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UPD 9/16 - 27.01.2016                                 Meldung als pdf

Was bringt die Kaufpreisallokation bei Zusammenschlüssen von Unternehmen?

Für ihre Antworten auf diese Frage wurde Dr. Bettina Schabert mit dem Sonntag & Partner Dissertationspreis ausgezeichnet


PreisverleihungAugsburg/KPP – Die internationale Reform der Bilanzierung von Unternehmens-zusammenschlüssen im Jahr 2001 hat zu einer sehr umfangreichen Aufgliederung der einzelnen Komponenten des bezahlten Kaufpreises bei der Bilanzierung geführt. Der Frage, unter welchen Gesichtspunkten und in welchem Umgang diese Kaufpreisallokation und der mit ihr verbundene Aufwand Nutzen bringen, ist Dr. Bettina Schabert in ihrer Dissertation am Augsburger Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung und Controlling nachgegangen. Für die Antworten, die sie auf diese Frage gefunden hat, ist Schabert kürzlich mit dem Dissertationspreis ausgezeichnet worden, den die Augsburger Kanzlei Sonntag & Partner jährlich wechselnd an herausragende Doktorarbeiten der Wirtschaftswissenschaftlichen und der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg vergibt.

Bild: Dr. Bettina Schabert bei der Entgegennahme des Dissertationspreises mit Johann Dieminger von Sonntag & Partner (links) und mit ihrem Doktorvater Prof. Dr. Wolfgang Schultze. © UBA Fotostelle

Anzahl und Umfang von Unternehmenszusammenschlüssen haben in den letzten Jahrzehnten immer neue Höhen erreicht. Mit Blick auf die zu erwartenden Vorteile einer Akquisition, werden häufig Kaufpreise bezahlt, die den Substanzwert des übernommenen Vermögens signifikant übersteigen. Bei der Bilanzierung wird diese Differenz zwischen Kaufpreis und Substanzwert als „Goodwill“ bezeichnet. Er muss abgeschrieben werden, wenn sich die erwarteten Vorteile nicht materialisieren.

Allokation des "Goodwill"

Seit 2001 wurde die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen international reformiert mit der Folge, dass es seither zu einer detaillierten Kaufpreisallokation kommt, zu einer sehr umfangreichen Aufgliederung der unterschiedlichen Komponenten also, aus denen sich der Kaufpreises zusammensetzt. Dabei wird der Aufpreis, der über die bilanzierte Substanz hinaus bezahlt wurde, soweit möglich, auf einzeln identifizierbare Vermögenswerte und Schulden allokiert, so dass nur ein verbleibender, unerklärter Rest als "Goodwill" in die Konzernbilanz eingeht. Beispielsweise werden bislang nichtbilanzierte Vermögenswerte wie Marken identifiziert und erstmalig bilanziert.

Wegen des großen Volumens der Unternehmensübernahmen hat diese Kaufpreisallokation große Auswirkungen auf die Struktur der Unternehmensbilanzen. Gleichzeitig ist sie mit einem erheblichen Mehraufwand bei der Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen verbunden.

Aufschlussreich für Investoren 

Was bringt dieser Mehraufwand? Welchen greifbaren Nutzen hat die Kaufpreisallokation? "Fundierte Antworten auf diese Fragen hat es bislang nicht gegeben", erläutert Schaberts Doktorvater Prof. Dr. Wolfgang Schultze. Auf der Grundlage einer großzahligen empirischen Untersuchung habe Bettina Schabert in ihrer Dissertation jetzt überzeugend nachgewiesen, dass die Informationen, die sich aus einer detaillierten Kaufpreisallokation in einer Bilanz entnehmen lassen, für Investoren durchaus aufschlussreich und relevant sind und dass sie zu einer besseren Abschätzung der Erfolgsaussichten eines Unternehmenszusammenschlusses genutzt werden können.

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Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Schultze
Lehrstuhl für BWL/Wirtschaftsprüfung und Controlling
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4130
7wpc@wiwi.uni-augsburg.de

Pressefoto zum Download:

Preisverleihung

Bild: Dr. Bettina Schabert bei der Entgegennahme des Dissertationspreises mit Johann Dieminger von Sonntag & Partner (links) und mit ihrem Doktorvater Prof. Dr. Wolfgang Schultze. © UBA Fotostelle