| Pressemitteilung 2/2003 |
DFG bewilligt 0,5 Millionen Euro:
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der
Universität Augsburg im Rahmen von zwei Teilprojekten des weltweit als
führend anerkannten Sonderforschungsbereichs "Manipulation von Materie auf
der Nanometerskala" (SFB 486) für die nächsten drei Jahre
Fördermittel in Höhe von über einer halben Million Euro
bewilligt.
Die Nanotechnologie und die Nanowissenschaften stehen gegenwärtig im
Brennpunkt sich stürmisch entwickelnder Forschungsrichtungen wie der
Supramolekularen Chemie, der Festkörperphysik und der Molekularbiologie. In
dem mit insgesamt 6 Millionen Euro geförderten Sonderforschungsbereich
unter Federführung der Ludwig-Maximilians-Universität München
erforschen Physiker, Chemiker, Biophysiker und Biochemiker in einem Verbund von
insgesamt 22 Teilprojekten die elektro-mechanische und elektro-optische
Manipulation von nanoskopischen Systemen. Die Universität Augsburg ist in
diesem SFB durch den Lehrstuhl für Theoretische Physik I (Prof. Dr. Peter
Hänggi) und den Lehrstuhl für Experimentalphysik I (Prof. Dr. Achim
Wixforth) vertreten.
In der vergangenen Förderperiode sind den beteiligten Wissenschaftlern herausragende Entdeckungen gelungen - so etwa die Photoleitung in Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die Charakterisierung eines optisch gesteuerten molekularen Transistors und die Fluoreszenzlöschung an metallischen Nanopartikeln. Einzelne Viren konnten bei ihrer Invasion in Zellen verfolgt werden. Der kleinste jemals von Menschenhand geschaffene Motor, der durch ein einziges Molekül angetrieben wird, wurde entwi-ckelt. Präzise Theorien zum Verständnis molekularer Transportprozesse und chemischer Reaktionen wurden aufgestellt. Jetzt wollen die Forscher solche Prozesse wie die Auftrennung molekularer Mischungen beim Transport durch asymmetrische Hindernisse aufklären. Nanopinzetten, optisch geschaltete molekulare Ventile und für den Körper maßgeschneiderte Nanotransporter für Pharmaka sollen verwirklicht werden. Die im Zellinneren aktiven Motorproteine sollen in ihrer Funktionsweise verstanden und dann für den gerichteten Transport nanoskaliger Halbleiter-Bausteine in mikroskopisch kleinen "Fabriken" eingesetzt werden. Die transdisziplinäre Zusammenarbeit von Physikern, Chemikern Medizinern und Biologen, die sich aus ihrer jeweiligen Fachkenntnis heraus auf gemeinsame Fragestellungen konzentrieren, verspricht auch künftig spannende neue Entdeckungen.
Die Wissenschaftler der beiden an der Universität Augsburg angesiedelten Teilprojekte beschäftigen sich zum einen mit der theoretischen Erforschung der "Molekularen Elektronik", d. h. der Manipulation des Stromtransports in molekularen Systemen (Prof. Hänggi und Mitarbeiter, siehe UniPressedienst 73/99) sowie mit der Verstärkung biologischer Informationübertragung in sogenannten Ionenkanälen, die das Tor zur Außenwelt in biologischen Zellen darstellen. Zum anderen sollen in einem gemeinsamen experimentell-theoretischen Projekt neue, international großes Aufsehen erregende Nanolabors auf einem Chip zum Einsatz kommen (Profs. Wixforth und Hänggi und Mitarbeiter, siehe UniPressedienst 74/02): Durch virtuelle Barrieren mit gebrochener Symmetrie sollen in diesen Minilabors Makromoleküle wie zum Beispiel die Träger unseres Erbguts, der DNA, bezüglich ihrer Größe und demnach ihres Informationsgehalts sortiert werden.
Dass von der DFG unlängst auch die Fortführung und Aufstockung des von der Universität Augsburg getragenen Sonderforschungsbereich 484 "Kooperative Phänomene im Festkörper" bewilligt worden ist (siehe UniPressedienst 131/02), dass die Universität Augsburg darüber hinaus an dem von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderten Verbund FORNANO sowie am SFB 348 "Nanometer-Halbleiterbauelemente" und an dem von der TU München geleiteten SFB 438 "Mathematische Modellierung, Simulation und Verifikation in Material orientierten Prozessen und intelligenten Systemen" beteiligt ist, dokumentiert die zunehmende Bedeutung der Augsburger Naturwissenschaften für die Nanotechnologie.
http://www.nanoman.physik.uni-muenchen.de/
Prof. Dr. Peter Hänggi, Lehrstuhl für Theoretische Physik
I,
Telefon 0821/598-3250, peter.haenggi@physik.uni-augsburg.de
Prof. Dr.
Achim Wixforth, Lehrstuhl für Experimentalphysik I,
Telefon 0821/598-3301, achim.wixforth@physik.uni-augsburg.de
http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/1999/pm1999_073.html
http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2002/pm2002_074.html
http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2002/pm2002_131.html
Zuletzt geändert von presse@www.uni-augsburg.de
am Dienstag, den 14. Januar 2003