| Pressemitteilung 73/1999 |
Zusätzlich zum neu genehmigten Augsburger SFB "Kooperative Phänomene im Festkörper":
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat am 24.11.1999 ein
umfangreiches Forschungsprogramm zum Thema "Manipulation von Materie auf der
Nanometerskala" an der Ludwig-Maximilians-Universität München
genehmigt, an dem neben dem Max-Planck-Institut für Biochemie in
Martinsried auch der Lehrstuhl für Theoretische Physik I der
Universität Augsburg (Prof. Dr. Peter Hänggi) beteiligt ist. In
derselben Sitzung war, wie bereits gemeldet (PD 70/99 vom 24. November 1999),
der SFB "Kooperative Phänomene im Festkörper:
Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade"
genehmigt worden, der an der Universität Augsburg selbst angesiedelt
ist.
Im SFB "Manipulation von Materie auf der Nanometerskala" werden Wissenschaftler
verschiedener Fachrichtungen aus Physik, Chemie, Biophysik und Biochemie
insgesamt 18 Teilprojekte bezüglich elektro-mechanischer und
elektro-optischer Manipulationen an nanoskopischen (d. h. an Sytemen mit einer
Längenskala von 0.000001 Millimeter) Werkzeugen studieren.
Die Nanowissenschaften befinden sich gegenwärtig im Brennpunkt von sich
stürmisch entwicklenden Forschungsrichtungen wie der Supramolekularen
Chemie, der Festkörperphysik und der Molekularbiologie. Das
wissenschaftliche Neuland der Nanowissenschaften wird sich nur durch die stark
interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den oben genannten Naturwissenschaften
erschließen lassen. Ein Hauptziele dieses neu eingerichteten
Sonderforschungsbereichs sind die Kontrolle, die Manipulation und die
Entwicklung neuer Srukturen auf kleinsten Längenskalen bis hin zu einzelnen
molekularen Einheiten.
Der SFB "Manipulation von Materie auf der Nanometerskala" wird eine
Vorreiterrolle sowohl in der Entwicklung als auch in der Nutzung neuer
molekularer Werkzeuge sowie bei der Erforschung und Verknüpfung kleinster
Systeme aus der Physik, Biologie und Chemie übernehmen. Als Produkt sollen
neuartige Funktionselemente auf molekularer Basis entstehen, die eine Einbindung
in die makroskopische Welt und die Erzeugung neuer sensorischer und
manipulativer Bauelemente erlauben.
Die Beiträge der Forschung des Augsburger Lehrstuhls für Theoretische
Physik I betreffen zum einen die Manipulation der Strom-Spannungscharakteristik
und die Verstärkung biologischer Informationsübertragung in
sogenannten Ionenkanälen, die eine elektrische Leitfähigkeit in
Biomaterialien überhaupt ermöglichen, und zum anderen beziehen sie
sich auf das Studium von mechanischen und elektrischen Manipulationen an
molekularen Drähten und leitenden Biopolymeren.
Sonderforschungsbereiche sind langfristige, in der Regel auf die Dauer von 15
Jahren angelegte, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte
Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler im Rahmen
fächerübergreifender Forschungsprogramme zusammenarbeiten.
Voraussetzung für die Genehmigung von Sonderforschungsbereichen ist eine
angemessene personelle und materielle Grundausstattung, die von der Hochschule
zur Verfügung gestellt wird. Vom Lehrstuhl der Theoretischen Physik I sind
zu den zwei genannten Themen insgesamt sieben Wissenschaftler aus der
Lehrstuhl-Grundaustattung mit eingebunden.
Institut für Physik der Universität Augsburg, 86135
Augsburg,
Professor Dr. Peter Hänggi, Telefon: 0821/598-3250, Fax: 0821/598-3222,
e-mail: haenggi@physik.uni-augsburg.de
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am Freitag, den 26. November 1999