| Pressemitteilung 20/2000 |
Verleihung am 28. März bei der DPG-Frühjahrstagung in Regensburg:
Der Augsburger Physiker Dr. Franz J. Gießibl ist Träger des Nanowissenschaftspreises, der in diesem Jahr erstmals verliehen wird. Der Preis würdigt Gießibls herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen auf dem Gebiet der Nanowissenschaft und der Nanotechnologie. Vergeben wird der mit 10.000 DM dotierte Preis vom Kompetenzzentrum Nanoanalytik, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderprogramm Nanotechnologie.
Die Nanowissenschaft befasst sich mit Phänomenen, die sich auf einer Längenskala von Nanometern (ein Millionstel Millimeter) abspielen. Das Studium der Naturerscheinungen auf der Nanometerskala ist sowohl für die Grundlagenforschung, als auch für die Technik von enormer Bedeutung. Die klassische Physik muß auf der Nanometerskala durch die Quantenmechanik ersetzt werden - es ergeben sich eine Reihe neuer physikalischer Phänomene. Aufgrund der zunehmenden Verkleinerung von elektrischen und mechanischen Bauelementen ist die Nanotechnologie eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.
Dr. Gießibl wurde für seine experimentellen und
theoretischen Beiträge zur Rasterkraftmikroskopie ausgezeichnet. Mit der
Rasterkraftmikroskopie kann man Oberflächen auf atomarer Skala
"photographieren". Die Rasterkraftmikroskopie wurde zwar bereits 1986 durch
Binnig, Quate und Gerber erfunden, atomare Auflösung konnte zunächst
jedoch nicht erreicht werden. Erstmals fand Gießibl ein
Abbildungsverfahren, mit dem man auch im Vakuum chemisch reaktionsfähige
Oberflächen mit atomarer Auflösung abbilden kann. Dieses Verfahren
gestattet sogar, Kräfte zwischen einzelnen Atomen zu messen. Durch
Gießibls theoretische Arbeiten wurde das physikalische Verständnis
des Abbildungsprozesses wesentlich erweitert. Anhand der in Augsburg
entstandenen Theorien und Apparaturen konnten verbesserte Abbildungsverfahren
entwickelt und das Auflösungsvermögen konnte weiter erhöht
werden.\line
Die Preisverleihung findet am 28. März 2000 anläßlich der
Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Regensburg
(http://www.dpg-physik.de/kalender/tagung.htm) statt.
Dr. Gießibl leitet die Rastersondenmikroskopiegruppe am Lehrstuhl von
Professor Mannhart an der Universität Augsburg und arbeitet derzeit an
seiner Habilitation zum Thema "Progress in Atomic Force Microscopy".
Institut für Physik der Universität Augsburg
Lehrstuhl für Experimentalphysik VI/Elektronische Korrelationen und
Magnetismus
86135 Augsburg
Telefax: 0821/598-3652
http://www.Physik.Uni-Augsburg.DE/exp6/index.shtml
Dr. Franz J.
Gießibl
Telefon: 0821/598-3675, e-mail: franz.giessibl@physik.uni-augsburg.de
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Prof.
Dr. Jochen Mannhart
Telefon: 0821/598-3650, e-mail: jochen.mannhart@physik.uni-augsburg.de
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am Montag, den 20. März 2000