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Pressemitteilung 18/2012

18/12 - 21. Januar 2012

Bildungsforschung und BRD-Bildungspolitik in den 1960er und 1970er Jahren

In einem Gastvortrag am 24. Januar 2012 geht Dr. W. Rudloff (Universität Kassel) der Frage nach, inwieweit in der Reformära der "alten" Bundesrepublik eine "Verwissenschaftlichung" der Bildungspolitik gelungen ist.

Augsburg/KPP - Wie haben sich Bildungsforschung und Bildungspolitik in der Reformära der "alten" Bundesrepublik zueinander verhalten? In welchem Umfang ist es damals gelungen, Bildungspolitik zu "verwissenschaftlichen"? Mit diesen Fragen befasst sich Dr. Wilfried Rudolff von der Universität Kassel in einem Gastvortrag am 24. Januar 2012, zu dem ihn der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an die Universität Augsburg eingeladen hat.

Die Bildungspolitik gehörte zu den großen innenpolitischen Themen der Reformära in der Bundesrepublik von 1957 bis 1974: "Mobilisierung der Begabungsreserven", "Aufstieg durch Bildung", "Chancengleichheit", "integrierte Bildungsplanung", "Gesamtschule" und "Gesamthochschule" - die Reformdebatte brachte ein ganzes Vokabular neuer bildungspolitischer Leitbegriffe hervor. Alle Stufen des Bildungssystems von der vorschulischen Erziehung bis zur Hochschule sollten auf den Prüfstand gestellt werden.

Wie schon unter den Zeitgenossen sind die Erträge und Grenzen der Bildungsreformbemühungen jener Jahre auch heute noch umstritten. Rudloff untersucht in seinem Vortrag die Politik der Ära des "Bildungsbooms" am Schnittpunkt zu einem anderen großen Reformbemühen: In der Erwartung, politische Entscheidungsprozesse auf eine rationalere Grundlage stellen zu können, wurde seit den sechziger Jahren nämlich auch ein neues Inventar wissenschaftlicher Entscheidungshilfen entwickelt, für das sich der Begriff der Politikberatung eingebürgert hat. Gerade die Bildungspolitik wurde zum bevorzugten Experimentierfeld für deren Erprobung. Ins Zentrum seines Vortrags stellt Rudloff dementsprechend die Frage, welches Wechselspiel sich zwischen Bildungsforschung und Bildungspolitik in der Reformära der "alten" Bundesrepublik entwickelt hat und wie weitgehend jene Versuche, Bildungspolitik zu "verwissenschaftlichen", von Erfolg gekrönt waren.

Am 24. Januar um 17.30 Uhr im Raum 2110 der Phil.-Hist. Fakultät

Dr. Wilfried Rudloff (Universität Kassel) ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur an dem Projekt "Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914", einem vielbändigen Editionsvorhaben zur Entstehung des Sozialstaats in Deutschland, beteiligt. Sein Vortrag "Bildungsforschung und Bildungspolitik in den sechziger und siebziger Jahren - Wechselwirkungen, Blockaden, Erträge" beginnt am Dienstag, dem 24. Januar 2012, um 17.30 Uhr im Raum 2110 der Philologisch-Historischen Fakultät (Gebäude D), Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg.



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