Die CORRMORAN GmbH basiert auf für die industrielle Nutzung
weiterentwickelten Ergebnissen eines EU-geförderten
AMU-Forschungsprojekts
Den für industriellen Einsatz weiterentwickelten Prototyp einer Sonde,
die es ermöglicht, den Korrosionsangriff im Kessel einer
Müllverwertungsanlage online zu verfolgen, zunächst als
Dienstleistung, später eventuell auch als käufliches Produkt
anzubieten - mit dieser Geschäftsidee haben Dr. Barbara Waldmann, Bernhard
Stöcker und Dr. David Schrupp vom Anwenderzentrum Material- und
Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg den diesjährigen
Business-Plan-Wettbewerb Schwaben (BPWS) gewonnen.
Den Korrosionsangriff online analysieren
Korrosion ist der Hauptgrund für den begrenzten energetischen Wirkungsgrad
von Müllverbrennungsanlagen und für deren hohe Wartungskosten.
Wissenschaftler am Augsburger Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung
(AMU) haben im Rahmen eines von der EU und vom Bayerischen Staatsministerium
für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz geförderten und
mittlerweile abgeschlossenen Projekts zur Charakterisierung und Analyse der
Beläge und des Korrosionsangriffs an Wärmetauschern in
Müllverwertungsanlagen den Prototyp für eine stabförmige Sonde
entwickelt, die bei laufendem Betrieb in die Anlage eingeführt werden kann
und es möglich macht, den Korrosionsangriff online zu verfolgen. So werden
wichtige Erkenntnisse über die zeitlichen Zusammenhänge zwischen
Prozessparametern und diesem Korrosionsangriff gewonnen. Unter den genannten
Gesichtspunkten des Wirkungsgrads und der Wartungskosten können aus diesen
Erkenntnissen wertvolle Informationen an die Anlagenbauer und -betreiber
weitergegeben werden.
Weiterentwicklung zur industriellen Anwendungsreife
"Unser Konzept stieß in Fachkreisen frühzeitig auf großes
Interesse, nachdem die Korrosion nach wie vor eines der belastendsten Probleme
ist, mit denen Müllverbrennungsanlagen sowohl unter dem Aspekt der
Energieeffizienz als auch mit Blick auf den Wartungsaufwand konfrontiert sind",
berichtet Projektleiter Prof. Dr. Ferdinand Haider. Die im Zuge des Projekts
entwickelte Sonde sei für die Forschungszwecke voll ausgereift gewesen und
habe wichtige Erkenntnisse geliefert. "Für einen industriellen Einsatz war
sie jedoch auch bei Projektabschluss noch ungeeignet. An unserem auf Transfer
ausgerichteten Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung", so Haider weiter,
"haben wir den Prototyp der Sonde, insbesondere die zughörige
Steuerelektronik so weiterentwickelt bzw. neu konzipiert, dass nun eine erste
industriell anwendungsfähige Version dieser Sonde vorliegt." Sie wird
bereits in einer Reihe von Anlagen in Deutschland und auch im europäischen
Ausland erfolgreich eingesetzt.
Im Rahmen des EXIST-Programms und mit Unterstützung der
Universität
Die Projektergebnisse und das rege Interesse von Experten haben die Augsburger
AMU-Forscher schließlich dazu motiviert, das Potential einer auf der Sonde
basierenden Ausgründung zu eruieren. Ein dementsprechender Antrag im
EXIST-Gründerprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums, den Waldmann,
Stöcker und Schrupp stellten, war erfolgreich und ermöglichte es, die
wirtschaftlichen und juristischen Aspekte einer Firmengründung zu
klären. Auf der Basis eines im Rahmen des EXIST-Programms erstellten
fundierten Businessplans werden Waldmann und ihre beiden AMU-Kollegen
Gesellschafter dieser Ausgründung - einer GmbH - sein. Haider und sein
Kollege Prof. Dr. Siegfried Horn (Lehrstuhl für Experimentalphysik II)
werden das Ausgründungsprojekt in Form eines Beirats ohne wirtschaftliche
Beteiligung begleiten. "Wir freuen uns, dass auch die Universität insgesamt
unserer Ausgründung sehr positiv gegenübersteht und sich im Rahmen des
EXIST-Antrags verpflichtet hat, unser Projekt zu unterstützen", sagt
Barbara Waldmann. Unterstützung kommt auch von der Gemeinschaftskraftwerk
Schweinfurt GmbH (GKS), mit deren Geschäftsführer Dr. Ragnar Warnecke
zusammen das Projekt vom Augsburger AMU abgewickelt wurde.
Zunächst als Dienstleistung, später auch als käufliches
Produkt
Die neue Firma wird auf den Namen CORRMORAN (für CORRosion MOnitoring and
ANalysis) hören. "Zunächst", so die künftige
CORRMORAN-Gesellschafterin Waldmann, "werden wir Unternehmen aus dem Bereich der
Abfallverbrennung die von uns entwickelte Sonde als Dienstleistung anbieten,
später vielleicht auch als käufliches Produkt. So oder so können
wir unseren Kunden helfen, den Betrieb ihrer Anlagen sicherer und
energieeffizienter zu machen."
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Fotos zu dieser Pressemitteilung:
http://idw-online.de/pages/de/news251358
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Anprechpartner:
Dr. Barbara Waldmann
Universität Augsburg
Institut für Physik/AMU
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-3587
barbara.waldmann@physik.uni-augsburg.de
http://www.amu-augsburg.de/
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Zum BPWSchwaben siehe auch http://www.mbpw.de/index.php?id=200