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Pressemitteilung 19/2012

19/12 - 21. Januar 2012

Vernissage am 25. Januar um 18.00 Uhr in der Zentralbibliothek:

Unter unserem Himmel

In ihrer traditionellen Jahresretrospektive thematisieren die Dozentinnen und Dozenten des Augsburger Lehrstuhls für Kunstpädagogik diesmal ihren bevorstehenden Umzug auf den Campus. / Nahe des alten Standorts Schillstraße "konkurrieren" ihre Studentinnen im AWO-Sozialzentrum Hammerschmiede mit einer Ausstellung zur künstlerischen Raumgestaltung im Pflegebereich.

Augsburg/KPP - "Unter unserem Himmel" ist diesmal die traditionelle Jahresretrospektive der Dozentinnen und Dozenten des Augsburger Lehrstuhls für Kunstpädagogik (Prof. Dr. Constanze Kirchner) überschrieben. Mit einer Einführung von Prof. Dr. Johannes Kirschmann (Akademie der Bildenden Künste München) wird die Ausstellung am 25. Januar 2012 um 18.00 Uhr in der Ausstellungshalle der Zentralbibliothek der UB Augsburg (Gebäude E, Universitätsstraße 22, 86159 Augsburg) eröffnet. Bei freiem Eintritt besichtigt werden kann sie dort dann bis zum 10. April 2012 - montags bis freitags jeweils von 8.30 bis 24.00 Uhr und samstags von 9.30 bis 24.00 Uhr.

Zu den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern und zu den Exponaten, die sie "Unter unserem Himmel" zeigen, vermerkt der Ausstellungskatalog:

o Die grafischen Skizzen von CONSTANZE KIRCHNER zeigen Ausschnitte von Ausführungsplänen des Neubaus für Kunst und Musik - gepaart mit Bleistift-Zeichnungen des bayerischen Wolkenhimmels, der sich als Baldachin über den Campus spannt. "Unter unserem Himmel" heißt eine Dokumentarreihe des Bayerischen Rundfunks, die bereits seit 1969 Geschichten aus der bayerischen Heimat erzählt. Hieran knüpft der Ausstellungstitel "Unter unserem Himmel" an, der sich nicht nur auf den brillanten blau-weißen bayerischen Wolkenhimmel bezieht, sondern auch auf den bayerischen Himmel, der als Verwaltungsdach über den bayerischen Universitäten schwebt. In engerem Sinn richtet sich der Ausstellungsfokus auf die bevorstehende Präsenz der Kunstpädagogik auf dem Campus. Sich unter dem "Campus-Himmel" einzurichten, bedeutet, eine neue Situation zu bewältigen: Die Einrichtung des Neubaus verlangt intensives planerisches Vorgehen. Kein Einrichtungsdetail darf vergessen werden, um mit hoher Qualität forschen und lehren zu können. Zugleich werden sich Kommunikationsstrukturen verändern: administrative Wege verkürzen sich, Dialoge mit Kolleginnen und Kollegen können direkter geführt werden, Studierende müssen einen neuen Studienrhythmus entwickeln, der das Pendeln in die Schillstraße seltener werden lässt. So spiegelt die diesjährige Ausstellung in vielen Varianten die künstlerische Beschäftigung mit der nahenden Anwesenheit auf dem Campus und dem Aspekt, ein anderes Dach über dem Kopf zu erhalten.

o CHRISTINE BEYER SCHMID vermittelt mit ihrer Installation erste "Campuseindrücke": Rostiges Baugitter (immerhin hat sich die Fertigstellung des Neubaus Kunst/Musik immer wieder verzögert) mit Keramikkacheln, auf denen in noch feuchtem Zustand "Eindrücke" des neuen Arbeitsplatzes gesammelt wurden. Es gibt Abdrücke des Fußabstreifers, des Transponders, des Schuhs eines Arbeiters (stellvertretend für alle am Bau tätig gewesenen Arbeiter), der Brennstäbe im neuen Keramikofen, des Bodens im Lastenaufzug, eines Kabelgewirrs, das noch auf dem Boden lag, und andere - alle als Annäherung an diesen neuen Ort.

o Im Kontrast dazu vermitteln die Aquarelle von NICOLE BERNER Eindrücke vom Strand von El Campello (Costa Blanca/Spanien). Durch die locker platzierten Linien und Flächen entsteht eine heitere, bewegte Stimmung.

o ELISABETH HASLAUER verleiht in ihrem Exponat der Freude Ausdruck, dass der Neubau für Kunst- und Musik am Campus-Teich liegt. Sie macht die Spiegelungen dieses Teichs zum Bildthema, und steigert Farbigkeit sowie Licht-Schatten-Wirkung.

o PETIA KNEBEL zeigt eine fotografische Dokumentation ihrer Installation "Blau im Fluss" im Flussbett der Mud in Amorbach (2003). Ein Ausgangspunkt ihrer konzeptionellen Überlegungen war der grundlegende Gedanke, dass der Mensch versucht, für alles eine Ordnung zu schaffen. Er bezeichnet, benennt, betitelt und beziffert, erst dann existieren die Dinge für ihn und er kann sie benutzen - doch ganz so einfach ist es nicht. Im Falle des Kunstwerks als Ding wird sehr schnell deutlich, dass es über das Dinghafte des Werks hinausweist. Dies mag das Künstlerische ausmachen und führt, so Martin Heidegger, das Kunstwerk als Ding hin zum Symbol. Im Zusammenhang mit der Zeichentheorie zeigt Ferdinand de Saussure auf, dass das "Bezeichnende" und das "Bezeichnete" untrennbar miteinander verbunden sind. Demnach ruft das Sprachzeichen als Lautbild, z. B. "Karibikblau", unmittelbar das mit ihm verbundene Konzept auf. Der Blick des Betrachters auf die Installation führt durch das Wasser hindurch in die Tiefe und bleibt am Blau der Stahlplatten haften. Gleichsam fällt sein Blick auf die Wasseroberfläche und er erkennt in ihr die Reflexion des Himmels. Eine weitere Perspektive ist eröffnet.

