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UPD 175/14 - 25.11.2014                                 Meldung als pdf

Deutsch-osteuropäische Verflechtungsgeschichte

Universität Augsburg und Bezirk Schwaben errichten gemeinsam eine Juniorprofessur "Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und das östliche Europa". / Vertragsunterzeichnung am 26. November im Augsburger Bukowina-Institut


Augsburg/KPP - Es sei für alle Seiten ein Kraftakt gewesen, aber die Anstrengungen hätten sich  gelohnt, sagt Prof. Dr. Marita Krauss, und verweist auf die bevorstehende Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung, auf deren Grundlage die Universität Augsburg und der Bezirk Schwaben eine neue Juniorprofessur an der Philologisch-Historischen Fakultät errichten und für einen Zeitraum von zunächst sechs Jahren gemeinsam finanzieren werden. Thema dieser historisch bzw. kulturwissenschaftlich ausgerichteten Professur: "Transnationale Wechselbeziehungen: Deutschland und das östliche Europa".

Die neue Professur verstärkt in der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg die Fächergruppe Geschichte, soll jedoch in viele weitere Bereiche ausstrahlen; dazu gehört auch das Augsburger Bukowina-Institut, ein An-Institut der Universität Augsburg, dessen wissenschaftlicher Arbeit die Professur neue Impulse geben wird.

Verflechtungsgeschichte statt Nationalgeschichten

Prof. Dr. Marita Krauss - Inhaberin des Augsburger Lehrstuhls für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, dem die Juniorprofessur zugeordnet sein wird, und zugleich Vorsitzende des Vorstandes des Bukowina-Instituts - betont, dass es sich nicht um eine "übliche Osteuropa-Professur" handle, dass die Ausflaggung vielmehr auf ein ganz eigenständiges Profil verweise: "Sie soll die transnationalen Wechselbeziehungen zwischen Ostmitteleuropa und Deutschland in den Blick nehmen und damit innovative Wege beschreiten. Denn es geht im zusammenwachsenden Europa immer weniger um Nationalgeschichten, sondern immer mehr um 'Verflechtungsgeschichte', also um das Mit- und Gegeneinander in verschiedenen Zeitepochen." Es gelte zu zeigen, wie Kultur- und Wissenstransfer, Erinnerungskultur oder Migrationserfahrungen zwischen Ostmitteleuropa und Deutschland stattgefunden und prägend gewirkt hätten.

Verbunden mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Bezirk und Universität wird das 25-jährigen Bestehen des Bukowina-Instituts gefeiert, das auf Initiative des damaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher 1988 als "Arbeitsstelle zur Erforschung von Geschichte und Kultur der Bukowina" gegründet und 2003 in den Status eines rechtlich und organisatorisch eigenständigen An-Instituts der Universität Augsburg überführt wurde. 

Zivilgesellschaftliches Engagement

Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit  Geschichte und Kultur der Bukowina fördert das Institut die konkrete und erlebbare Begegnung zwischen Ost und West, es bietet u. a. Kurse in mittel-, ost- und südosteuropäischen Sprachen an oder leistet mit Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder aus Einwanderungsfamilien einen ganz konkreten Beitrag zur Integration vor Ort. Durch die langjährige engagierte Partnerschaft des Bezirks mit der rumänischen und ukrainischen Bukowina wurden aber auch dort intensive und tragfähige Beziehungen zu Wissenschaft, Politik, Medizin, Erziehungswesen und zu zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgebaut. Bukowina-Institut und Bezirk Schwaben wirken hier eng zusammen: Begleitend zu einem Tandem-Projekt des Bezirks mit Bürgermeistern aus der rumänischen Bukowina werden z. B. aktuell auf der Basis der Entwicklung in Bayerisch-Schwaben planerische Alternativen im Umgang mit Umweltfragen in der Bukowina erarbeitet.

Neue Forschungsimpulse und Fragestellungen

"Mit unserer neuen Juniorprofessur", so Krauss, "verbinden wir die Absicht, dem Bukowina-Institut als Forschungseinrichtung neue Impulse und eine breitere Basis zu geben, auf der das Institut fortan seine wissenschaftliche Potenz über die engere Thematik Bukowina/Schwaben hinaus in Richtung Transnationale Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Ost- bzw. Ostmitteleuropa entfalten kann."

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Pressetermin:

Feierliche Unterzeichnung der Vereinbarung über die Errichtung einer Juniorprofessur „Transnationale Wechselbeziehungen. Deutschland und das östliche Europa“ durch den Präsidenten des Bezirkstags von Schwaben, Jürgen Reichert, und durch die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, mit einer kurzen Festansprache von Prof. Dr. Marita Krauss

  • am Mittwoch, dem 26. November 2014, um 19.00 Uhr
  • im Bukowina-Institut an der Universität Augsburg, Alter Postweg 97a, 86159 Augsburg

(Anfahrt: http://bukowina.phil.uni-augsburg.de/das-bukowina-institut-an-der-universitaet-augsburg/wo-sie-uns-finden/)

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Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Marita Krauss
Telefon 0821 / 598-5643
marita.krauss@phil.uni-augsburg.de