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UPD 91/16 - 22.06.2016                                 Meldung als pdf

Der mittlerweile zehnte Viermetz-Wissenschaftspreis geht an den Informatiker Dr. Christian Gahm

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird beim Fakultätstag der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am 1. Juli 2016 verliehen. / Festredner bei der Jubiläumspreisverleihung ist Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller


Portait GahmAugsburg/KPP – Bereits zum zehnten Mal wird in diesem Jahr der Viermetz-Wissenschaftspreis vergeben. Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung hat entschieden, den Informatiker Dr. Christian Gahm Akademischer Rat am Lehrstuhl für Production & Supply Chain Management   mit dem diesjährigen Viermetz-­‐Wissenschaftspreis auszuzeichnen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht damit an einen im Urteil der Jury herausragenden Nachwuchswissenschaftler, der wesentlich zur Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg in Forschung und Lehre beiträgt. Verliehen wird der Preis im Rahmen der diesjährigen Fakultätsfeier der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 1. Juli 2016.

Bild: Seine zentralen Forschungsthemen sind Produktionsplanung im Spezialmaschinenbau und Verbesserung der Energieeffizienz in produzierenden Unternehmen: der diesjährige Träger des Viermetz-Wissenschaftpreises Dr. Christian Gahm. Foto: privat

Christian Gahm schloss 2006 sein Studium der Angewandten Informatik an der Fakultät für Angewandte Informatik der Universität Augsburg ab und wurde anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Production & Supply Chain Management (Prof. Dr. Axel Tuma) der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. In dieser Phase erarbeitete er sich ein profundes Wissen in den Bereichen Produktionswirtschaft sowie Planungs- und Entscheidungstheorie und promovierte 2010 mit der Gesamtnote summa cum laude. Seit März 2012 arbeitet Herr Gahm als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Production & Supply Chain Management und leitet dort die Forschungsgruppe „Production Management“. Aktuell strebt er seine Habilitation im Fach Betriebswirtschaftslehre an.

Produktionsplanung und Energieeffizienz

Die beiden zentralen Forschungsthemen, denen sich Gahm widmet, sind die Produktionsplanung im auftragsorientierten Spezialmaschinenbau und die Verbesserung der Energieeffizienz in produzierenden Unternehmen. Angesichts des globalisierten Wettbewerbs hat der deutsche Maschinenbau mit einer kundenspezifischen Individualisierung seiner hochkomplexen technologischen Spitzenprodukte reagiert, woraus sich neue Herausforderungen an die Planung und Durchführung der Produktion ergeben. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, entwickeln  Gahm und seine Forschungsgruppe neue, umfassende Planungskonzepte und -methoden. Bereits in seiner Dissertation mit dem Titel „Robuste Ressourcenbelegungsplanung bei der Reihenmontage von Spezialmaschinen – Konzeption und Umsetzung eines Decision-Support-Systems“ wurde ein derartiges Konzept vorgestellt und in weiteren Forschungsarbeiten dann verfeinert.

Sein zweites zentrales Forschungsthema, die Verbesserung der Energieeffizienz in produzierenden Unternehmen, hat sowohl im Rahmen der Umsetzung der Energiewende als auch in der anhaltenden Nachhaltigkeitsdebatte große Bedeutung erlangt. Neben den umweltorientierten Aspekten ist hier auch der ökonomische Aspekt der eingesetzten Energie und ihrer Kosten ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der betrieblichen Praxis. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Gahm mit verschiedenen Ansätzen, die die Energieeffizienz durch eine entsprechende Planung der Produktionsdurchführung erhöhen. Seine herausragende Fachkompetenz in diesem Bereich belegen seine in internationalen Fachzeitschriften veröffentlichten Artikel.

Darüber hinaus präsentiert Gahm seine Forschungsergebnisse auf zahlreichen nationalen und internationalen Fachtagungen. Weiterhin ist er als Gutachter für international renommierte Zeitschriften wie „International Journal of Production Economics“, „Computers & Operations Research“ oder „Journal of Cleaner Production“ tätig. Besonders hervorzuheben ist auch seine jahrelange enge Zusammenarbeit mit dem Humboldt-Forschungspreisträger Prof. Dr. John J. Kanet (University of Dayton, USA). Während mehrerer wechselseitiger Forschungsaufenthalte widmeten sich Kanet und Gahm gemeinsam verschiedenen Themen aus den Bereichen Produktionswirtschaft sowie Planungs- und Entscheidungstheorie.

Erfolgreicher Wissenschaft-Praxis-Transfer

Über sein Interesse an den im engeren Sinn wissenschaftlichen Aspekten von Problemstellung hinaus entwirft Gahm auch umfassende Planungskonzepte und Softwaresysteme zur Anwendung in der betrieblichen Praxis. In zahlreichen Projekten mit industriellen Partnern – sowohl mit Global Playern als auch mit KMUs – hat er bereits mehrfach und beispielhaft gezeigt, wie ein erfolgreicher Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis erfolgen kann.

