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UPD 184/16 - 16.12.2016                                 Meldung als pdf

Musikvermittlung in Museen

Einblicke in die Praxis und Impulse für eine zeitgemäße Realisierung


Hoyer_Musikvermittlung_CoverAugsburg/Linz/KPP - Warum gibt es Museen für Komponistinnen und Komponisten? Wie können Inhalte und Methoden der Musikvermittlung in „Komponistenhäusern“ und allgemein in Museen sinnvoll eingesetzt werden bzw. wie kommen Vermittlungskonzepte in der Praxis zur Anwendung? Wie kann Musikvermittlung im Kontext von Ausstellungen gelingen? Und schließlich: Wozu Musik, Musiker und Musikgeschichte ausstellen? Diesen Fragen widmet sich der von Johannes Hoyer und Constanze Wimmer herausgegebene Sammelband „Musikvermittlung in Museen – Reflexionen, Konzepte und Impulse“, der soeben im Helbling Verlag erschienen ist.

Bild: Die im Helbling Verlag erschienene Publikation ist eine Gemeinschaftsproduktion der Musikvermittlungsstudiengänge am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg und an der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität.

Die Zahl der Musik- und Komponistenmuseen wächst europaweit kontinuierlich. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 130. Das Thema Musikvermittlung ist in diesen Museen zentraler Bestandteil der jeweiligen Konzeption, Präsentation und Museumspädagogik. Darüber hinaus führt die Museumskultur seit einigen Jahren eine fruchtbare Diskussion im Spannungsfeld von kultureller Bildung/Vermittlung, Edutainment/Eventkultur und Kommerzialisierung, der sich die Musikmuseen ebenso stellen müssen wie den Herausforderungen, dass erklingende Musik in ihrer Wahrnehmung an den Zeitverlauf gebunden ist und sich verflüchtigt, dass ihr ästhetisches Potenzial sich manchmal nicht von alleine erschließt und die vergangenen Lebenswelten von Komponistinnen und Komponisten oft fremd erscheinen.

Die Beiträge des Bandes „Musikvermittlung in Museen – Reflexionen, Konzepte und Impulse“ führen in die Welt der Musikermuseen und -ausstellungen ein, sie erläutern und beurteilen anhand ausgewählter Beispiele verschiedene Konzepte der Musikvermittlung in Museen und geben Impulse, wie Wege von der ersten Idee bis zur Realisierung einer Musik(er)-Ausstellung vor dem Hintergrund von Biographie und Werk, von Musik- und Kulturgeschichte beschritten werden können.

Kooperation der Musikvermittlungsstandorte Augsburg und Linz

Entstanden ist diese Publikation im Zuge einer seit 2012 laufenden ERASMUS-Kooperation der Masterstudiengänge „Musikvermittlung – Musik im Kontext“ an der Linzer Anton Bruckner Privatuniversität und „Musikvermittlung/Konzertpädagogik“ am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg., die von Dr. habil. Constanze Wimmer (Linz) und Prof. Dr. Johannes Hoyer (Augsburg) geleitet werden. "Nachdem wir seit 2012 durch regelmäßigen Dozentenaustausch, gemeinsame Workshops und jährlichen Treffen beider Studiengänge im Dialog stehen, spiegelt sich unsere fruchtbare Zusammenarbeit jetzt auch in dieser gemeinsamen Publikation", so Hoyer.

Die Beiträge basieren auf zwei in Augsburg und Linz entstandenen umfangreichen Masterarbeiten von Edith Wregg M.A. und Dr. Tobias Emanuel Mayer. Wregg stellt die Möglichkeiten der Musikvermittlung in Museen und deren Methoden und Formen anhand ausgewählter Beispiele kritisch auf den Prüfstand. Mayer reflektiert vor dem Hintergrund von Geschichte und Theorie der Museen und Museumspädagogik ein Fallbeispiel aus der Mozartstadt Augsburg.  Einleitend gibt Hoyer einen Überblick über die vielfältigen Aspekte des Themas Musik(er)-Museen und -Ausstellungen und setzt sich dabei – unter Einbeziehung aktueller Diskussionen zum Thema Museum – mit Entwicklungen und Perspektiven auseinander.

Die Etablierung der jungen Disziplin "Musikvermittlung" vorantreiben

"Indem wir jüngste Forschungen zur Musikvermittlung in Museen aufgreifen, leisten wir mit unserer Augsburg-Linz-Kooperation nicht zuletzt auch einen wichtigen Beitrag zur Theoriebildung in unserem noch jungen Hochschul- bzw. Universitätsfach", meint Hoyer. Beide Musikvermittlungsstandorte seien bestrebt, künftig noch enger und intensiver zusammenzuarbeiten. Es gebe bereits konkrete Pläne für weitere gemeinsame Publikationen und für den Ausbau der gemeinsamen Lehr- und Forschungsplattformen mit dem Anspruch, die Etablierung des Fachs Musikvermittlung und seine Qualitätssicherung zu befördern.

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Musikvermittlung in Museen – Reflexionen, Konzepte und Impulse, hg. v. Johannes Hoyer und Constanze Wimmer, Helbling Verlag, Esslingen/Innsbruck 2016, 228 Seiten, 39,90 Euro, ISBN 9783990355732

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Johannes Hoyer
Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg
Masterstudiengang Musikvermittlung/Konzertpädagogik
86135 Augsburg
Telefon 0821/450416-12
johannes.hoyer@phil.uni-augsburg.de

http://www.philso.uni-augsburg.de/de/lmz/Studium/Studiengaenge/Master_Musikvermittlung/