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UPD 138/14 - 08.10.2014

Neues Fellowship am Jakob-Fugger-Zentrum

Der Augsburger Althistoriker Gregor Weber erforscht Träume und ihre Deutungen im antiken Kleinasien


Gregor WeberAugsburg/TS/MH – Ein Traum als Hinweis auf ein langes Leben und zahlreiche Nachkommen? Oder doch eher als Vorbote von Krankheit und bevorstehendem Tod? In der Antike dienten Träume häufig dazu, Gegenwärtiges zu reflektieren und vor allem Zukünftiges vorherzusagen. Die einzige erhaltene "professionelle" Anleitung zur Traumdeutung steht nun im Zentrum der Forschungen von Prof. Dr. Gregor Weber. Als sechster Fellow des Jakob-Fugger-Zentrums kann er sich für ein Semester intensiv den ‚Oneirokritika‘ des Artemidor von Daldis widmen, einem Handbuch zur Traumdeutung aus dem antiken Kleinasien.

Bild: Der Althistoriker Gregor Weber   erhält eine Fellowship des Jakob-Fuger-Zentrums. Foto: Christa Holscher 

Mehr als 3.000 Deutungen zu verschiedenen Traumsymbolen finden sich in den umfangreichen Oneirokritika, die Ende des  zweiten Jahrhunderts n. Chr. durch den Traumdeuter und Wahrsager Artemidor von Daldis verfasst wurden. Dieses einzigartige Werk untersucht der Althistoriker Gregor Weber nun aus neuem Blickwinkel. Von Arbeit und Broterwerb über Ernährung und Gesundheit bis hin zu Kindererziehung und Freizeitgestaltung behandeln die Oneirokritika praktisch alle gesellschaftlich bedeutsamen Themen und geben Gregor Weber daher wertvolle, weil aus anderen Quellen nicht bekannte Hinweise auf das Alltagsleben und das soziale Gefüge im damaligen Kleinasien. Unterstützung für sein Forschungsvorhaben erfährt der Historiker nicht nur durch das Augsburger Jakob-Fugger-Zentrum, sondern auch durch das Forschungsnetzwerk "Groupe Artémidore" der französischen Universität Montpellier Paul-Valéry, mit dem eine Intensivierung der Kooperation angestrebt wird.

Fellowships am Jakob-Fugger-Zentrum

Das Jakob-Fugger-Zentrum – Forschungskolleg für Transnationale Studien (JFZ) fördert nun seit zwei Jahren interdisziplinäre und internationale geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung an der Universität Augsburg. Es stößt innovative Forschung an, sorgt für internationale und fächerübergreifende wissenschaftliche Vernetzung und macht die Ergebnisse seiner Forschungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.  Auf diesem Weg will es die Position der Augsburger Geistes- und Sozialwissenschaften nachhaltig festigen und stärken.

JFZ-Fellows profitieren von der Möglichkeit, sich auf ihre aktuellen Forschungsprojekte zu konzentrieren und zu deren Beförderung Drittmittelanträge auszuarbeiten, indem sie weitgehend von der Lehre freigestellt werden und eine Vertretung finanziert wird. Voraussetzung für die Bewilligung eines JFZ-Fellowship ist die transnationale Ausrichtung des jeweiligen Forschungsvorhabens sowie die realistische Perspektive, das Vorhaben zur Erschließung neuer Forschungsfelder interdisziplinär vernetzen und erweitern zu können.

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Ansprechpartner:

Dr. Tilman Schröder
Jakob-Fugger-Zentrum
Universität Augsburg
Telefon +49(0)821-598-5924
tilman.schroeder@praesidium.uni-augsburg.de

Prof. Dr. Gregor Weber
Lehrstuhl für Alte Geschichte
Universität Augsburg
Telefon +49(0)821-598-5642
gregor.weber@phil.uni-augsburg.de

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Mehr zum Jakob-Fugger-Zentrum:

http://www.jfz.uni-augsburg.de/


Zu den bisherigen JFZ-Fellows und ihren Projekten:

http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2014/april-juni/2014_052/

http://www.presse.uni-augsburg.de/de/unipressedienst/2013/okt-dez/2013_198/

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Pressefoto zum Download:

Gregor Weber

Der Althistoriker Gregor Weber   erhält eine Fellowship des Jakob-Fuger-Zentrums. Foto: Christa Holscher