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UPD 158/14 - 06.11.2014                                 Meldung als pdf

Ökonomische Dimension des Ablasshandels

Der Augsburger Theologe Bernd Oberdorfer untersucht, wie religiöse und wirtschaftliche Interessen im Ablasshandel des 16. Jahrhunderts miteinander verbunden waren.


Augsburg/TS/MH – Prof. Dr. Bernd Oberdorfer spricht am 11. November 2014 um 18:30 Uhr im neu eröffneten Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) zum Thema „Religiöse Ökonomie: der Ablass und Luthers Ablasskritik“. Der Vortrag bildet den Auftakt der Reihe „Stadtgeschichte(n): Von Glaube, Handel und Dichtung in Augsburg“, die das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum in diesem Wintersemester gemeinsam organisieren. Der Eintritt ist frei.

An der Durchführung des sog. Petersablasses, der den Bau des Petersdoms in Rom finanzieren sollte, waren im Deutschen Reich ab 1515 die Fugger beteiligt. Denn der damit beauftragte Erzbischof von Magdeburg und Mainz hatte von Rom die Erlaubnis, mit einem Teil des Erlöses die Schulden zu bezahlen, die er bei den Fuggern hatte. Bernd Oberdorfer führt in seinem Vortrag in die ökonomische Logik des Ablasses ein und zeigt auf, warum der Ablass ein so attraktives religiöses Angebot war. Im Fokus steht ebenfalls die sowohl religiöse als auch ökonomische Kritik am Ablasshandel, die Luther in seinen berühmten, aber wenig gelesenen „95 Thesen“ formulierte.

Bernd Oberdorfer ist Professor für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen und Gründungsmitglied des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg. Er ist Mitglied im Rat des Lutherischen Weltbunds und in der Kommission für „Glaube und Kirchenverfassung“ des Ökumenischen Rats der Kirchen.

Neue Kooperation: das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum

Unter dem Titel „Stadtgeschichte(n): Von Glaube, Handel und Dichtung in Augsburg“ sprechen Vertreter des Jakob-Fugger-Zentrums an drei Abenden im Wintersemester 2014/15 zu Wirtschaft, Religion und Geschichte in Augsburg – Themen, denen sich auch das Fugger und Welser Erlebnismuseum widmet. Das Museum, das die Geschichte der beiden berühmten Augsburger Handelshäuser innovativ und multimedial erzählt, möchte ein lebendiger Ort sein, an dem auch aktuelle Aspekte von Wirtschaft, Globalisierung, Religion und Ethik im Kontext von Geschichte, Gegenwart und Zukunft erörtert werden – ein idealer Vortragsort für die Reihe „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg.

Das Jakob-Fugger-Zentrum fordert und stärkt als zentrales Forschungsinstitut die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Augsburg und widmet sich zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft. Gleichzeitig sucht das Zentrum den engen Kontakt zur Augsburger Stadtgesellschaft. Mit der Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ stellt das Jakob-Fugger-Zentrum spannende Ergebnisse seiner Forschungen vor und ermöglicht gemeinsam mit dem Fugger und Welser Erlebnismuseum den Dialog mit Augsburger Bürgerinnen und Bürgern.

Zum Vortrag „Religiöse Ökonomie: der Ablass und Luthers Ablasskritik“ von Prof. Dr. Bernd Oberdorfer am 11. November 2014 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengässchen 23, 86152 Augsburg) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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Ansprechpartner:
Dr. Tilman Schröder
Jakob-Fugger-Zentrum
Universität Augsburg
Telefon +49(0)821/598-5924
tilman.schroeder@praesidium.uni-augsburg.de