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133B/08 - 12. Oktober 2008 Ist die Ökonomisierung der Bildung ökonomisch?
Ein Zukunftsforum mit drei Themenabenden zu den Bereichen
Kindergarten, Schule und Universität am 13. Oktober, 10. November und 8.
Dezember 2008
Gemeinsam mit der Abteilung Medienpädagogik des Instituts für
Medien und Bildungstechnologie (imb) der Universität Augsburg und der
Hanns-Seidel-Stiftung lädt der Verein Ökonomie und Bildung e. V. am
13. Oktober 2008 zum ersten Workshop eines dreiteiligen Zukunftsforums zur Frage
"Ist die Ökonomisierung der Bildung ökonomisch?" Zunächst am
Beispiel des Kindergartens und dann mit Blick auf die Kontexte Schule (10.
November) und Universität (8. Dezember) steht hier im Dialog von
Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in erster Linie die Problematik einer
unreflektierten Übertragung ökonomischer Prinzipien auf
Bildungssysteme, Bildungsinstitutionen, Bildungsprozesse und Bildungsbeteiligte
zur Diskussion. Veranstaltungsort ist jeweils das Konferenzzentrum München
der Hanns-Seidel-Stiftung (Lazarettstraße 33, 80636 München).
Weiterhin geht es aber auch um die Beteiligung der Bildung an der Schaffung
günstiger Rahmenbedingungen für Wohlstand und Entwicklung:
Berücksichtigt die Bildungsarbeit die Wirtschaft als (eine) Anspruchsgruppe
(von vielen)? Werden die Kinder, die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen auf
das Arbeitsleben vorbereitet?
Jenseits dieser nötigen und legitimen Fragen werde das Verhältnis von
Ökonomie und Bildung dort aber problematisch, wo ökonomische
Prinzipien auf Bildungssysteme, Bildungsinstitutionen, Bildungsprozesse und
Bildungsbeteiligte unreflektiert übertragen werden, meint Dr. Frank Vohle,
Mitarbeiter der Augsburger Medienpädagogik und Vorsitzender des Vereins
Ökonomie und Bildung e. V.: "Und unreflektiert ist dieser Prozess dann,
wenn das zugrunde liegende Ökonomieverständnis intransparent bleibt
oder verkürzte bzw. laienhafte Vorstellungen von 'Ökonomie'
handlungsleitend werden. Die daraus resultierenden Folgen werden selbst von
Vertretern der Ökonomie nicht mehr als sinnvoll erachtet. Es kommt", so
Vohle, "zur paradoxen Situation, dass die Ökonomisierung der Bildung
möglicherweise nicht ökonomisch ist."
Beispiel Kindergarten
Im ersten Workshop (13. Oktober 2008, 17.30 bis 20.30 Uhr) wird das Thema des
Zukunftsforums auf den konkreten Kontext des Kindergartens bzw. der
frühkindlichen Bildung heruntergebrochen. Letztere steht derzeit bei
Bildungspolitik, Wissenschaft und Wirtschaft hoch im Kurs. So transferieren
McKinsey & Company z. B. ihren betriebswirtschaftlichen Erfahrungsschatz in
die Bildungsdomäne Kindergarten. Begriffe und Konzepte wie
"Qualitätsmanagement", "Evaluation" und "Leitbild" werden dort -
natürlich "zum Wohl des Kindes" - rasch aufgegriffen. Dies ist ein Beispiel
für die "Ökonomisierung der Bildung" im Sinne einer Übernahme von
ökonomischen Steuerungsprinzipien. Andere Beispiele verbinden sich mit den
Schlagworten "Betreuungseffizienz", "FasTracKids" oder "Bilinguale Schule" und
weisen damit auf normative Neuorientierungen, die in Konkurrenz zu
althergebrachten Bildungsvorstellungen stehen.
"Wir gehen in diesem ersten Workshop der Frage nach, ob die aktuellen
Rahmenbedingungen und Zielvorgaben, unter denen frühkindliche Bildung
organisiert wird, geeignet sind, eine nachhaltige Entwicklung aufzubauen. Denn
genau diese", so Vohle, "kann Pädagogen und Ökonomen
zusammenbringen."
Nach der Einführung in die Thematik mit Hilfe eines zehnminütigen
Trailers sieht das Programm Statements von Joachim Unterländer, MdL
(Vorsitzender des Arbeitskreises Sozial-, Gesundheits- und Familienpolitik im
Bayerischen Landtag, München), PD Dr. Fabienne Becker-Stoll (Direktorin des
Staatsinstituts für Frühpädagogik, München) und Prof. Dr.
Jürgen Kluge (Director McKinsey & Company, Düsseldorf) vor. Die um
18.30 Uhr anschließende einstündige Diskussion wird von Christine
Burtscheidt (Süddeutsche Zeitung, München) moderiert.
Für die Teilnahme ist eine schriftliche Anmeldung mit Angabe des
Veranstaltungstitels und der Adresse des Absenders an Fax 089/1258-469 oder an
E-Mail Ref0205@hss.de erforderlich. Nach Veranstaltungsbeginn ist der Einlass
leider nicht gewährleistet. Für organisatorische Rückfragen steht
Frau Frankenhauser unter Telefon 089/1258-266 zur Verfügung.
Ansprechpartner:
Dr. Frank Vohle |
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