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UPD 37/14 - 16.03.2014                                 Meldung als pdf

Workshop am 21. und 22. März 2014

Alles anders?

Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften nehmen "Gender" und "Diversität" als Kategorien interdisziplinärer Forschung in den Blick


AllesAndersAugsburg/HK/KPP - Gender und Diversität finden national wie international in der Wissenschaft zunehmende Beachtung. Nachdem die Kategorie Gender hier bereits fest etabliert ist, wird sie immer häufiger mit dem Begriff Diversität gepaart und erweitert. Diversität hebt auf Chancen und Probleme der Alterität ab, auf Chancen und Probleme der Verschiedenheit in ihren unterschiedlichsten Dimensionen, zu denen neben dem Geschlecht etwa Alter, ethnische Herkunft oder Religion zählen. Die Pluralisierung der Lebensformen und -entwürfe, die unsere Gesellschaft aktuell prägt, verleiht der über fachliche Grenzen hinwegreichenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit "Vielfalt" herausragende Bedeutung. Diesem Umstand tragen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Augsburger Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften Rechnung, die Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland für den 21. und 22. März 2014 zu dem Workshop "Alles anders? Zur Bedeutung der Kategorien Gender und Diversität in der interdisziplinären Forschung" an die Universität Augsburg eingeladen haben.

Die Pluralisierung von Lebensformen und -entwürfen gilt als ein Hauptmerkmal unserer Gesellschaft . In unserem sozialen Leben sind wir oft mit "dem Anderen" konfrontiert, und nicht immer sind damit positive Reaktionen verbunden. Doch wo beginnt dieses "Andere", das "Fremde" eigentlich?

Unbewusste Kategorisierungen als Grundlage von Ungleichbehandlungen

Diese und weitere Fragen nach Unterschieden, aber auch nach Gemeinsamkeiten verschiedener Individuen, werden vom Konzept der Diversität aufgegriffen bzw. aufgeworfen. Dieses Konzept versucht, die vielfältigen Zusammenhänge zu ergründen und die Einflussfaktoren verschiedener Dimensionen von Vielfalt, Verschiedenheit und Gemeinsamkeit zu bestimmen. Eine Einordnung anhand der mehr oder weniger offensichtlichen Hauptdimensionen Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit, Behinderung sowie Religion bzw. Weltanschauung nehmen wir in der Regel automatisch und nicht immer bewusst vor. Und oft ist diese Einordnung Grundlage relevanter Ungleichbehandlungen.

Fünf Leitfragen

Davon ausgehend fragt der Workshop nach den Wurzeln dieser Kategorien und danach, wie sie auf der Achse von Individuum und Gesellschaft zu verorten sind. In fünf Sektionen mit zehn Referentinnen und Referenten aus Berlin, Bremen, Hannover, Marburg, Oldenburg und Augsburg geht es um folgende Leitfragen: Welche Auswirkungen haben hybride Identitäten, die Zugehörigkeit zu zwei oder mehreren Kulturen also, auf das Individuum einerseits und die Gesellschaft andererseits? Welche positiven und negativen Auswirkungen hat die Kategorisierung nach den einschlägigen Diversitätsdimensionen? Wie verhalten sich Randgruppen zur breiten Masse und wie verhält es sich mit ihrer wechselseitigen Beeinflussung? Welche positiven und negativen Effekte haben Maßnahmen zur Integration bzw. Inklusion benachteiligter Gruppen? Lassen sich Erkenntnisse der etablierten Gender Studies für die Erforschung von Diversität fruchtbar machen?

Bremer Diversity-Expertin Margit E. Kaufmann

Als Leiterin des Workshops konnten die Augsburger Organisatorinnen Anne Bieschke und Heike Krebs die Bremer Diversity-Expertin Dr. Margrit E. Kaufmann gewinnen. Sie ist Senior Researcher und Lektorin für Kulturwissenschaft und Ethnologie am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft sowie im Bremer Institut für Kulturforschung (bik). Als gefragte Beraterin auf ihrem Gebiet begleitet sie Diversity-Prozesse nicht nur an der Universität Bremen selbst, sondern in zahlreichen weiteren Institutionen.

Öffentlicher Abendvortrag im Grandhotel Cosmopolis

Als Tagungsleiterin wird Dr. Margrit E. Kaufmann auch den öffentlichen Abendvortrag des Workshops am Freitag, dem 21. März 2014, halten. Der Titel dieses Vortrags lautet "Gender/Diversity Trouble? Neue Verwirrungen, Trennlinien und Verschränkungen in Theorie und Praxis". Beginn ist um 19.00 Uhr im Grandhotel Cosmopolis (Springergäßchen 5, 86152 Augsburg, http://grandhotelcosmopolis.wordpress.com/). Der Eintritt ist frei.

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Tagungshopage mit ausführlichem Programm:

http://www.uni-augsburg.de/forschung/ggs_graduiertenschule/tagungen/gender_workshop/

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Kontakt:

  • Anne Bieschke
    c/o Lehrstuhl für Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums
  • Heike Krebs
    c/o Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft, Koordination Transdisziplinäres Forum Gender und Diversität

tagung.allesanders@phil.uni-augsburg.de