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60/04 - 26. April 2004
Begutachtung des EKM mit erstklassigem Ergebnis:
Übernahme durch den Freistaat ohne Vorbehalte
empfohlen
Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft,
Forschung und Kunst wurde der Bereich "Elektronische Korrelationen und
Magnetismus" (EKM) am Institut für Physik der Universität Augsburg von
einer internationalen Expertengruppe begutachtet. Grund dieser Evaluation war
die anstehende Übernahme des EKM in den bayerischen Staatshaushalt im Jahr
2006. Die Gutachterkommission, die aus Vertretern der Industrie, von
Universitäten und der Max-Planck Gesellschaft bestand, bestätigte die
im internationalen Vergleich hervorragenden Leistungen des EKM. Es wird - gerade
in Zeiten notwendiger Eliteförderung - empfohlen, das EKM als Einheit
weiterzuführen.
Zentrales Thema der modernen Festkörperphysik
Elektronische Korrelationen sind ein zentrales Thema der modernen
Festkörperphysik und der Materialforschung. Sie sind die treibende Kraft
hinter Phänomenen wie Hochtemperatursupraleitung, Ferromagnetismus und
Ferroelektrizität. Materialien mit starken elektronischen Korrelationen
bilden die Schlüsselelemente für die Entwicklung der Technik von
morgen. Manche von ihnen sind schon heute wesentliche Bausteine der
Mikroelektronik und werden in einem breiten Anwendungsspektrum eingesetzt. Die
angestrebte Miniaturisierung elektronischer Komponenten in der Informations-
oder Kommunikationstechnologie kann - bei gleichzeitiger Erhöhung der
Schaltgeschwindigkeiten - nur durch die konsequente Entwicklung neuer
Materialien und durch die Entdeckung neuer physikalischer Effekte geleistet
werden. So ist z. B. für eine zukünftige Spin-Elektronik (Spintronik)
die Entwicklung ferromagnetischer Halbleiter mit hoher Spinpolarisation
unabdingbar. Die japanischen und US-amerikanischen Forschungsaktivitäten
sind auf diesen Gebieten enorm, europäische Forschergruppen können bei
dieser Entwicklung nur durch konzentrierte Förderung mitwirken.
Seit 1996 wird der Bereich "Elektronische Korrelationen und Magnetismus" an der
Universität Augsburg erfolgreich ausgebaut. Er ist mittlerweile gut
etabliert, hat internationale Spitzenleistungen erzielt und genießt
weltweit einen ausgezeichneten Ruf, der in den zurückliegenden Jahren
wiederholt durch Preise und Auszeichnungen dokumentiert wurde.
International in der Champions-League und in Deutschland einzigartig
Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Bund und dem
Freistaat Bayern fand am 26. und 27. Februar 2004 die entscheidende Begutachtung
durch eine vom bayerischen Staatsministerium bestellte internationale
Gutachtergruppe statt, deren Ergebnis nun vorliegt. Das Gutachten
bestätigt, dass am EKM eine apparative Ausstattung aufgebaut wurde, die den
hohen Zielen, die dem EKM bei seiner Gründung gesetzt wurden, gerecht wird
und dem EKM eine internationale Spitzenstellung sichert. Gemäß dem
Begutachtungsergebnis sind die spektroskopischen Methoden, Kraftmikroskopie,
Tunnelmikroskopie, Einkristallzucht und die Epitaxie oxidischer Bauelemente mit
optimierter Laser-Deposition international der Champions-League zuzuordnen und
in Deutschland einzigartig. Die Gutachterkommission führt hierbei die
Kombination von Tunnel- und Kraftmikroskopie und die dielektrische Spektroskopie
besonders auf, bei der gemäß dem Gutachten die EKM-Wissenschaftler
auf Weltmaßstab zu den besten Gruppen gehören. Die Entwicklung neuer
supraleitender elektronischer Bauelemente wird als erstklassig beschrieben.
Ebenso wird den Arbeiten des Lehrstuhls für Theoretische Physik III
international ein sehr hohes Ansehen attestiert. Es wurden dort u.a. neuartige
theoretische Methoden entwickelt, die erstmals eine erfolgreiche ab-initio
Modellierung der Eigenschaften elektronisch hochkorrelierter Materialien
gestatten.
Zukunftsweisend, ambitioniert und äußerst
förderungswürdig
Die Gutachtergruppe bezeichnet den Leistungsnachweis des EKM in Form von
Publikationen und Präsentationen der Forschungsergebnisse bei
internationalen Konferenzen und in hoch angesehen Zeitschriften als
ausgezeichnet. Hierbei dokumentieren die erzielten Resultate die
außerordentliche Leistungsfähigkeit der Lehrstühle. Eine
große Zahl der Arbeiten wurde in der internationalen Presse beschrieben.
Die Gutachter bemerken, dass viele der Arbeiten, zusätzlich zu den
erzielten grundlegenden Erkenntnissen, für zukünftige industrielle
Anwendungen in der miniaturisierten Elektronik und beim verlustlosen
Stromtransport in supraleitenden Kabeln von Bedeutung sind. Hier wurden
grundlegende Verfahren zur Verbesserung von Starkstromkabeln entwickelt und
patentiert. Die geplanten Projekte wurden von der Gutachtergruppe als
zukunftsweisend, ambitioniert und äußerst förderwürdig
beurteilt.
Übernahme durch den Freistaat ohne Vorbehalte empfohlen
Aufgrund der erbrachten Leistungen und der Zukunftsperspektiven wird eine
Übernahme des EKMs durch den Freistaat Bayern als Einheit und ohne
Vorbehalte empfohlen. Nach Ende der jetzigen Phase, in der das EKM durch das
BMBF und den VDI betreut wird, soll das EKM durch einen wissenschaftlichen
Beirat unterstützt werden.
EKM-Homepage:
http://www.physik.uni-augsburg.de/ekm/ekm.shtml
Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Alois Loidl
Foto zu dieser Pressemitteilung in der idw-Ausgabe: |
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