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UPD 199/15 - 03.12.2015                                 Meldung als pdf

Hospizkultur und Palliativmedizin in stationären Pflegeeinrichtungen

Das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung der Universität Augsburg und das IPP München forschen im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit


Augsburg/JH/MH – Das Bundesministerium für Gesundheit fördert mit 300.000 Euro ein Forschungsprojekt zur Hospizkultur und Palliativkompetenz in der stationären Langzeitpflege, das vom Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung der Universität Augsburg und dem Institut für Praxisforschung und Projektberatung umgesetzt wird. Ziel ist es, auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Versorgung sterbender Menschen in Pflegeheimen zu entwickeln. Damit flankiert die Forschung das vom Bundestag im November beschlossene Hospiz- und Palliativgesetz.

„Bislang gibt es keine umfassende Forschung zum Thema Hospizkultur und Palliativmedizin in der stationären Langzeitpflege. Dass wir den Auftrag erhalten haben, freut uns sehr. Es wird in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit unserem Verbundpartner IPP darum gehen, auf der Basis umfangreicher empirischer Daten die Versorgungssituation schwerstkranker und sterbender Menschen in Pflegeheimen systematisch zu erfassen,“ so Prof. Dr. Werner Schneider, Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) der Universität Augsburg und Projektleiter, anlässlich des Projektstarts Anfang November. Die stellvertretende Projektleiterin Helga Dill vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München ergänzt: „Unser Ziel ist es, auf der Grundlage unserer Forschung am Ende des Projekts dem Bundesministerium für Gesundheit praxistaugliche Handlungsempfehlungen zur Verfügung zu stellen. Das trägt dazu bei, die Verbesserung der Versorgung sterbender Menschen in Pflegeheimen, wie sie der Bundestag jetzt ermöglicht hat, in alltagstaugliche Maßnahmen zu übersetzen“. Die Forschung steht im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) am 5.11.2015 im Bundestag, das darauf abzielt Hospizkultur und Palliativmedizin in Pflegeheimen stärker zu berücksichtigen.

Das IPP in München und das ZIG in Augsburg hatten gemeinsam im Frühjahr dieses Jahres an der Ausschreibung „Versorgung sterbender Menschen in der stationären Langzeitpflege“ des Bundesministeriums für Gesundheit teilgenommen und den Zuschlag erhalten. Im Rahmen der Studie werden in den nächsten zwei Jahren sowohl repräsentative Daten in den vollstationären Pflegeeinrichtungen zur Versorgungssituation der schwerstkranken und sterbenden Menschen erhoben und analysiert als auch in einzelnen ausgewählte Pflegeeinrichtungen die Versorgungs- und Betreuungsrealität vor Ort mit Hilfe von Interviews und Dokumentationen in die Tiefe gehend erfasst. Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag für eine nachhaltige und alltagstaugliche Umsetzung der Hospizkultur und Palliativmedizin in der stationären Langzeitpflege zu liefern.

„Die Zahl der hochbetagten Menschen in Deutschland wächst, viele werden auch zukünftig in Pflegeeinrichtungen betreut werden. Die flächendeckende Entwicklung von Hospizkultur und Palliativversorgung ist eine der großen Herausforderungen. Wir brauchen eine solche Forschung, um auf der Basis der zahlreichen guten Beispiele Erkenntnisse über hemmende und fördernde Faktoren und die notwendigen Rahmenbedingungen zu gewinnen“, so Dr. Birgit Weihrauch, Staatsrätin a.D., Beiratsmitglied des ZIG und frühere langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands.

ZIG und IPP – starke Forschungspartner 

Das Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) ist im April 2014 als zentrale Einrichtung an der Universität Augsburg gegründet worden. Es bündelt Forschung aus wirtschafts-, rechts-, sozial- und geisteswissenschaftlichen sowie weiteren Disziplinen, um die Entwicklungen im Gesundheitssystem insgesamt sowie in der medizinischen Praxis in ihren unterschiedlichen, aufeinander bezogenen Dimensionen in den Blick zu nehmen. Unterstützt wird das Forschungszentrum von einem hochkarätigen Beirat, der durch namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft vertreten wird. 

Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München ist ein sozialwissenschaftliches, gemeinnütziges Forschungs- und Beratungsinstitut in München mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in quantitativer und qualitativer Sozialforschung, in wissenschaftlicher Evaluation, Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung. Auftraggeber des IPP sind v.a. Verbände, Kommunen, Bundes- und Landesministerien (u.a. BMBF, BMG), die DFG sowie Stiftungen. Ein zentraler Arbeitsbereich ist seit Jahren das Themenfeld Alter(n), Versorgung und Pflege.

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Projektüberblick:

Projektname: Sterben zuhause im Heim – Hospizkultur und Palliativkompetenz in der stationären Langzeitpflege

Projektleitung: Prof. Dr. Werner Schneider, Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung der Universität Augsburg

Verbundpartner: Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München, Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG) an der Universität Augsburg

Laufzeit: 1.11.2015 bis 31.10.2017

Fördersumme:  300.000 Euro

Förderer: Bundesministerium für Gesundheit

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Kontakt:

Dr. Julia von Hayek
Wissenschaftliche Geschäftsführung
Zentrum für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG)
der Universität Augsburg
Telefon: 0821/598-5490
julia.von-hayek@praesidium.uni-augsburg.de
Homepage: www.zig.uni-augsburg.de

Helga Dill und Wolfgang Gmür
Wissenschaftliche Referenten
Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP)
Telefon: 089/54359774
dill@ipp-muenchen.de
Homepage: www.ipp-muenchen.de