Der Physiker und Nanowissenschaftler Achim Wixforth eröffnet
die Reihe "University Talks Future" zum Augsburger "Jahr der Wissenschaft
2009"
Augsburg/KPP - Die Nanotechnologie als eine - oder die? -
Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts ist Thema des Auftakts zu der
Reihe "University Talks Future", mit der die Universität Augsburg bis in
den Dezember 2009 hinein an sieben Abenden zur "Forschungsexpedition
Deutschland" ins S-Planetarium Augsburg einlädt. "Wir freuen uns sehr, dass
uns die Stadtsparkasse Augsburg ihr Planetarium zur Verfügung stellt und
damit dieser Vortragsreihe, die dem Motto des aktuellen Wissenschaftsjahrs
entsprechend zum Weiterdenken einlädt, das passende Ambiente verschafft",
so Konstanze Fröhlich, die für die Beiträge der Universität
Augsburg zum "Jahr der Wissenschaft 2009" konzeptionell und organisatorisch
verantwortlich zeichnet.
"Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen werden
Aspekte aus ihrem jeweiligen Forschungsgebiet darstellen und über
Perspektiven und Zukünfte sprechen, die sich in diesem fachlichen Kontext
abzeichnen", erläutert Frölich die Idee der Vortragsreihe. "Dazu
gehört auch, dass die zwei Referentinnen und fünf Referenten im
Anschluss an der Vortrag mit dem Publikum weiterdenken und darüber
diskutieren werden, wie sich Wissen und Gesellschaft in Zukunft entwickeln
könnten."
Los geht es am kommenden Donnerstag, dem 9. Juli, mit Prof. Dr. Achim Wixforth,
der an der Universität Augsburg den Lehrstuhl für Experimentalphysik I
innehat und mit seiner Arbeitsgruppe maßgeblich am Exzellenz-Cluster
"Nanosystems Initiave Munich" (NIM) beteiligt ist.
Der Vortrag: Nano - Technologie der Zukunft oder hype?
Nanotechnologie ist heute in aller Munde: Vom Science Fiction-Film über die
Tagespresse bis hinein in die Chefetagen großer Geldinstitute -
überall ist sie präsent, überall wird über sie spekuliert,
bisweilen wird sie als die "Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts"
gehandelt.
Was steckt hinter diesen Spekulationen und Erwartungen? Wie er in seinem Vortrag
am 9. Juli diese Frage angehen wird, umreißt Wixforth
folgendermaßen: "Mit der Entdeckung der Zugriffsmöglichkeiten auf die
einzelnen Bausteine der Materie sowie mit dem damit zunehmenden Verständnis
der Selbstorganisation dieser Bausteine hat weltweit die industrielle Eroberung
nanoskaliger Dimensionen begonnen. Die Vorsilbe "Nano" - die im Altgriechischen
'Zwerg' bedeutet - bezeichnet einen Größenbereich, der einhundertfach
kleiner als derjenige derzeitiger Bauelemente ist. Sowohl durch Einsatz neuer
physikalischer Instrumente und Verfahren, als auch durch die Nutzung von
Bauplänen der belebten und unbelebten Natur zum selbstorganisierenden
Aufbau von Materie können heute künstliche Systeme hergestellt werden,
die deutlich kleiner als lebende Zellen sind. In meinem Vortrag will ich anhand
unterschiedlichster Beispiele vermitteln, was mit solchen Systemen heute bereits
möglich ist, ich will aber auch über Visionen sprechen und
diskutieren, die wir zwar heute schon haben, deren praktische Realisierung aber
noch aussteht."
Der Referent: Prof. Dr. Achim Wixforth
Achim Wixforth hat in Hamburg Physik studiert und im Jahre 1987 über
Halbleitermikrostrukturen bei tiefen Temperaturen und in hohen Magnetfeldern
promoviert. Danach ging er als postdoc an die Universiity of California in Santa
Barbara, wo er sich mit dem Wachstum von Halbleiterschichtstrukturen
beschäftigte. Hier arbeitete er mit dem Pionier der Halbleiterelektronik
und späteren Nobelpreisträger Herbert Krömer zusammen. Nach
Deutschland zurückgekehrt, folgte er einem Angebot der LMU München, an
der er sich im Jahre 1994 mit einer Arbeit über kollektive Anregungen in
hoch beweglichen Elektronengasen habilitierte. 1998 wurde Wixforth mit dem
renommierten Walter-Schottky-Preis für Festkörperforschung
ausgezeichnet.
