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168/05 - 1. Dezember 2005
Rund zehn Prozent der von der DFG neu bewilligten 8,3 Millionen
Euro fließen an das Augsburger Physik-Institut
Die Augsburger Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs "Manipulation von
Materie auf der Nanometerskala" (SFB 486) sind für weitere vier Jahre
gesichert. Von den 8,3 Millionen Euro, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft
(DFG) jetzt für die vierjährige Fortführung dieses im Jahr 2000
eingerichteten und mittlerweile auf seinem Gebiet weltweit als führend
anerkannten Sonderforschungsbereichs bewilligt hat, entfallen 0,8 Millionen Euro
auf die beiden Projekte der Augsburger Physiker Prof. Dr. Peter Hänggi
(Lehrstuhl für Theoretische Physik I) und Prof. Dr. Achim Wixforth
(Lehrstuhl für Experimentalphysik I).
Nervensignale, Virenwanderwege in Zellen und Nano-Fabriken
In der zurückliegenden Förderperiode sind den beteiligten
Wissenschaftlern herausragende Entdeckungen und Fortschritte gelungen. An erster
Stelle ist hier die aktive Kontrolle der neuronalen Signalverarbeitung durch
gezielte Manipulationen an Ionenkanälen zu nennen. In den kommenden vier
Jahren wird sich zum einen Hänggis Arbeitsgruppe nun verstärkt der
Frage widmen, wie Viren - etwa das HIV-Virus - in Zellen eindringen und zum
Zellkern weiterwandern, und man wird versuchen, die Rolle von seltenen
Fluktuationen in Nanomaschinen besser verstehen zu lernen. In einem gemeinsamen
Projekt werden die Theoretiker um Hänggi und die Experimentalphysiker am
Lehrstuhl Wixforth zum anderen mittels "planer Fluidik" auf strukturierten
Chipoberflächen den gezielten Transport von Biomolekülen und anderen
Makromolekülen studieren mit dem Ziel, diesen Transport manipulieren zu
können. "Wir wollen", erläutert Wixforth, "die Funktionsweise der im
Zellinneren aktiven Motorproteine verstehen lernen, um sie dann für den
gerichteten Transport nanoskaliger Halbleiter-Bausteine in mikroskopisch kleinen
'Fabriken' gezielt einsetzen zu können. Konkret streben wir in diesem
Projekt die hierfür erforderliche optimale Mischung von Reagenzien in
winzigen Volumina an, die etwa einem durch 1.000.000.000.000.000 - das ist eine
Milliarde mal eine Million - geteilten Liter entsprechen." Zugleich soll dabei
das Verständnis mikrofluidisch induzierter Prozesse bei der Blutgerinnung
vorangebracht werden, die u. a. zur Arteriosklerose führen. Und
schließlich wird die Realisierung optisch geschalteter molekularer Ventile
und maßgeschneiderter Nanotransporter für Pharmaka angestrebt.
"Von der transdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Physikern, Chemikern,
Medizinern und Biologen, die sich in diesem SFB 468 aus ihrer jeweiligen
Fachkenntnis heraus auf gemeinsame Fragestellungen konzentrieren, versprechen
wir uns auch in den kommenden vier Jahren spannende neue Entdeckungen", meint
Hänggi.
Fotos zu dieser Pressemitteilung in der idw-Ausgabe:
http://idw-online.de/pages/de/news139097
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Hänggi
Prof. Dr. Achim Wixforth
Weitere Informationen:
http://www.nanoman.physik.uni-muenchen.de/ |
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