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UPD 179/16 - 06.12.2016                                 Meldung als pdf

Amerika in Augsburg – Eine architektonische und städtebauliche Spurensuche

Wie die amerikanische Militärpräsenz das Augsburger Stadtbild prägte, und welchen Einfluss amerikanische Architektur auf moderne Neubauten in Augsburg hatte, zeigt der Historiker Dr. Stefan Paulus am 8. Dezember im Fugger und Welser Erlebnismuseum.


SheridanAugsburg/TS/KPP – Dr. Stefan Paulus vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg spricht am 8. Dezember 2016 um 18.30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) zum Thema „Amerika in Augsburg. Eine architektonische und städtebauliche Spurensuche“. Der Vortrag ist Teil der Reihe „Stadtgeschichte(n): Von Bischöfen, Bibeln und Baukunst in Augsburg“, die das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum in diesem Wintersemester gemeinsam organisieren. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird jedoch gebeten.

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Als 1998 die letzten US-amerikanischen Truppen aus Augsburg verabschiedet wurden, ging ein über fünf Jahrzehnte dauerndes, die Stadt nachhaltig prägendes Kapitel deutsch-amerikanischer Nachkriegsgeschichte zu Ende. Der Vortrag zeichnet städtebauliche und architektonische Einflüsse nach, die sich aus der amerikanischen Militärpräsenz in Augsburg ergaben oder sich auf die Vorbildfunktion amerikanischer Architektur nach 1945 zurückführen lassen. Im Fokus stehen hierbei die Auswirkungen der Stationierung US-amerikanischer Truppen in den ehemali­gen Reichswehr- bzw. Wehrmachtskasernen im Westen der Stadt sowie die städtebaulichen Veränderungen durch die Errichtung von Wohnsiedlungen für Militärangehörige und deren Familien. Auch am Beispiel dreier ziviler Bauten des modernen Augsburg – dem jüngst abgerissenen Verwaltungsgebäude der US-Firma Nationale Registrierkassen (NCR), dem Parkhaus Grottenau und dem 1972 errichteten Hotelturm – wird gezeigt, in welchem Umfang bei deren Planung amerikanische Einflüsse zum Tragen kamen und welche Bedeutung diese als „amerikanisch“ wahrgenommenen Architekturen für das Selbstverständnis Augsburgs als moderne Großstadt hatten.

Dr. Stefan Paulus ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg. Nach dem Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an den Universitäten Augsburg und Regensburg wurde er 2005 mit einer Studie zur "Amerikanisierung" des westdeutschen Universitäts- und Wissenschaftssystems nach 1945 promoviert. Zu seinen Schwerpunkten zählen neben der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts auch die Universitäts-, Architektur- und Kunstgeschichte dieser Zeit sowie die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Wesentlich beteiligt war Paulus an der Ausstellung "Amerikanisches Leben in Augsburg", die 2012 in der neuen Stadtbücherei Augsburg erstmals ausführlich die Geschichte der US-Militärpräsenz in Augsburg dargestellt hat.

Bewährte Kooperation: Jakob-Fugger-Zentrum und Fugger und Welser Erlebnismuseum

Bereits zum dritten Mal bieten das Jakob-Fugger-Zentrum und das Fugger und Welser Erlebnismuseum gemeinsam eine Vortragsreihe an. Unter dem Titel „Stadtgeschichte(n): Von Bischöfen, Bibeln und Baukunst in Augsburg“ geht es in diesem Semester an drei Abenden um heilige Schriften, sakrale Bauten und amerikanische Spuren in Augsburg. Das Museum, das die Geschichte der beiden berühmten Augsburger Handelshäuser innovativ und multimedial erzählt, möchte ein lebendiger Ort sein, an dem auch aktuelle Aspekte von Wirtschaft, Globalisierung, Religion und Ethik im Kontext von Geschichte, Gegenwart und Zukunft erörtert werden – ein idealer Vortragsort für die „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums.

Das Jakob-Fugger-Zentrum fördert und stärkt als zentrales Forschungsinstitut die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Augsburg und widmet sich zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft. Gleichzeitig sucht das Zentrum den engen Kontakt zur Augsburger Stadtgesellschaft. Mit der Vortragsreihe „Stadtgeschichte(n)“ stellt das Jakob-Fugger-Zentrum spannende Ergebnisse seiner Forschungen vor und ermöglicht gemeinsam mit dem Fugger und Welser Erlebnismuseum den Dialog mit Augsburger Bürgerinnen und Bürgern.

Zum Vortrag „Amerika in Augsburg. Eine architektonische und städtebauliche Spurensuche“  von Dr. Stefan Paulus am 8. Dezember 2016 um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum (Äußeres Pfaffengäßchen 23, 86152 Augsburg) sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Es wird um Anmeldung unter http://www.jfz.uni-augsburg.de oder Tel. 0821/45097821 gebeten, da der Platz begrenzt ist. Am Abend können nur noch Restplätze vergeben werden.

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Ansprechpartner:

Dr. Tilman Schröder
Jakob-Fugger-Zentrum
Universität Augsburg
Telefon +49(0)821/598-5924
tilman.schroeder@praesidium.uni-augsburg.de
http://www.jfz.uni-augsburg.de/

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Pressefotos zum Download:

PlanBild 1: Auf einer Fläche von über 200 Hektar waren die Amerikaner mit Kasernen (blau) und Wohngebieten (rot) im Westen der Stadt präsent. Aus: Amerikanisches Leben in Augsburg. Begleitbroschüre zur gleichnamigen Ausstellung in der Neuen Stadtbücherei Augsburg, Augsburg 2012




AckermannBild 2: Ein Highway für Augsburg: Die am 17. Juli 1959 eröffnete Bgm.-Ackermann-Straße verband die US-Areale im Augsburger Westen mit dem Stadtzentrum und war die erste moderne Stadtautobahn Bayerns. © Stadtarchiv Augsburg,/www.luftbild-bertram.de