöne Schein. Symbolik und Ästhetik von Banknoten" in den Blick nehmen. "Wir planen ein interdisziplinäres Herangehen, bei dem verschiedene Disziplinen ihre je eigenen - zum Beispiel ethnologischen, historischen, kunstgeschichtlichen, politologischen oder kulturwissenschaftlichen - Perspektiven auf den Forschungsgegenstand 'Banknote' einbringen, aber auch Sammler und Praktiker aus den Bereichen Banknotendruck, Sicherheit, Geldfälschung etc. sollen zu Wort kommen", erläutert Dr. Stefan Hartmann vom Augsburger Lehrstuhl für Kunstgeschichte/Bildwissenschaft, der die Tagung gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Christian Thiel von der Professur für Politische Soziologie der Nicht-OECD-Welt der Universität der Bundeswehr München konzipiert und organisiert.

Fragestellungen und Themenkomplexe

• Darstellung und Vermittlung staatlicher Identität

Wie und mit welchen Absichten werden Banknoten als "Visitenkarten eines Staates" (Deutsche Bundesbank 2010) gestaltet? Welche politischen und ideologischen Botschaften sollen nach innen gegenüber den Bürgern und nach außen gegenüber anderen Staaten kommuniziert werden? Wie wird dem Verhältnis von supranationaler Einheit und Regionalität bzw. Nationalität Rechnung getragen?

• Ikonographien von Wert und Vertrauen

Welche gestalterischen Elemente machen eine Banknote zu einem Wertzeichen, so dass selbst noch nie gesehene Fremdwährungen auf Anhieb als "Geld" erkannt werden? Wie wird via Gestaltung versucht, Vertrauen in Währungen zu erzeugen? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede zeigen länder- sowie zeit- und systemübergreifende Vergleiche? Welche Wechselwirkungen gab und gibt es zwischen den drucktechnischen Bedingtheiten und den Intentionen der Gestalter?

• Spiegel des Zeitgeistes

Wie spiegelt sich der wirtschaftliche und kulturelle Stand eines Landes auf den Banknoten wider? Welche ästhetischen und künstlerischen Haltungen vermitteln sie? Inwiefern werden gesellschaftliche Verhältnisse - etwa Geschlechterrollen - thematisiert?

• Die "Aura" des Geldes

Worin besteht die Faszination von Papiergeld? Wie wird diese in zeitlicher und medialer Hinsicht - in der Belletristik etwa oder in Zeitungen, in Filmen etc. - aufgegriffen? Gibt es in temporalem und/oder regionalem Hinblick Wandlungsprozesse? Wird Papiergeld in verschiedenen Epochen bzw. Regionen unterschiedlich wertgeschätzt? Falls ja: Welche Gründe gibt es hierfür? Neue Zahlungsmethoden? Wirtschaftskrisen und Inflationen etwa? Und wie wird Papiergeld in Museen und Ausstellungen präsentiert?

• Geldpraxen

Welche Verbote gibt es im Umgang mit Geldscheinen? Hängen diese mit bestimmten Motiven und/oder Staatsformen zusammen? Welche - vielleicht auch subversiven - Deutungen von Geldscheinen gibt es? Wie hängen konkrete gestalterische Merkmale mit dem konkreten Umgang und mit der Wahrnehmung von Banknoten zusammen? Wie wird dem Umstand der Geldfälschung Rechnung getragen?

 

Vorschlage für ca. 30-minütige Vorträge bis zum 30. April 2014 erbeten

Die Tagung soll Forscherinnen und Forschern Gelegenheit geben, ihre Arbeiten zu dieser Thematik in ca. 30-minütigen Vorträgen zu präsentieren. Den Keynote-Vortrag hält der Jenaer Philosoph Prof. em. Dr. Gottfried Gabriel (Ästhetik und Rhetorik des Geldes, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002). Die Beiträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.

Um Vorschläge zu den oben genannten und verwandten Fragestellungen in Form von Abstracts mit maximal 250 Wörtern an stefan.hartmann@phil.uni-augsburg.de und christian.thiel@unibw.de bitten die Veranstalter bis spätestens 30. April 2014.

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Kontakt:

Dr. Stefan Hartmann
Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon +49(0)821-598-5662, stefan.hartmann@phil.uni-augsburg.de

Dr. Christian Thiel
Universität der Bundeswehr München, 85577 Neubiberg
Telefon +49(0)89-6004-4453, christian.thiel@unibw.de