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UPD 119/14 - 02.09.2014                                 Meldung als pdf

Wie professionell ist die Leseförderung?

Förderpreis des Symposiums Deutschdidaktik für Augsburger Dissertation von Dr. Daniel Scherf


Augsburg/KPP - Wie vom Vorstand des Symposium Deutschdidaktik e. V. jüngst bekanntgegeben wurde, geht der Förderpreis Deutschdidaktik in diesem Jahr an die Dissertation von Dr. Daniel Scherf. Die am Augsburger Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Prof. Dr. Klaus Maiwald) entstandene Doktorarbeit Scherfs, der inzwischen als abgeordneter Gymnasiallehrer am Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität Frankfurt arbeitet, befasst sich - so der Titel der Arbeit - mit der "Leseförderung aus Lehrersicht".

Über welches Wissen mit Blick auf Leseförderung verfügen Lehrerinnen und Lehrer? Auf welche Wissensbestände greifen sie zurück bzw. können sie zurückgreifen, wenn sie vor der Aufgabe stehen, die Lesekompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler zu entwickeln und zu verbessern? Und wie verändert sich dieses Wissen, wie wird es beeinflusst, wie kann es verbessert werden durch innovative deutschdidaktische Wissensangebote?

Gruppendiskussionen und narrative Interviews mit Lehrerinnen und Lehrern lieferten Scherf die Grundlage für eine Bestandsaufnahme der in Sachen Leseförderung vorhandenen und im Unterricht genutzten Wissensbestände. Bei der Bewertung, inwiefern dieses Wissen in lesedidaktischer, pädagogischer und kognitionspsychologischer Hinsicht als professionell gelten kann, kommt Scherf zu dem Schluss, dass für tatsächlich professionelles Leseförderhandeln Wissensbestände nötig sind, die deutlich über die von gängigen lesedidaktischen Ansätzen geforderten Voraussetzungen hinausreichen.

Dem Urteil seines Augsburger Doktorvaters Prof. Dr. Klaus Maiwald und seiner jetzigen Frankfurter Chefin Prof. Dr. Cornelia Rosebrock zufolge, ist Scherf mit seiner Dissertation ein herausragender Beitrag im Forschungsfeld des Lehrerwissens bzw. der Lehrerprofessionalität gelungen, der sich auf einem exzellenten Niveau methodischer Durchführung und methodologischer Reflexion bewege. Die Jury des Symposiums Deutschdidaktik hat sich diesem Urteil angeschlossen, zumal Scherfs Fragestellungen der Tatsache entgegenkommen, dass Leseförderung mehr denn je eine bildungspolitisch hochrangige Aufgabe und ein Hauptfeld fachdidaktischer Forschung ist. Nicht zuletzt greift die Studie zwei Faktoren auf, die die aktuelle fachdidaktische Forschung prägen: ein besonderes Interesse am Wissen und an der Professionalität von Lehrenden sowie die stärkere Akzentuierung der Empirie.

Preisverleihung beim 20. Symposium Deutschdidaktik in Basel

Die Verleihung des Förderpreises an Scherf erfolgt im Rahmen des 20. Symposiums Deutschdidaktik, das vom 7. bis zum 11. September 2014 mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Basel stattfinden wird. Im Symposion Deutschdidaktik e. V. (SDD) sind fast 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert, die die Theorie und Praxis des Deutschunterrichts forschend und lehrend weiterentwickeln. Damit ist das SDD die größte Organisation zur Förderung deutschdidaktischer Forschungsaktivitäten und des wissenschaftlichen Nachwuchses auf nationaler und internationaler Ebene. Das alle zwei Jahre stattfindende Symposion - zuletzt war 2012 die Universität Augsburg Gastgeberin - ist das bedeutendste Forum deutschdidaktischer Forschung.

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Publikation:

Daniel Scherf: Leseförderung aus Lehrersicht. Eine qualitativ-empirische Untersuchung professionellen Wissens. Wiesbaden, Springer VS, 2013, VIII, 461 S., ISBN 978-3-658-02476-5

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Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Maiwald

Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur


Universität Augsburg


86135 Augsburg

Telefon +49(0)821-598-2789


klaus.maiwald@phil.uni-augburg.de

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SDD-Homepage:

http://symposion-deutschdidaktik.de/