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UPD 156/14 - 03.11.2014                                 Meldung als pdf

Unbekannte Briefe des Nobelpreisträgers Thomas Mann und seiner Familie

Der Universitätsbibliothek Augsburg werden von den Germanisten Klaus W. und Ilsedore B. Jonas bisher der Öffentlichkeit unbekannte Originalbriefe des Schriftstellers Thomas Mann und seiner Familie überlassen, die die umfangreiche „Sammlung Jonas“ der Bibliothek ergänzt / Präsentation und Vorstellung des dazugehörigen Briefbands am 4. November 2014 in der Universitätsbibliothek


Augsburg/UH/MH – Die Universitätsbibliothek präsentiert am 4. November 2014 bisher unbekannte, eigenhändige Briefe des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann und seiner Familie der Öffentlichkeit. Die Briefsammlung wurde der Bibliothek von den Germanisten Prof. Dr. Klaus W. Jonas und Prof. Dr. Ilsedore B. Jonas überlassen und vom Thomas-Mann-Forscher Dr. Dirk Heißerer gesichtet, der seine Erkenntnisse in einem Briefband zusammengetragen hat, der zusammen mit Originalbriefen präsentiert wird.

Das deutsch-amerikanische Ehepaar, das früher an Universitäten in Pittsburgh tätig war, hat seine erste Schenkung an die  Universitätsbibliothek aus dem Jahr 1989 jetzt mit 71 Briefen ergänzt, die von Thomas Mann, von seiner Ehefrau Katia Mann und von deren Sohn Golo Mann an das Ehepaar Jonas aus den Jahren 1949-1991 stammen. Die Briefe beziehen sich hauptsächlich auf das bibliographische Lebenswerk von Klaus W. Jonas, der die maßgeblichen Forschungsbibliographien zu Thomas und Golo Mann publiziert hat. Sie dokumentieren aber auch die langjährige freundschaftliche Verbindung der Familie Thomas Manns mit dem Ehepaar Jonas. „Diese zweite Schenkung ergänzt unsere Sammlung Jonas, die bisher vor allem aus Forschungsliteratur besteht, um handschriftliche Zeugnisse des meistgelesenen deutschen Autors“, erläutert der Direktor der Universitätsbibliothek Dr. Ulrich Hohoff die Bedeutung der Briefe.

Dass die Briefsammlung  im Jahr 1989 nach Augsburg kam,  ist Prof. Dr. Helmut Koopmann, dem damaligen Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, zu verdanken. Er hatte das Ehepaar Jonas bei seinen Forschungen zu Thomas und Heinrich Mann kennengelernt und ihre Sammlung dann nach Augsburg vermittelt.

Die Universitätsbibliothek lädt zur Präsentation der Originalbriefe und des auf sie bezogenen Briefbands „Drei Generationen Familie Thomas Mann“ ein, der soeben erschienen ist. In diesem Buch hat der Thomas-Mann-Forscher Dr. Dirk Heißerer die Briefe aus der Schenkung und weitere Texte aus dem Briefwechsel von Klaus W. Jonas mit der Familie Thomas Manns erstmals herausgegeben und kommentiert.

Außerdem präsentiert Dirk Heißerer  die Lösung des Rätsels um die angeblich längste handschriftliche Widmung Thomas Manns. Diesen Text mit vier Seiten Umfang hatte der Autor 1905 in ein Exemplar des Romans „Buddenbrooks“ (1901) geschrieben, für den er 1929 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wurde. Heißerer wird den besonderen Stellenwert dieses bisher wenig beachteten Textes für das Verständnis der „Buddenbrooks“ darlegen.

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Präsentation „Unbekannte Briefe Thomas Manns und seiner Familie“

am 4. November 2014 um 18.00 Uhr

in der Ausstellungshalle der Zentralbibliothek der Universität Augsburg, Universitätsstraße 22, 86159 Augsburg

Programm:
Begrüßung durch Dr. Ulrich Hohoff, Leitender Direktor Universitätsbibliothek Augsburg

Grußwort von Prof. Dr. Helmut Koppmann „Transatlantische Freundschaft“

Präsentation des Briefbands „Drei Generationen Familie Mann“ und des Forschungsstandes zur Buddenbrocks-„Widmung“ durch Dr. Dirk Heißerer

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 Einladungsflyer und Programm:

http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/download/Thomas-Mann_Einladung.pdf

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Ansprechpartner:

Dr. Ulrich Hohoff und Dr. Gerhard Stumpf
Direktion Universitätsbibliothek Augsburg
Telefon +49 (0)821 598-5300
dir@bibliothek.uni-augsburg.de