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UPD 149/10 - 08.07.2010

Prof. Dr. Franz Körndle: Professur für Musikwissenschaft

Der neue Inhaber der Professur für Musikwissenschaft Prof. Dr. Franz Körndle ist Kenner von Kirchenmusik, Orgelbau und Musik im Jesuitentheater


Augsburg/CW - Seit Beginn des laufenden Sommersemesters bekleidet Professor Dr. Franz Körndle die Professur für Musikwissenschaft. Das breitgefächerte Spektrum seiner Forschung und Lehre belegen auch seine Publikationen zu Kirchenmusik, zum Jesuitendrama, zu Tasteninstrumenten des 18. und 19. Jahrhunderts sowie zur Landesgeschichte. Wichtig ist dem Musikwissenschaftler, sein Fach im Zusammenwirken mit anderen Disziplinen zu betreiben wie etwa der Theologie, Soziologie und Ethnologie aber auch Pädagogik und Kunstgeschichte. Körndle ist 1. Vorsitzender der Gesellschaft Klostermusik in Schwaben und der Academia Musicalis Thuringiae e.V. Im Bereich Instrumentenkunde unterhält Körndle Kooperationen mit den Fraunhofer Instituten in Fürth und Saarbrücken sowie dem Greifenberger Institut für Musikinstrumentenkunde.

Vita Prof. Dr. Franz Körndle

Körndle wurde 1958 in Monheim geboren. Er studierte seit 1980 Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten München und Augsburg. 1990 wurde er an der Universität München zum Dr. phil. promoviert, 1996 daselbst habilitiert. Körndle war von 1986 bis 1997 Assistent am Münchner Institut und von 1997-1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Nach 1999 nahm er Vertretungen in Tübingen, München, Regensburg und Augsburg wahr. Von 2001 bis 2008 war er Hochschuldozent am gemeinsamen Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Franz Liszt und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, von 2008 bis 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Seit April 2010 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Universität Augsburg.

Forschung

In der Forschung setzt Körndle vier Schwerpunkte: Kirchenmusik, Instrumentenkunde, Musik der Jesuiten, Regionalforschung. Wichtig hierbei ist dem Musikwissenschaftler, dass all diese Bereiche ineinander greifen und sich teilweise gegenseitig bedingen. Im Feld der Untersuchungen zu Kirchenmusik interessiert Körndle insbesondere das Verhältnis von kirchlicher Obrigkeit und Musik. Was wurde beobachtet? Wie konnten Vorschriften umgangen werden? Betrachtet er auf dem Feld der Instrumentenkunde eine Vielzahl von besaiteten Tasteninstrumenten (Clavichord, Cembalo, Hammerklavier), so gilt Körndles besonderes Augenmerk der Königin der Tasteninstrumente, der Orgel, mit den Bereichen Herstellung, Material, Konzeption und Handwerk. Zu diesem Musikinstrument publizierte Körndle aufwändige, didaktisch aufbereitete Multimedia-Präsentationen. Ein weiteres Forschungsfeld erhellt die Musikpraxis der Jesuiten im Theater des 16. - 18. Jahrhunderts. Schließlich widmet sich Körndle der Regionalforschung. Hierbei untersucht der Musikwissenschaftler die Musik in der freien Reichsstadt Augsburg (Musiker, Repertoire, Aufführungspraxis, Musikalienhandel, Instrumentenbau), Musik in den schwäbischen Klöstern bis zur Säkularisation sowie die Musik am Münchner Hof. Schließlich erforscht Körndle den in der Augsburger Universitätsbibliothek befindlichen Bestand der Oettingen-Wallerstein-Sammlung.

Publikationen

Entsprechend des breiten Forschungsfeldes publiziert Körndle ebenso vielschichtig wie umfassend. Neben einer Vielzahl von Aufsätzen zur Musikgeschichte und Instrumentenkunde verfasste der Musikwissenschaftler ebenso eine anschauliche Menge an Handbucheinträgen und Lexikonartikeln. Nachfolgend eine sehr kurze Auswahl einiger seiner Publikationen.

Die Bulle Docta sanctorum patrum". Überlieferung, Textgestalt und Wirkung; in: Die Musikforschung 63 (2010), S. 147-165.

Der "tägliche Dienst" der Münchner Hofkapelle im 16. Jahrhundert; in: Trossinger Jahrbuch für Renaissancemusik 2001, Kassel 2001.

Neue Liebe, neues Leben. Ein Goethe-Gedicht in den Vertonungen von Ludwig van Beethoven; in: Anuario Musical 56 (2001); En homenaje al Prof. Dr. D. José Vicente González Valle, S. 185-195.

Orlando di Lasso's Fireworks Music"; in: Early Music 32 (2004), S. 96-116.

Was wußte Hoffmann? Neues zur altebekannten Geschichte von der Rettung der Kirchenmusik auf dem Konzil von Trient; in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 83 (1999), S. 65-90.

Der Orgelmacher Marx Günzer; in: Acta Organologica 30 (2010), S. 1-32.

Einen umfassenderen Überblick zu den Publikationstätigkeiten von Körndle finden sich auf dessen homepage unter: http://www.philso.uni-augsburg.de/de/lmz/institute/mmm/musikwiss/mitarbeiter/koerndle/publikation/
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Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Franz Körndle
Professur für Musikwissenschaft
Universität Augsburg
Universitätsstraße 10
86159 Augsburg
Tel.: +49 (821) 598-5640
franz.koerndle@phil.uni-augsburg.de