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UPD 30/14 - 27.02.2014                                 Meldung als pdf

Lehren und Lernen im 14,5 Millionen alten Meteoritenkrater

Kooperationsvereinbarung zwischen der Geographiedidaktik der Universität Augsburg und dem Geopark Ries


 

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Augsburg/Donauwörth/
DRA/KPP - Die Förderung geowissenschaftlicher Bildung am außerschulischen Lernort Geopark Ries, die Zusammen-arbeit in Geographieunterricht und -unterrichtsforschung sowie sonstige wechselseitige 
Unterstützung in naheliegen-den Bereichen sind Gegen-stand und Zweck einer Kooperationsvereinbarung, die Prof. Dr. Ulrike Ohl als Inhaberin des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie der Universität Augsburg und Landrat Stefan Rößle in seiner Eigenschaft als Vorsitzender Geopark Ries am 18. Februar 2014 in Donauwörth unterzeichnet haben.

Bild: Prof. Dr. Ulrike Ohl und Landrat Stefan Rößler unterzeichneten am 18. Februar 2014 eine umfassende Kooperationsvereinbarung zwischen dem Augsburger Lehrstuhl für Didaktik der Geographie und dem Geopark Ries. Mit dabei waren (stehend v. l.) der Geschäftsführer des Geoparks, Günther Zwerger, seine Stellvertreterin Heike Burkhardt und Ohls Ries-erfahrener Mitarbeiter Martin X. Müller. Foto: Geopark Ries

Das Ries mit seinem rund 60 Kilometer nordwestlich von Augsburg gelegenen Zentrum Nördlingen gilt als eine geologische Besonderheit ersten Ranges. Als Produkt des sog. "Riesereignisses“, eines vor 14,5 Millionen Jahren erfolgten Meteoriteneinschlags, ist das Nördlinger Ries der am besten erhaltene Einschlagskrater Europas. Das flache, weitgehend unbewaldete und in der Landschaft gut sichtbare Kraterbecken mit einem Durchmesser von 25 Kilometern und einem bis zu 150 m hohen Kraterrand ist für die Geowissenschaften - im wahrsten Sinne des Wortes - eine Fundgrube. Der Geopark Ries, seit 2006 als Nationaler Geopark zertifiziert, umfasst neben dem Einschlagskrater des Nördlinger Rieses auch den Riesrand und die Gebiete mit den heute noch erhaltenen Auswurfmassen. Anliegen des Rieser Geopark-Projekts ist es, dieses einzigartige Erdgeschichtserbe einer breiten Öffentlichkeit und für die regionale Tourismusentwicklung zu erschließen. "Was läge näher", so die Augsburger Geographiedidaktikerin Ulrike Ohl, "als diese sich direkt vor unserer Haustür präsentierende geologische Einzigartigkeit konsequent auch für die Ausbildung unserer Geographie-Studentinnen und -Studenten zu nutzen, um im Gegenzug den Geopark bei seinem Auftrag mit unserer Expertise zu unterstützen?"

Martin X. Müller, Akademischer Rat an Ohls Lehrstuhl, pflegt den Austausch mit dem Geopark Ries bereits seit geraumer Zeit in Form von Projektseminaren, in denen u. a. Lehrerhandreichungen erarbeitet werden. Der am 18. Februar unterzeichnete Kooperationsvertrag soll diese Kooperationsansätze nun formalisieren und eine Basis für die quantitative und qualitative Ausweitung und Intensivierung des Miteinanders schaffen.

Zentrales Anliegen dieser nunmehr vertraglich besiegelten Zusammenarbeit ist die Förderung geowissenschaftlicher Bildung am außerschulischen Lernort Geopark Ries. Gemäß der Richtlinien, denen Nationale Geoparks zu genügen haben, ist es ihre Aufgabe, "die inneren Zusammenhänge des empfindlich aufeinander abgestimmten 'Systems Erde' durch gezielte Maßnahmen zur Umweltbildung zu verdeutlichen und damit das Verantwortungsbewusstsein für das eigene Lebensumfeld und die globale Umwelt zu stärken."

"Geographie ist das Schulfach, in dem geowissenschaftliche Inhalte und damit nicht zuletzt anhaltend aktuelle und brisante, ja global existentielle Themen und Probleme wie Klimawandel, Rohstoffe und Ressourcen oder Naturrisiken behandelt werden. Wir", so Ulrike Ohl, "sind gefordert, Geographielehrerinnen und -lehrer auszubilden, die fähig sind, das entsprechende Problembewusstsein an den unterschiedlichsten Schultypen in handlungsorientierten Lernmodulen nachhaltig zu vermitteln." Sie sei überzeugt davon, dass die Kooperation mit dem Geopark Ries hilfreich sein werde, um künftige Geographielehrerinnen und -lehrern diesen Herausforderungen entsprechend auszubilden. In der Praxis könne dies in Exkursionen oder Praktika und Abschlussarbeiten, die von den Kooperationspartnern gemeinsam veranstaltet bzw. betreut werden, ebenso umgesetzt werden wie z. B. bei der Zusammenarbeit mit gymnasialen Seminaren in der Qualifikationsstufe. "Wir haben hier eine ausgezeichnete Möglichkeit zur schlüssigen Verbindung zwischen forschender, angewandter und praktischer Wissenschaft", meint Ulrike Ohl.

Der Nördlinger Landrat Rößle seinerseits gab sich bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg dazu beitragen werde, den Geopark Ries als exklusiven außerschulischen Lernort weiter zu etablieren und zu profilieren. Die Landschaft und die Geologie des Rieses seien einzigartig, doch das Wissen darum müsse durch didaktische Aufbereitung den Menschen verständlich nahegebracht werden.

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Ulrike Ohl
ulrike.ohl@geo.uni-augsburg.de

Martin X. Müller
martin.mueller@geo.uni-augsburg.de

Telefon 0821/598-2225

Lehrstuhl für Didaktik der Geographie
Universität Augsburg
86135 Augsburg