o MONIKA MILLER präsentiert Fotografie. Die uns gängigen räumlichen Relationen scheinen einem geordneten Wahrnehmungssystem zu folgen, solange wir nicht eine neue Perspektive einnehmen und das Oben, Unten, Rechts und Links scheinbar vollkommen durcheinander geraten und nach neuen, differenzierteren Ordnungssystemen und Deutungsweisen verlangen, bis sich erneut ein Gleichgewicht einstellt. Himmel und Erde, Oben und Unten, Rechts und Links, alles kann (in Ihren fotografierten Welten) möglich sein.

o ULRICH WEBER thematisiert hölzerne "Kreaturen" fotografisch und bildhauerisch. Er nutzt das Holz mit seinen vorgefundenen Eigenheiten von Material, Wachstum und Platzierung und bearbeitet es intuitiv. Das Ergebnis ist nicht Wiedergabe, sondern eigenständige Schöpfung. Diese Schöpfung ist aber nicht absichtsvoll und zielgerichtet, sondern spontan und eher zufällig, so es denn Zufall wirklich gibt.

o CORNELIA SCHNATTERER experimentiert im Tiefdruckverfahren mit mehreren Platten und kreiert daraus kleine Werkserien. Verschiedene Druckplatten werden miteinander kombiniert und ergeben eine immer neue Variation von Formen und Farbnuancen, wodurch eine eigene Bildwelt entsteht. Eine Welt voller amorpher Formen, welche sich hin und wieder an florale Elemente anlehnen, sich dann wieder frei davon machen und eher an mikrobiologische Kulturen erinnern.

o Anlässlich der Umsiedlung des Lehrstuhls für Kunstpädagogik auf den Universitätscampus präsentieren STEFANIE AUFMUTH, URS FREUND, ELISABETH HASLAUER, MATHHIAS LIDL, MONIKA MILLER, GREGOR NAGLER, MIRIAM SANDOR und ULRICH WEBER gemalte und gezeichnete Porträts ausgewählter Persönlichkeiten in leitenden Positionen der Universität Augsburg. In einem übertragenen Sinn wird mit diesen Werken Bezug auf den Ausstellungstitel genommen.

o WOLFGANG NEIDLINGER hat ebenfalls Porträts gezeichnet - von Studierenden allerdings als Vertreterinnen und Vertretern der "wichtigsten Personen an einer Universität". Seine Vorgehensweise dabei war experimentell: Die Zeichenblätter wurden frei beweglich aufgehängt und die Porträts möglichst schnell in einer Linie gezeichnet.

o CHRISTIANE SCHMIDT-MAIWALD greift die Idee des Porträts in ihrer Serie "Meine Hausgötter - Spielarten der Gattung Porträt" auf andere Weise auf. Aus philosophischer Sicht meint das Ding-an-sich das eigentlich Nicht-Erkennbare in Opposition zum Ding, dem in der Literatur oder bildenden Kunst Symbol- oder Verweischarakter zukommt. Was passiert, wenn man nun die Gattung des Porträts, die auf dem Erkennen einer "Persona" oder eines Individuums fußt, als Ding, sprich als bloße Form auf ihre Qualitäten als Symbol bzw. auf ihren Verweischarakter hin untersucht? Ausgehend von dieser Frage beschäftigt sich die Serie "Meine Hausgötter - Spielarten der Gattung Porträt" aus einer gewissen ironischen Distanz heraus mit der Gattung des Porträts an sich, aber auch mit der Attitüde der Kunst der Moderne, einen Meta-Diskurs über Darstellungsverfahren und Wahrnehmungskonditionen bildimmanent mitzuführen. Insofern werden auch einige der Hausgötter der Kunst der Moderne, speziell der Konzeptkunst beschworen.

Am 26. Januar um 15.00 Uhr: Eröffnung der studentische "Konkurrenzausstellung" im AWO-Sozialzentrum Hammerschmiede

Parallel zur Ausstellung ihrer Dozentinnen und Dozenten in der Zentralbibliothek auf dem Campus zeigen acht Studentinnen des Lehrstuhls für Kunstpädagogik im AWO-Sozialzentrum Hammerschmiede (Marienbader Straße 29 a, 86169 Augsburg) Studienarbeiten zum Thema "Wie lassen sich Räume im Pflegebereich künstlerisch gestalten?" Mit Aquarellen, Bleistiftzeichnungen und Collagen machen Julia Geiger, Elena Holland, Annika Jakubaßa, Julia Kiefer, Barbara Lang, Saskia Mayer, Johanna Ritter und Sarah Ritzel Gestaltungsvorschläge für die Patientenzimmer, die Besuchs- und Gemeinschaftsräume, aber auch für die Außenbereiche des Sozialzentrums. Diese Vorschläge basieren auf künstlerischen und pädagogischen Überlegungen, die in ebenfalls ausgestellten handschriftlich gestalteten Schriftstücken erläutert werden. Zur Vernissage dieser Ausstellung am 26. Januar 2012 um 15.00 Uhr sind alle Interessierten ebenfalls eingeladen.
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Ansprechpartner zu "Unter unserem Himmel"

Gregor Nagler
Telefon 0821/598-2943
gregor.nagler@phil.uni-augsburg.de

Ansprechpartnerin zur AWO-Ausstellung:

Dr. Christiane Schmidt-Maiwald
Telefon 0821/598-2960
christiane.schmidt-maiwald@phil.uni-augsburg.de



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