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UPD 134/14 - 02.10.2014                                 Meldung als pdf

Was leistet Friedens- und Konfliktforschung in Zeiten zunehmender Gewaltkonflikte?

Semestereröffnung des Masterstudiengangs Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung mit einem Vortrag der Klagenfurter Politologin Dr. Claudia Brunner über die Rolle der Disziplin im Zeichen immer neu aufflammender Kriege


Augsburg/KPP - Angesichts immer neu aufflammender Kriege und einer steten Zunahme von Gewaltkonflikten sieht sich die Friedens- und Konfliktforschung mit der herausfordernden Frage konfrontiert, ob und was sie mehr sein kann, als eine weithin unverstandene Mahnerin vor kommendem Unheil. Mit dieser Frage setzt sich bei der feierlichen Semestereröffnung des Augsburger Masterstudiengangs Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung am 6. Oktober 2014 Dr. Claudia Brunner (Universität Klagenfurt) auseinander. In ihrem Vortrag "Kassandras Dilemma, oder: Was kann Friedens- und Konfliktforschung?" wird sie zum einen die Notwendigkeit der Friedens- und Konfliktforschung in der sozialwissenschaftlichen Forschungslandschaft thematisieren, zum anderen wird sie die Wirkungen dieser Disziplin auf politische Entscheidungen kritisch würdigen. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr in der Generatorenhalle des alten Straßenbahndepots am Senkelbach (Wertachstraße 29a, 86153 Augsburg). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Claudia Brunner ist Mitarbeiterin am Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Für ihre Dissertation "Sinnformel Selbstmordattentat. Epistemische Gewalt und okzidentalistische Selbstvergewisserung in der Terrorismusforschung" erhielt sie 2011 den Christiane-Rajewsky-Preis für Friedens- und Konfliktforschung, 2012 wurde sie mit dem Caroline-von-Humboldt-Preis der HU Berlin für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen ausgezeichnet. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind feministische Perspektiven in den Internationalen Beziehungen und in der Wissenschaftskritik.

Semesterstart in der Friedensstadt

Brunners Vortrag steht im Mittelpunkt der traditionellen Semestereröffnung des Studiengangs Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung, bei der die neuen Studentinnen und Studenten dieses in Bayern nach wie vor einzigartigen Masterprogramms von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Institutionen der "Friedensstadt Augsburg" willkommen geheißen werden. Schauplatz ist in diesem Jahr die Generatorenhalle am Senkelbach, in der das Augsburger Integrationsprojekt "Tür an Tür" ansässig ist und in der "die Neuen" und die Gäste des Abends auch Einblick in die Werkzeugkiste des Kunstprojekts "Utopia toolbox" bekommen werden.

Das Masterprogramm Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung wird seit dem Wintersemester 2009/10 an der Universität angeboten. Federführend ist der Lehrstuhl für Politikwissenschaft/Friedens- und Konfliktforschung. "Wir vermitteln", so Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Christoph Weller, "unseren Studentinnen und Studenten wissenschaftliche Theorien und Methoden, die sie zur Analyse von politischen, gesellschaftlichen und internationalen Konflikten befähigen und mit Mechanismen der Konfliktregelung und mit Friedensprozessen vertraut machen." Nicht zuletzt aufgrund seiner Interdisziplinarität und der engen Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis konnte sich der Studiengang in kürzester Zeit profilieren und die Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg fest etablieren. Auch die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), die 2010 am Lehrstuhl Weller angesiedelt wurde, trug und trägt im Verbund mit dem Studiengang aktiv und erfolgreich zu dem vom Religionsfrieden des Jahres 1555 mitgeprägten Selbstverständnis der "Friedensstadt" Augsburg bei.

Zur Semestereröffnung des Studiengangs Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung am 6. Oktober 2014 um 18.00 Uhr in der Generatorenhalle am Senkelbach (Wertachstraße 29a, 86153 Augsburg) laden ein: der Lehrstuhl für Politikwissenschaft/Friedens- und Konfliktforschung, die AFK-Geschäftsstelle, das Sachgebiet Frieden und Religionen des Kulturamts der Stadt Augsburg, der Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg (ASKA) und die Initiative Kritische Friedens- und Konfliktforschung.

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Kontakt:

Prof. Dr. Christoph Weller
Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung
Telefon 0821/598-5591
christoph.weller@phil.uni-augsburg.de

Lisa K. Bogerts
AFK-Geschäftsführerin
Telefon 0821/598-5553
afk-gf@afk-web.de

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Weitere Informationen:

Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung:
http://www.uni-augsburg.de/friedensforschung

Masterstudiengang Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung:
 http://www.uni-augsburg.de/konfliktforschung

Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK):
http://www.afk-web.de

Alumniverein Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung Augsburg e. V.:
http://www.uni-augsburg.de/aska

Kulturamt der Stadt Augsburg (Sachgebiet Frieden und Religionen):
http://www.augsburg.de/buergerservice-rathaus/buergerservice/dienste-a-z/aemterweise/leistungen-kulturamt/interkultur-und-augsburger-friedensfest/

Initiative Kritische Friedens- und Konfliktforschung:
flvomhofe@gmail.com