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Keine Chance ohne fundierte SAP-Kenntnisse
Das Kürzel SAP steht für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung. Die in Walldorf ansässige SAP AG ist mit 13.000 Mitarbeitern in mehr als fünfzig Ländern das mit Abstand größte deutsche Software-Unternehmen; als die Nummer 4 unter den größten Software-Häusern der Welt ist die Firma v. a. weltweit führender Hersteller betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. SAP R/3, das derzeit aktuelle Produkt der Firma, ist weltweit bei über 7.500 Unternehmen installiert, 95 der hundert größten deutschen Unternehmen zählt die SAP AG zu ihren Kunden. Fast jeder BWL-Absolvent wird es deshalb irgendwie mit SAP-Programmen zu tun bekommen. Für Betriebswirtschaftler sind fundierte Kenntnisse dieser komplexen betriebswirtschaftlichen Software folglich ein absolutes Muß. Jeder Blick in die einschlägigen Stellenanzeigen der großen Tageszeitungen bestätigt dies. Und daß die SAP AG angekündigt hat, allein im laufenden Jahr 5.000 neue Mitarbeiter einzustellen, dürfte ein zusätzlicher Anreiz sein, sich SAP-fit zu machen.
Die Möglichkeit hierzu bietet die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg ihren Studierenden seit knapp einem Jahr in großem Stil: Sieben Lehrstühle der Institute für Betriebswirtschaftslehre bzw. für Statistik und Mathematische Wirtschaftstheorie haben sich in Kooperation mit der SAP AG zu einer Projektgruppe zusammengeschlossen, deren primäres Ziel es ist, möglichst vielen Studierenden eine wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung zu ermöglichen und sie durch die Vergabe einschlägiger Haus- und Diplomarbeiten in die SAP-bezogene Forschung der beteiligten Lehrstühle einzubinden. Um die lehrstuhlübergreifenden SAP-Aktivitäten in Lehre und Forschung zu koordinieren, hat die Fakultät mit Hilfe von Projektmitteln der Firmen SAP und Siemens Business Services auch einen SAP-Beauftragten gewinnen können: Markus Fischer, der aufgrund seiner früheren Tätigkeiten bei verschiedenen Unternehmen bereits über dreijährige Erfahrungen bei der Einführung und Betreuung von SAP verfügt, ist primär mit der Schulung von Mitarbeitern und Studierenden sowie mit der Systembetreuung befaßt. Die für das Projekt erforderliche Hardware - darunter hundert Studenten-Arbeitsplätze - wurde von der Universität bereitgestellt, wobei aus den CIP- und VDV-Programmen von Bund und Land Mittel in Höhe von DM 690.000,- eingeworben werden konnten.
Als Grundlage für den Start der Mitarbeiter-Schulung wurde zu Beginn
des Wintersemesters 1997/98 die Installation der R/3-Software sowie einer Modellfirma
erfolgreich durchgeführt. Gleichzeitig wurde in diesem Semester auch für
die Studierenden bereits ein selbst entwickelter SAP-Grundlagenkurs angeboten. Obwohl
dieser Kurs doppelt angeboten wurde, konnte die studentische Nachfrage bei weitem
nicht gedeckt werden. Aufgrund des erfolgreichen Teach the Teacher-Konzepts
kann im jetzt laufenden Sommersemester bereits ein stark erweitertes Programm mit
neuen verschiedenen SAP-Veranstaltungen angeboten werden, die auf den Grundlagenkursen
aufbauen; sie werden durch eine Ringvorlesung ergänzt, in der Praktiker mit
langjähriger SAP-Erfahrung referieren. Gleichzeitig wurden in mehreren Bereichen
auch schon SAP-bezogene Seminar-, Haus- und Diplomarbeiten sowie eine einschlägige
Dissertation vergeben. An den Lehrstühlen für BWL/Produktion und Logistik
sowie für BWL/Wirtschaftsinformatik sind die Planungen SAP-bezogener Forschungsprojekte
weit fortgeschritten.
Zuletzt geändert von presse@www.uni-augsburg.de
am Freitag, den 14. August 1998