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UPD 77/17 - 15.05.2017                                 Meldung als pdf

Benefizkonzert „Schumannia“

Ein Abend mit Werken von Robert Schumann zum 25-jährigem Jubiläum von „Tür an Tür e. V.“ mit dem Cellisten Guido Schiefen und dem Pianisten Markus Kreul


Cellist Guideo Schiefen und Pianist Markus Kreul. Foto: Constantin VolkmarAugsburg/MH –Das Leopold-Mozart-Zentrum (LMZ) der Universität Augsburg veranstaltet amMittwoch,  24. Mai  ab 19.30 Uhr das Benefizkonzert „Schumannia“ im Rokokosaal der Regierung von Schwaben. Markus Kreul, Pianist und Dozent am LMZ, präsentiert zusammen mit dem renommierten Cellisten Guido Schiefen Werke des Komponisten Robert Schumann. Um 17.30 Uhr findet ein einleitender Vortrag zur Aktualität von Schumanns Musiksprache statt,  ein  Sektempfang schließt sich an.

Bild: Der Cellist Guido Schiefen und der Pianist Markus Kreul präsentieren beim Benefizkonzert "Schuhmannia" Werke von Robert Schuhmann. Foto: Constantin Volkmar

„Schumannia“ ist eine Referenz an die Fähigkeit von Menschen wie Robert Schumann, der Sprachlosigkeit gegenüber der Welt mit großer Kunst zu begegnen. „Der Augsburger Verein Tür an Tür – seit 25 Jahren Helfer für Menschen, die in ihrer neuen Heimat Deutschland Fuß fassen müssen – hat sich ein Konzert gewünscht, das dieser Entwurzelung Rechnung trägt und in Robert Schumann den idealen Komponisten gefunden“, erläutert Markus Kreul vom LMZ den Hintergrund des Benefizkonzertes.

Im Jahr 1849 entstanden – jeweils in nur wenigen Tagen – die Stücke des Konzertabends. Der 38 Jahre alte Robert Schumann schrieb inmitten der Wirren der Revolution von 1848 an einen Freund: "Mein fruchtbarstes Jahr war es – als ob die äußeren Stürme den Menschen mehr in sein Inneres trieben." Trotz seiner Begeisterung für die republikanischen Ideen flieht Schumann unter dem Eindruck der Straßenkämpfe mit seiner Familie aus Dresden aufs Land. "So fand ich", schreibt Schumann, "darin ein Gegengewicht gegen das von Außen so furchtbar Hereinbrechende." In jenen Tagen entstehen u. a. die drei Romanzen op. 94 und drei Fantasiestücke op. 73. Auch Adagio und Allegro op. 70 gehören in diesen Schaffensprozess.

Die Interpreten Guido Schiefen und Markus Kreul, sind bekannt für ihr einfühlsames und tiefes Spiel. Sie werden Schumanns Stücke aus der Tragik seiner Zeit in die Welt von heute übersetzen, die nicht weniger Zeichen von Verletzung zeigt, und die romantische Kraft seiner Musik erlebbar machen. Vorangestellt wird für Interessierte ein einleitender Vortrag mit Hörbeispielen, der zeigen wird, wie viel Schumanns Musiksprache mit der Gegenwart zu tun hat: Schumann als Vorreiter eines heutigen Individualismus konzentriert sich fast schon manisch ganz auf sein Inneres und seine Schöpferkraft. Daraus entsteht die Magie, die Gegensätze in der Musik gleichzeitig möglich macht: Komplexität und Einfachheit, Pathos und Innerlichkeit, Freude und Leid, Klarheit und Mysterium. Und damit die wundersame Fähigkeit, Heimat zu empfinden, wo keine zu sein scheint.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Zur Person: Pianist Markus Kreul

Markus Kreul studierte an den Musikhochschulen von Köln und München und ist mehrfach ausgezeichneter Preisträger von internationalen Klavierwettbewerben. Für die Universität Augsburg leitet er die Liedklasse des Leopold-Mozart-Zentrums. Seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker führt ihn nach Deutschland, Belgien, Österreich, Dänemark, in die Niederlande, in die Schweiz, nach Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland sowie in die USA und Kanada. Als Dozent ist er für Workshops und Meisterkurse u. a. in Deutschland, Dänemark, Italien, Griechenland und denIrak  tätig. 2013 erhielt er die Auszeichnung als "Nachwuchsförderer 2013" der Süddeutschen Zeitung. Als künstlerischer Leiter verantwortet er den Europäischen Kammermusik-Workshop Altomünster, bei nationalen und internationalen Wettbewerben engagiert er sich als Juror. Zahlreiche CD-Einspielungen und Rundfunkproduktionen dokumentieren sein breites Schaffen.

Zur Person: Cellist Guido Schiefen


Guido Schiefen studierte an der Musikhochschule Köln bei Prof. Alwin Bauer und erhielt prägende Anregungen von Maurice Gendron und Siegfried Palm. Nach frühen Wettbewerbserfolgen bereits in jungen Jahren und dem Gewinn des Hochschulwettbewerbs Köln 1989 wurde Schiefen als 22-Jähriger 1990 Preisträger des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau. Der Stipendiat der “Studienstiftung des deutschen Volkes” wurde 1993 mit dem begehrten Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstler ausgezeichnet. Mit Kammermusikpartnern wie Ingolf Turban, Alfredo Perl, Olaf Dreßler, Günter Ludwig, Ralph Manno, Dieter Klöcker, Anette Maiburg, Henri Sigfridsson, dem „ensemble incanto“ u. a. m. konzertiert Guido Schiefen auf nationalen wie internationalen Podien. Auch dort findet seine Bühnen- und Medienpräsenz aufmerksame und begeisterte Resonanz. Seit seinem erfolgreichen Debüt mit den Solosuiten von J.S. Bach bei der Bachwoche Ansbach hat sich Guido Schiefen einen glänzenden Ruf als Interpret dieser Werke erworben, der sich auch in seiner CD-Einspielung der sechs Suiten wiederspiegelt. Seine umfangreiche Diskographie beinhaltet wesentliche Werke der Cello-Literatur und der Kammermusik, wie die Cellokonzerte von Dvorak und Offenbach, die Solosonate von Zoltán Kodály, die Solosuiten von Max Reger, die Kompositionen für Cello von Franz Liszt und sämtliche Cello-Sonaten von Ludwig van Beethoven.  Sein breites Repertoire beinhaltet ebenfalls Werke zeitgenössischer Komponisten, die ihm zum Teil auch gewidmet sind. Seit 2000 ist Guido Schiefen als Künstlerischem Leiter des „Rhein-Sieg Kammermusikfestivals“ gelungen, mit diesem Kulturevent durch seine ambitionierten Programme Zuspruch und ein starkes Echo von Publikum und Presse im Großraum Köln-Bonn zu gewinnen. Seit 2008 lehrt Guido Schiefen in der Schweiz an der Hochschule für Musik Luzern.

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Ansprechpartnerin

Konstanze Frölich
Leopold Mozart Zentrum der Universität Augsburg
Öffentlichkeitsarbeit
Tel +49 +821-450416-36
konstanze.froelich@phil.uni-augsburg.de