Neu- und Weiterentwicklung attraktiver Lehrveranstaltungen

Nach Abschluss seiner Promotion widmete sich Christian Gahm zunächst verstärkt der Neu- und Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen. Dabei entstanden ist ein Vorlesungszyklus, der die Kernelemente des Operations Management und des Supply Chain Managements umfasst. Die Beliebtheit dieser Lehrveranstaltungen lässt sich an den steigenden Teilnehmerzahlen und an den außerordentlich guten Evaluationsergebnissen ablesen. Neben diesen Vorlesungen auf Bachelor- und Masterniveau gehen auch diverse softwarebasierte Seminare auf Gahm zurück. Nach der Einführung des von ihm entwickelten Prozessmodells zur Durchführung von Simulationsstudien konnte eine merkliche Verbesserung der studentischen Leistungen verzeichnet werden. Weiterhin zu nennen ist sein Engagement bei der Initiierung des Lehrangebots an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im Bereich der betrieblichen Standardsoftware. Das Lehrangebot umfasst unter anderem einen von SAP zertifizierten Kurs, der den Studierenden die Möglichkeit gibt, ein weltweit anerkanntes Zertifikat zu erwerben. Im Herbst 2013 hat Gahm die Leitung dieses in dieser Form deutschlandweit einmaligen Programms übernommen. Neben der Durchführung des Kurses und der Dozentenausbildung, für die er verantwortlich zeichnet, koordiniert er auch die Zusammenarbeit mit dem SAP University Competence Center.

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Preisverleihung mit Podiumsdiskussion und einem Festvortrag von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller

Die Preisverleihung beginnt am Freitag, dem 1. Juli 2016, um 16.30 im Hörsaalgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Universitätsstraße 20, Gebäude K, 86159 Augsburg). Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher wird als Vorsitzender der Jury des Wissenschaftspreises der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung die Laudatio auf den Preisträger halten, der anschließend den Preis aus den Händen des Stifters Kurt F. Viermetz entgegennimmt.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Vergabe des Wissenschaftspreises schließt sich an die Preisverleihung zunächst eine Podiumsdiskussion zu dem Thema „Wege in der Wissenschaft“ mit ehemaligen Preisträgerinnen und -trägern an, die heute Lehrstühle und Professuren an unterschiedlichen Universitäten innehaben. Dabei soll auch deutlich werden, wie die Preisträgerinnen und -träger von dem mit 10.000 Euro hoch dotierten Preis profitiert haben. Danach folgt der Festvortrag von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller mit dem Titel "EINEWELT - Unsere Verantwortung". Gegen 18.30 Uhr geht die Veranstaltung in das traditionelle Sommerfest der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über.

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Anhang I: Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Am 16. Dezember 2003 errichtete das Ehepaar Viermetz die nach ihm benannte Stiftung in Augsburg. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben sowie die Förderung der deutsch-amerikanischen Völkerbeziehung und Verständigung. Seither konnte aus den Erlösen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl von Projekten und Initiativen unterstützt werden. Die Geschäftsführung ist unbürokratisch, die Entscheidungen trifft ein fünfköpfiges Kuratorium. Ihm gehören –  nach dem Tod der verdienstvollen und engagierten Stifterin Felicitas Viermetz – an: Kurt F. Viermetz (Stiftungsvorstand), sein Sohn Dr. Maximilian Viermetz, Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher, Regierungspräsident a. D. Ludwig Schmid und Bundesfinanzminister a. D. Dr. Theo Waigel. Die Stiftung will mit ihren Fördermaßnahmen nicht die Öffentlichen Hände ersetzen, sondern diese ergänzen und nach dem Prinzip des „matching gift“ weitere Förderer ermutigen. Wirtschaftsprüfer und Stiftungsaufsicht bestätigen stets die vorbildliche Arbeit der Stiftung.

Weitere Informationen zur Stiftung (Broschüre, Vermittlung von Gesprächspartnern etc.) sind erhältlich im Büro der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung (Fax 0821/ 241 33 91 oder info@viermetz-stiftung.de).

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Anhang II: Der Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Im Jahre 2006 beschloss das Kuratorium einen Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Vier- metz Stiftung zur Stärkung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg zu stiften. Er wurde mit 10.000 Euro hoch dotiert. Da sich die Wissenschaftslandschaft durch Wettbewerbe wie das Elitenetzwerk Bayern, die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und die gezielte Forschungsförderung in Deutschland und in der EU ausdifferenziert, bedürfen herausragende Leistungen der verstärkten Anerkennung. Zu den Kriterien zählen neben Publikationen in national und international besonders stark wahrgenommenen wissenschaftlichen Zeitschriften die Wahrnehmung der Lehr- und Forschungsprofile der Fakultät, Teilnahme an Förderprogrammen für die Forschung und die Gestaltung entsprechend profilierter Lehrangebote. Damit kann im Rahmen der neuen Cluster-Struktur der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowohl die Forschungskompetenz als auch eine vertiefte Lehre gestärkt werden.

Die Vorschläge für den Preis kommen aus der Fakultät und werden zunächst einem strengen internen Beurteilungsverfahren unterzogen. Auch externe Gutachter werden angefragt. Danach entscheidet die Jury, der Prof. Dr. Peter Welzel als Vertreter der Gesamtuniversität, Prof. Dr. Robert Klein als Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Kurt F. Viermetz als Stiftungsvorstand und Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher als Kurator der Stiftung und Jury-Vorsitzender angehören.

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Pressefoto zum Download:

Portait Gahm

Bild: Seine zentralen Forschungsthemen sind Produktionsplanung im Spezialmaschinenbau und Verbesserung der Energieeffizienz in produzierenden Unternehmen: der diesjährige Träger des Viermetz-Wissenschaftpreises Dr. Christian Gahm. Foto: privat