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26/12 - 26. Januar 2012
Am 30. Januar um 18.15 Uhr im Colloquium Augustanum:
Meister Eckhart - ein "mittelalterlicher" Denker
für unsere Zeit?
Der Kölner Philosoph Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Speer zur
Frage, inwieweit Eckharts Denken als philosophische Lebenskunst verstanden
werden kann
Augsburg/StP/KPP - Als Referent in der letzten Veranstaltung des Colloquium
Augustanum in diesem Semester ist vom Institut für Europäische
Kulturgeschichte Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Speer, Ordinarius für
mittelalterliche Philosophie an der Universität zu Köln, eingeladen.
Der Titel seines öffentlichen Vortrags, der um 18.15 Uhr im HS III des
Großen Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße
10, 86159 Augsburg) beginnt, lautet: "'...und lernete Leben'. Meister Eckhart -
ein 'mittelalterlicher' Denker für unsere Zeit?" Alle Interessierten sind
herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
Das Interesse an Meister Eckhart ist ebenso vielfältig wie oftmals diffus.
Verneinnahmt im interkulturellen Dialog, von einem unklaren
Mystikverständnis oder von sinnsuchender Lebenskunst verschwimmt das Profil
eines spekulativen Denkens, das in der Einheit von Philosophie und Theologie,
von Theorie und Praxis im ursprünglichen Sinne Weisheit zu sein
beansprucht.
Eine Annäherung aus philosophischer Perspektive, wie Speer sie in seinem
Vortrag unternehmen wird, vermag die notwendige Distanz zu schaffen, die Eckhart
selbst im Ideal der Abgeschiedenheit einfordert. Ob und inwieweit sein Denken
aber als eine philosophische Lebenskunst verstanden werden kann, wird Speer auf
Basis der aktuellen Forschungsdiskussion sowie anhand der Lektüre zentraler
Lehrstücke aus den lateinischen und deutschen Schriften des Eckhart von
Hochheim diskutieren.
Zum Referenten:
Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Speer, geboren 1957, studierte an der
Universität Bonn die Fächer Philosophie, Katholische Theologie,
Philologie, Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte. Nach der Promotion
1986 ging er als wissenschaftlicher Assistent an das Thomas-Institut der
Universität Köln, wo er für die Organisation der Kölner
Mediävisten-Tagungen zuständig zeichnete. Im Jahre 1994 folgte die
Habilitation über die Begründungsversuche einer "scientia naturalis"
im 12. Jahrhundert. Die Habilitationsschrift wurde 1996 mit dem
Offermann-Hergarten-Preis ausgezeichnet. Zwischen 1995 und 2000 war Speer
Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 2000 wurde
er zum ordentlichen Professor für Philosophie an die Universität
Würzburg berufen. Seit 2004 ist er Direktor des Thomas-Instituts und
Ordinarius für mittelalterliche Philosophie an der Universität zu
Köln. Im Jahre 2005 erhielt er die Ehrendoktorwürde der St. Kliment
Ochridski-Universität in Sofia/Bulgarien.
Zu Speers Forschungsschwerpunkten zählen neben der Geschichte der
mittelalterlichen Philosophie, speziell das Philosophieverständnis der
Menschen des 13. Jahrhunderts, die mittelalterliche Metaphysik,
Erkenntnistheorie, Naturphilosophie, Ästhetik, Architekturtheorie sowie das
Verhältnis von Philosophie und Weisheit. Als monographische Werke vorgelegt
hat Speer bislang: Fragile Konvergenz. 3 Essays zu Fragen metaphysischen
Denkens, Köln 2009; Die entdeckte Natur. Untersuchungen zu
Begründungsversuchen einer scientia naturalis im 12. Jahrhundert,
Leiden-New York-Köln 1995; mit J. van der Meulen: Die Fränkische
Königsabtei Saint-Denis. Ostanlage und Kultgeschichte, Darmstadt 1988;
Triplex veritas. Wahrheitsverständnis und philosophische Denkform
Bonaventuras, Werl 1987.
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Ansprechpartner:
Dr. Stefan Paulus
Institut für Europäische Kulturgeschichte
Telefon 0821/598-5843
stefan.paulus@iek.uni-augsburg.de
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