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UPD 129/14 - 29.09.2014                                 Meldung als pdf

Das Alte Reich und der amerikanische Föderalismus

Der Regensburger Historiker und Amerikanist Volker Depkat eröffnet am 6. Oktober das Colloquium Augustanum im Wintersemester 2014/15


Augsburg/MSt/KPP – Als erste von fast zwanzig öffentlichen Vortragsreihen, die die Universität Augsburg im Wintersemester anbietet, geht gleich am ersten Tag der Vorlesungszeit, am Montag, dem 6. Oktober 2014, das Colloquium Augustanum des Instituts für Europäische Kulturgeschichte an den Start. Erster Referent in dieser kulturhistorischen Vortragsreihe ist Prof. Dr. Volker Depkat von der Universität Regensburg. In seinem um 18.15 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10) beginnenden Vortrag spricht der Historiker und Amerikanist über "Das Alte Reich und die Geburt des amerikanischen Föderalismus".

Depkat diskutiert die Rolle, die das Alte Reich als föderalistisch verfasstes Gemeinwesen für die Entstehung des amerikanischen Föderalismus während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gespielt hat. Dieses Thema ist in zweierlei Hinsicht brisant: Einerseits weil die "Geburt" des mo-dernen Föderalismus vielfach als "Erfindung" der US-Amerikaner dargestellt wird, die im Zuge ihrer Revolution die erste moderne Demokratie etablierten. Andererseits gibt es in Deutschland eine breite und hoch kontroverse Diskussion über den staatlichen Charakter des Alten Reiches.

Während die Historiker der Gegenwart sich teils erbittert darüber streiten, ob das Alte Reich überhaupt ein Staat gewesen und, wenn ja, wie seine Staatlichkeit zu beschreiben sei, stand es für die amerikanischen Revolutionäre in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts völlig außer Frage, dass "the Germanic Empire" neben den Niederlanden und der Schweiz eines der drei großen zeitgenössischen föderalen Gemeinwesen sei, mit dem man sich bei der Gestaltung der eigenen, auf die revolutionären Grundsätze des "life, liberty, and the pursuit of happiness" zu gründenden Republik auseinanderzusetzen habe.

In seinem Vortrag wird Volker Depkat die vielfältigen Rollen diskutieren, die das Alten Reich bei der "Erfindung" der amerikanischen Demokratie spielte, die immerhin am Anfang der politischen Moderne steht.

Weitere vier Vorträge im Wintersemester 2014/15

Das Colloquium Augustanum wartet im anstehenden Wintersemestermit vier weiteren Vorträgen auf, die allesamt - wie üblich und gewöhnt - jeweils montags bei freiem Eintritt um 18.15 Uhr im HS III des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10) beginnen:

  • 20. Oktober 2014
    Die erfundenen Bücherkataloge der Frühen Neuzeit. Ein ungewöhnliches Medium der Zeitkritik in Deutschland
    Dr. Ulrich Hohoff (Augsburg)
  • 3. November 2014
    "Von der wälsche in diutsche zungen." Kleine Blütenlese aus dem sechsbändigen Handbuch zur 'theodisken' Dichtung à la française
    Prof. Dr. Fritz Peter Knapp (Heidelberg/Wien)

  • 1. Dezember 2014
    "You ain't seen nothing yet!" - Perspektiven der Forschungen zum Kalten Krieg
    Prof. Dr. Bernd Greiner (Hamburg)

  • 15. Dezember 2014
    Kosmas der Indienfahrer. Christliche Welterklärung in der Spätantike
    Prof. Dr. Rene Pfeilschifter (Würzburg)

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Ansprechpartner:

Markus Stadtrecher
Institut für Europäische Kulturgeschichte Universität Augsburg
Telefon 0821/598 5840
markus.stadtrecher@iek.uni-augsburg.de
http://www.uni-augsburg.de/institute/iek/index.htm

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Eine Übersicht über alle Vortragsreihen und Ringvorlesungen, zu denen die Universität Augsburg im Wintersemester auf den Campus bzw. an Veranstaltungsorte in der Augsburger Innenstadt einlädt, steht auf http://www.uni-augsburg.de/de/aktuell/ringvorlesung_ws1415/ zur Verfügung, der täglich aktualisierte Veranstaltungskalender mit allen öffentlichen Veranstaltungen auf http://www.uni-augsburg.de/veranstaltungen