In den zwei wohl letzten Ausstellungen "in der Schill" zeigen
Magisterabsolventinnen und Studentinnen eines Textil-Seminars vom 18. Januar bis
zum 17. März 2012 die Ergebnisse ihres Schaffens.
Augsburg/GN/KPP - Mit einer gemeinsamen Vernissage zweier Ausstellungen, die
die letzten "in der Schill" sein werden, geht der unmittelbar vor seinem Umzug
auf den Campus stehende Lehrstuhl für Kunstpädagogik ins Jahr 2012: Am
17. Januar wird - wie gesagt zum letzten Mal am Universitätsstandort
Schillstraße 100 - sowohl die traditionelle Ausstellung der
Magisterabsolventinnen und -absolventen - diesmal unter dem Titel "Vom Suchen
und Finden" - eröffnet und zugleich die Ausstellung "Verpuppung", die die
Ergebnisse zweier Seminare präsentiert, in denen es darum ging, Papier und
Textilien zum "Verhüllen" einzusetzen. Die Doppelvernissage beginnt um
18.00 Uhr. Beide Ausstellungen laufen dann bis zum 17. März 2012 und sind
montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 12.00
Uhr bei freiem Eintritt zugänglich.
Unter dem Motto "Vom Suchen und finden" zeigen Sarah Feicht, Julia Gorbach,
Katharina Lutter, Johanna Menzler und Julia Schmierer grafische, gemalte und
mediale Werke, die während ihres Magisterstudiums entstanden sind.
Werke von fünf Sucher- und Finderinnen
Sarah
Feicht studiert seit 2006 Kunstpädagogik im Hauptfach. Im Zentrum ihres
künstlerischen Schaffens steht die menschliche Figur in all ihren Facetten.
Verschiedene Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten erprobt sie in
zahlreichen Aktstudien und Skizzen. Das Spektrum zeichnerischer
Darstellungsmöglichkeiten interessiert sie besonders. Von
ausdifferenzierten Details bis zu expressiven Strichführungen werden
unterschiedliche Aspekte betont. Es geht ihr dabei darum, Atmosphäre sowie
besondere Eigenheiten der dargestellten Figuren wiederzugeben. Durch
Übertreibung und Ironisierung werden Ideale von Schönheit und
Ästhetik in Frage gestellt.
Julia
Gorbach kommt aus Russland. Seit dem Wintersemester 2003/04 studiert sie in
Augsburg Kunstpädagogik als Magister-Hauptfach. Ihren künstlerischen
Schwerpunkt legt sie auf die Bereiche Malerei, Zeichnung und Druck. Ihre
malerischen Arbeiten zeigen primär Landschaften und Stillleben in
stimmungsvoller und naturübersteigender Farbigkeit mit einem Touch
russischer Folklore. Aktzeichnungen und Werke in verschiedenen Drucktechniken
wie Print, Siebdruck und Radierung ergänzen ihr künstlerisches
Schaffen.
Katharina
Lutter studiert seit 2007 an der Universität Augsburg
Kunstpädagogik mit den Magister-Nebenfächern
Kunstgeschichte/Bildwissenschaft und Europäische Ethnologie. Ihren
künstlerischen Schwerpunkt bilden die Digitale Fotografie und die
räumliche Gestaltung mit Holz. Die Fotografien zeigen Detailaufnahmen aus
besonderen Blickwinkeln, die die Form eines Gegenstandes und die Komposition in
den Vordergrund rücken. Bei der Holzbearbeitung mit der Motorsäge
arbeitet sie abstrakt, um die Form und die Oberflächenstruktur des
Werkstoffs zu betonen.
Julia
Schmierer absolviert seit dem Wintersemester 2006/2007 einen
Realschullehramtsstudiengang mit der Fächerverbindung Kunst und Deutsch und
parallel einen Magisterstudiengang mit dem Hauptfach Kunstpädagogik und den
Nebenfächern Kunstgeschichte und Schulpädagogik. In ihrem Grundstudium
konzentrierte sich Julia Schmierer auf die Aktzeichnung. Die dabei gesammelten
Erfahrungen zeigen sich besonders in ihren figürlichen Malereien,
Zeichnungen und Bildhauereien, die um das Thema "Beziehungsgeflechte" kreisen.
Ausgelöst durch einen längeren Praktikumsaufenthalt in Lettland und
durch Reisen durch das ländliche Baltikum prägt seit den letzten
Semestern ein weiteres Themengebiet ihre Arbeiten: Herausgelöst aus dem
sozialen Umfeld, beginnen Gegenstände assoziative Erinnerungen an Zuhause
hervorzurufen. Da wird ein Auto zum Wohnhaus, eine Supermarktlampe zum eigenen
Planeten oder Treppengeländer beginnen zu tanzen. Solche Assoziationen,
aber auch beiläufige Reiseszenen, fängt sie mit der Kamera oder mit
schnellen Skizzen ein.
Johanna
Menzler studiert seit 2007 Kunstpädagogik im Magister-Hauptfach. In
einem breiten Spektrum von Materialien und Techniken widmet sie sich mit
Vorliebe Motiven, die sie in der Beobachtung von Natur und Umwelt ansprechen und
zum Erkunden einladen. Ob in der Darstellung einer zufälligen Konstellation
aus Blumen und Müll oder im großformatig und farbenfroh wiedergegeben
bzw. im zeichnerischen wie plastischen Ausreizen der schlichten Schönheit
von Zwiebeln und Muscheln - es sind einfache, alltägliche Dinge, die das
Auge zum Verweilen und zum Phantasieren einladen. Im Gestalten von Schmuck aus
den unterschiedlichsten, zum Teil ungewöhnlichen Materialien tauchen viele
durch Naturbeobachtung und - erkundung gewonnene Formen wieder auf. Ein
Schwerpunkt liegt auf der Zeichnung, in der die klassischen Themen Akt und
Porträt dominieren und dennoch sehr persönliche Blickwinkel
präsentiert werden, beispielsweise in der Auseinandersetzung mit den
skurrilen Charakteren, die das eigene Selbst im Spiegelbild manchmal annimmt.
Wer sucht, muss nicht immer gleich finden: Verpuppung
Nicht nur während seines Studiums findet man nicht immer all das, was man
gesucht hat oder sucht. was man gesucht hat. Dass Vieles "verpuppt" ist,
zählt zu den Gründen, die dafür verantwortlich sind und die die
Spannung beim Suchen steigern. "Verpuppung" ist das Motto der zweiten
Ausstellung, die am 17. Januar bei der Doppelvernissage in der
Schillstraße eröffnet wird: Sie zeigt die Erträge zweier
Seminare, in denen Sonja Diebold, Katrin Frick, Julia Geiger, Julia Kiefer,
Tanja Pilz, Julia Schmierer und Andrea Stöcklein mit Papier und
Textilien das Thema "Verhüllen" und "Verpuppen" bearbeiteten.
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Kontakt:
Gregor Nagler
Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Universität Augsburg
Telefon 0821/598-2943
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