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UPD 87/15 - 26.05.2015                                 Meldung als pdf

Viermetz-Wissenschaftspreis für den Volkswirt Privatdozent Dr. Torben Klarl

Feierliche Preisübergabe im Rahmen des Fakultätstags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am 3. Juli 2015


Torben KlarlAugsburg/KPP - Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung hat entschieden, mit dem diesjährigen Viermetz-Wissenschaftspreis den Volkswirt PD Dr. Torben Klarl – Akademischer Rat am Augsburger Lehrstuhl für Empirische Makroökonomik - auszuzeichnen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht damit an einen im Urteil der Jury herausragenden Nachwuchswissenschaftler der wesentlich zur Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg in Forschung und Lehre beiträgt und die Reputation der Fakultät in Wissenschaft und Wirtschaft sowie ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit fördert. Verliehen wird der Preis im Rahmen der diesjährigen Fakultätsfeier der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 3. Juli 2015.

Bild: Dr. habil. Torben Klarl, Akademischer Rat am Augsburger Lehrstuhl für Empirische Makroökonomik und Träger des Viermetz-Wissenschaftspreises 2015. Foto: Klaus Satzinger-Viel

Torben Klarl schloss 2006 sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg mit „sehr gut“ ab und zählte damit zu den drei jahrgangsbesten Augsburger VWL- und BWL-AbsolventInnen. Anschließend war er bis Mai 2011 Mitarbeiter von Prof- Dr. Horst Hanusch am Lehrstuhl für Public Sector Management, Innovationsökonomik sowie Wirtschaft und Gesellschaft Japans. Klarl promovierte dort im Dezember 2009 mit Studien über ”Knowledge Diffusion Processes: Theoretical and Empirical Considerations“. Das Ende seiner Promotionsphase verbrachte er am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in der Forschungsgruppe Wachstums- und Konjunkturanalysen. Das ZEW zählt zu den renommiertesten Wirtschaftsforschungsinstituten in Europa. Eingeladen hatte ihn der damalige Präsident des Institutes, Prof. Dr. Wolfgang Franz, der auch langjähriges Mitglied und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war.

In dieser Zeit konnte Klarl seine Kenntnisse in der Konjunkturforschung vertiefen. Zugleich entstand hier die Idee für ein Projekt mit dem Ziel, den Klimawandel im Rahmen eines dynamischen, allgemeinen Gleichgewichtsmodells zu untersuchen, um darauf aufbauend Extremereignisse zu modellieren. Die Zeit bis zu seiner Ernennung zum akademischen Rat auf Zeit am Augsburger Lehrstuhl für Empirische Makroökonomik (Prof. Dr. Alfred Maußner) nutzte Klarl für Forschungsaufenthalte und Konferenzbesuche in Europa und in den USA. 

Mit Abschluss seiner Habilitation im Juni 2014 erhielt Klarl von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg die Venia Legendi im Fach Volkswirtschaftslehre. 2014/2015 vertrat er zwei Semester lang an der Universität Ulm eine W3-Professur für Wirtschaftspolitik. Dort entwickelte er gemeinsam mit Prof. Dr. Sebastian Kranz ein hoch aktuelles Forschungsprojekt „Ökologische Nachhaltigkeit und Bevölkerungsalterung“, das danach fragt, in welchem Ausmaß Altruismus der Schlüssel für eine nachhaltige Umweltpolitik sein kann.

Innovation – Umwelt – Wachstum - Konjunktur

Inhaltlich bewegen sich Klarls Arbeiten im Themenkomplex Innovation - Umwelt - Wachstum - Konjunktur, wobei seine Beiträge häufig einen raumwirtschaftlichen Bezug haben. Unter methodischen Gesichtspunkten ist Klarl gleichermaßen Empiriker und Theoretiker. Sein empirischer Schwerpunkt liegt auf der räumlichen Ökonometrie, auf einem aufstrebenden Forschungsgebiet, das Verfahren entwickelt, mit denen sich kausale Zusammenhänge im Kontext geographischer, nachbarschaftlicher Wechselwirkungen identifizieren lassen. In seinen analytischen Arbeiten stützt er sich auf Methoden aus der Mathematik dynamischer Systeme, aus der Spieltheorie und aus der numerischen Mathematik.

Gefragt auf renommierten internationalen Konferenzen

Die Akzeptanz der Arbeiten Klarls spiegelt sich in der beeindruckenden Zahl seiner Vorträge auf internationalen Konferenzen. Zwischen 2008 und 2014 war er zu über 30 Konferenzen eingeladen. Darunter finden sich die angesehenen internationalen Tagungen der European Economic Association, der Regional Science Association und der Royal Economic Society. Seine Teilnahme an diesen Tagungen wurde u. a. von der European Environment Agency und vom Verein für Socialpolitik unterstützt. Im Jahre 2014 war Klarl Stipendiat der Deutschen Bundesbank. Er ist zudem als Gutachter für international renommierte Zeitschriften - unter diesen das "Economic Journal", "Environmental and Resource Economics", das "Journal of Regional Science" und "Small Business Economics" - tätig.

