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UPD 147/14 - 17.10.2014                                 Meldung als pdf

Blutige Geschichte(n)

Die Augsburger Historische Ringvorlesung handelt im Wintersemester 2014/15 von historischen Gewaltakten und deren Folgen


BartholomäusnachtAugsburg/MH – Blutige Geschichten erzählen die Historiker der Universität bei der Augsburger Historischen Ringvorlesung, die im Wintersemester 2014/2015 in sieben Vorträgen politisch motivierte Gewaltakte und Massaker und deren Folgen behandelt. Beginnend am 22. Oktober, finden die Vorträge jeweils mittwochs um 18.15 Uhr im HS II des Großen Hörsaalzentrums statt. Der Eintritt ist frei.

Bild: Die Bartholomäusnacht 1572 in Frankreich ist nur eines von mehreren Massakern, die in der Augsburger Historischen Ringvorlesung aufgegriffen werden. Foto: François Dubois [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Verhinderung illegitimer Gewalt gehört in den meisten Gesellschaften der Vergangenheit zur Aufgabe der Herrschenden. Trotzdem versuchten Regierende und Machteliten ihre Ziele auch durch Mord, Massaker und andere Bluttaten durchzusetzen. Die Augsburger Historische Ringvorlesung geht im Wintersemester 2014/15 am Beispiel bekannter politisch motivierter Gewalttaten und Massaker der Frage nach dem Verhältnis von physischer Gewalt und herrschaftlicher bzw. staatlicher Ordnung nach. Beginnend mit den ersten Pogromen gegen Juden im Alexandria des Jahres 37 n. Chr. über die Ermordung Thomas Beckets im Dom von Canterbury 1170, das Massaker an französischen Protestanten in der Bartholomäusnacht 1572, das „Boston Massacre“ (1770) im Vorfeld des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und das „Sand Creek Massacre“ gegen die Cheyenne (1864) bis hin zum „Röhm-Putsch“ des Jahres 1934 werden Gewalttaten vorgestellt, an denen sich die Frage nach der Funktion und den Folgen physischer Gewalt für die jeweiligen politischen Ordnungen besonders gut analysieren lässt. Abschließend wird dieser Frage in einem systematischen Längsschnitt auch grundsätzlich nachgegangen.

Zur Augsburger Historischen Ringvorlesung lädt das Fach Geschichte Studierende und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein.

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Ort und Zeit:

Die Vorträge finden jeweils mittwochs um 18.15 Uhr im Hörsaal II des Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10) statt. Der Eintritt ist frei.

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Programmübersicht:

 22. Oktober 2014
Vom Pogrom zur Vernichtung. Die (Bürger-)Kriege gegen die Juden im römischen Alexandria (37-117 n. Chr.)
Dr. Andreas Hartmann (Alte Geschichte, Universität Augsburg)

05. November 2014
Das Blut des Märtyrers. Die Ermordung Thomas Beckets, Erzbischof von Canterbury, am 29. Dezember 1170
Prof. Dr. Martin Kaufhold (Mittelalterliche Geschichte, Universität Augsburg)

19. November 2014
„Und das Blut floss, als ob es stark geregnet hätte“. Die Bartholomäusnacht am 24. August 1572
Prof. Dr. Lothar Schilling (Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Augsburg)

03. Dezember 2014
„Horrid Massacre“ oder „Unhappy Disturbance“? – Boston am 5. März 1770
Prof. Dr. Günther Kronenbitter (Neuere und Neueste Geschichte, Universität Augsburg)

17.Dezember 2014
Indianermassaker im Bürgerkrieg. Das Blutbad am “Sand Creek“ am 29. November 1864
Prof. Dr. Cornelius Torp (Geschichte des Europäisch-Transatlantischen Kulturraumes, Universität Augsburg)

07. Januar 2015
Mord und Propaganda. Der "Röhm-Putsch" am 30. Juni 1934 und die Etablierung des "Dritten Reiches"
Prof. Dr. Dietmar Süß (Neuere und Neueste Geschichte, Universität Augsburg)

21. Januar 2015
Europa: geboren aus Blut und Gewalt? Dimensionen und Ambivalenzen einer Meistererzählung
Prof. Dr. Wolfgang E. J. Weber (Europäische Kulturgeschichte, Universität Augsburg)

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 Ansprechpartner:

Prof. Dr. Lothar Schilling
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Telefon 0821/598-5548
lothar.schilling@phil.uni-augsburg.de