Zwei Jahre später gründete er zusammen mit ehemaligen Doktoranden eine
Firma an der Nahtstelle zwischen Nanotechnologie, Biologie, Biophysik und
Medizin. Mit einer Größe von rund 40 Mitarbeitern wurde dieser
"Bayerische Mittelstandsbetrieb des Jahres 2002" nach nur fünf Jahren zu
100 Prozent von dem japanischen Olympus-Konzern übernommen - als Keimzelle
eines von Olympus 2007 in München-Großhadern dann errichteten, 350
Mitarbeiter zählenden Forschungsinstituts.
Seit 2002 ist Wixforth Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik I an
der Universität Augsburg. Seine mehr als 50 Mitglieder zählende
Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit hoch aktueller und
interdisziplinärer Forschung im Bereich der Nanowissenschaften zwischen
Festkörper-Quantensystemen und dem Studium biologischer Vorgänge auf
der Nanoskala.
Wixforth ist Inhaber von über 40 Patenten und Autor bzw. Koautor von
über 180 wissenschaftlichen Publikationen. Seine Arbeitsgruppe ist
prominentes Mitglied der "Nanosystems Initiave Munich" (NIM), einem der
ausgezeichneten Cluster in der Exzellenzinitiative des Bundes.
University Talks Future: die Reihe
Nach dem nanotechnologischen Auftakt am 9. Juli wird es am 22. Juli mit
"University Talks Future" und einem ganz anderen Thema bereits weitergehen:
"Zukunft der Ökumene - Ökumene der Zukunft" lautet der Titel, mit dem
Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Lehrstuhl für Evangelische
Theologie/Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen) seinen
Beitrag überschrieben hat.
Nach der Sommerpause folgen dann
am
28.September Prof. Dr. Dr. Werner Wiater (Pädagogik) mit "Erziehung in
Zeiten der Globalisierung. Zwischen Weltoffenheit und dem Bedürfnis nach
Beheimatung"
am 20.
Oktober Prof. Dr. Armin Reller (Festkörperchemie/Ressourcenstrategie) mit
"Droge Konsum - Rache Ruin? - Ressourcenkreisläufe der Zukunft"
am 11.
November Prof. Dr. Christian Schröer (Philosophie) mit "Verantwortung
für eine veränderte Welt"
am 24
November Prof. Dr. Beate Gsell (Rechtwissenschaft) "Aktuelle Entwicklungen im
Europäischen Verbraucherrecht" und
am 7.
Dezember schließlich Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel (Europäische
Ethnologie) mit "Von Nachtwandlern und Mondsüchtigen.
Online-Enzyklopädien und der Mythos vom Fortschritt des Wissens".
Erst das All, dann der Vortrag
Die Veranstaltungen der Reihe "University Talks Future" beginnen jeweils um
19.00 Uhr im Sparkassen-Planetarium Augsburg (Augusta-Arkaden,
Ludwigsstraße 2, 86150 Augsburg). Dem Vortrag geht zur Einstimmung stets
eine rund 30-minütige Show des Planetariums voraus.
Anmeldung erforderlich
Da im S-Planetarium Augsburg nur 70 Plätze zur Verfügung stehen, ist
Anmeldung zwingend erforderlich. Interessentinnen und Interessenten werden
gebeten, sich per Email an konstanze.froelich@praesidium.uni-augsburg.de zu
wenden. Soweit noch Plätze verfügbar sind, erfolgt eine verbindliche
Reservierungsbestätigung.
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Ansprechpartnerin:
Konstanze Frölich
Telefon 0821/598-4117
konstanze.froelich@praesidium.uni-augsburg.de