Kreativ und engagiert in Lehre und Nachwuchsförderung

Innerhalb seiner Augsburger Fakultät war Torben Klarl maßgeblich an der Konzeption eines Kleingruppen-Übungskonzepts für die Bachelor-Einführungsveranstaltungen zur Makroökonomik  beteiligt, das es erlaubt, auf die individuellen Lernbedürfnisse der Studierenden einzugehen. Seit der Einführung dieses Konzepts haben sich die studentischen Leistungen in den Klausuren signifikant verbessert. Auch an der Idee und an der Umsetzung des seit fünf Jahren etablierten „VWL Get-Together“, eines regelmäßigen Treffens von Lehrenden und Studierenden des Augsburger Instituts für Volkswirtschaftslehre, hatte und hat Klarl entscheidenden Anteil. Auf seine Initiative hin wurde zudem das „Brown Bag Seminar“ eingerichtet. Dieses Seminar, das Doktorandinnen und Doktoranden des Instituts für Volkswirtschaftslehre frühzeitig die Möglichkeit bietet, über ihre Promotionsprojekte zu referieren, hat sich als eine Plattform für den Austausch von Ideen außerordentlich bewährt: Hier werden gemeinsame Projekte gefördert, und dem wissenschaftlichen Nachwuchs werden Anreize und wertvolle Hilfestellungen für Auftritte auf Konferenzen gegeben.

Preisverleihung mit Festvortrag von Vater und Sohn Priller und anschließendem Sommerfest 

Die Preisverleihung beginnt am Freitag, dem 3. Juli 2015, um 16.00 im Hörsaalgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Universitätsstraße 20, Gebäude K, 86159 Augsburg). Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher wird als Vorsitzender der Jury des Wissenschaftspreises der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung die Laudatio auf den Preisträger halten, der anschließend den Preis aus den Händen des Stifters Kurt F. Viermetz entgegennimmt. Den Festvortrag steuern Dr. Sebastian Priller, persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer des Augsburger Brauhauses Riegele, und dessen Sohn, Sebastian Benedikt Priller, bei, die zum Thema „Unternehmensnachfolge“ referieren werden. Gegen 18.00 Uhr geht die Veranstaltung ins traditionelle Sommerfest der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über.

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Anhang I: Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Am 16. Dezember 2003 errichtete das Ehepaar Viermetz die nach ihm benannte Stiftung in Augsburg. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben sowie die Förderung der deutsch-amerikanischen Völkerbeziehung und Verständigung. Seither konnte aus den Erlösen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl von Projekten und Initiativen unterstützt werden. Die Geschäftsführung ist unbürokratisch, die Entscheidungen trifft ein fünfköpfiges Kuratorium. Ihm gehören - nach dem Tod der verdienstvollen und engagierten Stifterin Felicitas Viermetz - an: Kurt F. Viermetz (Stiftungsvorstand), sein Sohn Dr. Maximilian Viermetz, Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher, Regierungspräsident a. D. Ludwig Schmid und Bundesfinanzminister a. D. Dr. Theo Waigel. Die Stiftung will mit ihren Fördermaßnahmen nicht die Öffentlichen Hände ersetzen, sondern diese ergänzen und nach dem Prinzip des „matching gift“ weitere Förderer ermutigen. Wirtschaftsprüfer und Stiftungsaufsicht bestätigen stets die vorbildliche Arbeit der Stiftung.

Weitere Informationen zur Stiftung (Broschüre, Vermittlung von Gesprächspartnern etc.) sind erhältlich im Büro der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung (Fax 0821/ 241 33 91 oder info@viermetz-stiftung.de).

Anhang II: Der Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Im Jahre 2006 beschloss das Kuratorium einen Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung zur Stärkung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg zu stiften. Er wurde mit 10.000 Euro hoch dotiert. Da sich die Wissenschaftslandschaft durch Wettbewerbe wie das Elitenetzwerk Bayern, die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und die gezielte Forschungsförderung in Deutschland und in der EU ausdifferenziert, bedürfen herausragende Leistungen der verstärkten Anerkennung. Zu den Kriterien zählen neben Publikationen in national und international besonders stark wahrgenommenen wissenschaftlichen Zeitschriften die Wahrnehmung der Lehr- und Forschungsprofile der Fakultät, Teilnahme an Förderprogrammen für die Forschung und die Gestaltung entsprechend profilierter Lehrangebote. Damit kann im Rahmen der neuen Cluster-Struktur der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowohl die Forschungskompetenz wie eine vertiefte Lehre gestärkt werden. 

Die Vorschläge für den Preis kommen aus der Fakultät und werden zunächst einem strengen internen Beurteilungsverfahren unterzogen. Auch externe Gutachter werden angefragt. Danach entscheidet die Jury, der Prof. Dr. Henning Rosenau als Vertreter der Gesamtuniversität, Prof. Dr. Peter Welzel als Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Kurt F. Viermetz als Stiftungsvorstand und Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher als Kurator der Stiftung und Jury-Vorsitzender angehören.

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Kontakt:

Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung
info@viermetz-stiftung.de

 PD Dr. habil. Torben Klarl
Telefon 0821/598-4189
torben.alexander.klarl@wiwi.uni-augsburg.de

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Pressefoto zum Download:

Torben Klarl

 Dr. habil. Torben Klarl, Akademischer Rat am Augsburger Lehrstuhl für Empirische Makroökonomik und Träger des Viermetz-Wissenschaftspreises 2015. Foto: Klaus Satzinger-Viel